Thälmannpark: Langwierige Erörterung – bekannte Diskrepanzen

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Im Interview mit der Prenzlberger Stimme hatte Bezirksstadtrat Jens-Holger Kirchner gleich mehrmals betont, wie sehr er sich auf die öffentliche Anhörung freue, auf der die Einwendungen und Anmerkungen der Anwohner zu den“Zwischenergebnisse” der „Voruntersuchung Thälmannpark“ erörtert werden sollen.
Gestern (Mittwoch) war es nun so weit, doch die Freude – sollte sie denn tatsächlich vorhanden gewesen sein, wich von Stunde zu Stunde immer mehr einer gewissen Ermüdung.
 

02Denn die Tagesordnung war übervoll: Nicht weniger als 236 Einwendung und Hinweise sollten abgearbeitet werden.
Selbst wenn für jeden Punkt nur eine Minute veranschlagt worden wäre, hätte die Veranstaltung rund vier Stunden gedauert.
Doch vieles ließ sich eben nicht in 60 Sekunden beantworten und erklären und so schleppte es sich zuweilen hin: Rede, Gegenrede, Gegen-Gegenrede…

Die Erörterung hatte um 17 Uhr begonnen, doch als gegen 20.40 Uhr erst Einwand Nummer 86 als erledigt abgehakt wurde, waren die meisten der rund 60 zur Veranstaltung

04Erschienenen schon längst wieder zu Hause. Also wurde die Anhörung auf Vorschlag des Stadtrates vertagt.

Erstes Fazit: Die Ansichten von Anwohnern und Bezirksamt liegen bei der Frage der „Verdichtung“ – das heißt: einer möglichen Bebauung des ehemaligen Güterbahnhofs Greifs-
walder Straße – nach wie vor weit auseinander.

Seitens des Bezirksamtes war immer wieder vom wachsen-
den Druck auf den Thälmannpark die Rede, der mit dem Neubau von Wohnungen abgeschwächt werden würde. Um moderate Mieten bei den neu zu bauenden Wohnungen zu

05erreichen, sollen laut Stadtrat Jens-Holge Kirchner mit den Immobilieneignern „Städtebauliche Verträge“ abgeschlossen werden.
Kirchner musste aber zugeben, dass mit solchen Vertragswerken oft ungute Erfahrungen gemacht wurden. Ein vom Senat votgegebener Musterveretrag soll nun aber Unwägbarkeiten weitgehend ausschließen.

Die Frage, wann nach Meinung des Bezirksamtes denn ein Punkt der Verdichtung in Prenzlauer Berg erreicht sei, bei dem man sagen müsse, nun geht gar nichts mehr, wurde nur schwammig beantwortet: „Das wird immer wieder neu beurteilt.“
Kirchner bezog sich dabei auf Gerichtsurteile, die mal diesen, und mal jenen Zustand für bebauungswürdig gehalten hatten. Eine politische Aussage – also: ab wann von Seiten des Bezirkes gesagt werden würde, nichts geht mehr – war dem Politiker Jens-Holger Kirchner nicht zu entlocken.

Die Erörterung soll im Mai fortgesetzt werden.

 

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