Thomas Trappe: Vom Lügenbold zum Naziversteher

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Thomas Trappe ist beim Lokalblog „Prenzlauer Berg Nachrichten“ des Pankower Sozialdemokraten Philipp Albert Schwörbel der Mann fürs Grobe. Seine bisherige Spezialität waren Falschmeldungen – zuweilen so plump, dass sogar der Vorsatz zum Schwindeln nachzuweisen war. Auch als Pöbler, der im Jargon halbbesoffener Jungsnazis Senioren anging, die sich gegen das Verschleudern ihrer Freizeitstätte wehrten, wurde Trappe schon auffällig. Nun präsentiert er sich als Schutzpatron bedauernswerter Nazis, die einfach keiner liebhaben will.

 

Die Mischung aus Dummheit und Unverfrorenheit, die Trappe in seinem jüngsten Artikel an den Tag legt, toppt alles bisher im Schwörbel-Blog dagewesene. Das beginnt bereits in der Unterzeile nach der Überschrift:

„Prenzlauer Berger Politik ist sich einig: Rechtsextremisten haben im Kiez nichts zu suchen, weder in Kneipen, noch in eigenen Läden.“

Wie bitte? „Prenzlauer Berger Politik“?

Natürlich weiß auch Trappe, dass es seit Bildung der Großbezirke vor fast eineinhalb Jahrzehnten keine „Prenzlauer Berger Politik“ mehr gibt – ebensowenig wie eine Weißenseer oder Niederschönhausener Politik. Doch ohne diese seltsame Tatsachenverleugnung würde sein ganzes Konstrukt nicht funktionieren. Denn die politischen Präferenzen sind natürlich im gesamten Bezirk identisch.

 

Armen Nazis, so Trappes steile These, werde in Prenzlauer Berg allein wegen ihrer Gesinnung ein „bürgerliches Leben“ versagt. Als Beispiel führt er – ausgerechnet! – den Pankower Obernazi Christian Schmidt ins Feld.

„Vor knapp einem Jahr, im März war es, gab es dazu eine ziemlich beeindruckende Kundgebung: 50 Demonstranten zogen vor einen Supermarkt in der Ostseestraße. Nicht, weil sie noch Milch brauchten, sondern weil sie erfahren hatten, dass drinnen ein Nazi anderen Menschen den Kassiererjob wegnimmt. Christian S. war der Grund für den Antifa-Aufzug, den S. galt ihr als Prenzlauer Berger Neonazi-Kader – und hatte damit offenbar das Recht verwirkt, im Supermarkt zu arbeiten.“

Klar, für die bösen Demonstranten „galt“ Schmidt laut Trappe bloß als Neonazi-Kader – was suggerieren soll, dass da möglicherweise gar nichts dran ist. Und so kommt er zu dem Schluss:

„Christian S. darf das nicht, und zwar, weil er denkt, wie er nun mal denkt.“

Eine so plumpe Manipulation, wie sie Trappe hier präsentiert, findet man sonst höchstens noch in der originalen Nazipropaganda: Der kleine Bürger werde vom linken Mainstream verfolgt, nur weil er eine abweichende Meinung hat… . Das ist genau das, was Christian Schmidt noch auf jeder Hetzveranstaltung gegen die Bucher Flüchtlingsunterkunft ins Mikrofon blies. Und Trappe tut es ihm nach.

Denn Christian Schmidt ist – und Trappe weiß das – nicht irgendein kleiner Verwirrter, sondern seit Jahren der führende Kopf der Pankower Rechtsradikalen.
 

Solidarisierung mit dem Pankower NPD-Chef

So war er beispielsweise Mitglied bei den sogenannten „Freien Nationalisten Berlin-Mitte“ (FNBM). Bei einem Übergriff jener Gruppierung im Mai 2010 auf eine Gruppe Jugendlicher an Bahnhof Friedrichstraße war er ebenso mit dabei, wie im Juni des selben Jahres, als die Polizei mehrere Personen stoppte, die mit Teleskopschlagstöcken, Pfefferspray, und zwei Teppichmesser bewaffnet offenbar auf dem Weg ins alternative Kulturzentrum KUBIZ waren.

Nach der Selbstauflösung der FNBM wechselte Schmidt in das Na­zi­netz­werk „Natio­naler Wider­stand Berlin“ (NW-Berlin) über – einer führenden Köpfe dort war der heutige NPD-Landesvorsitzende Sebastian Schmidtke.

Nach Schmidts Umzug nach Buch im Jahr 2012 nahmen dort die rechtsradikalen Aktivitäten merkbar zu. Es gab vermehrt Übergriffe auf sogenannte „Linke“ oder Menschen, die die Nazis dafür hielten. Fast immer mit dabei: Christian Schmidt.
Betroffen waren auch sozialdemokratische Genossen von Trappes Arbeitgeber Schwörbel. Spätestens seit Mitte 2014 ist Christian Schmidt Vorsitzender des Pankower NPD-Kreisverbandes.

Schmidt wurde also nicht deshalb von seinem Arbeitgeber entlassen, „weil er denkt, wie er nun mal denkt“, sondern weil er handelt, wie er denkt.

All das unterschlägt Trappe und echauffiert sich stattdessen darüber, dass Schmidt bei Protesten mit seinem Klarnamen genannt wurde. Folgerichtig solidarisiert er sich auf seine Weise: Der Pankower Chefnazi wird in Trappes Artikel konsequent nur als „Christian S.“ bezeichnet.

 

„Einschränkung der Gewerbefreiheit“

Doch die Zuneigung von Philipp Schwörbels Edelfeder Thomas Trappe gilt nicht allein dem örtlichen Nazihäuptling. Auch die Verbreiter rechtradikal gewebten Zubehörs erfahren von ihm Mitgefühl.

Dass Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne vor Zeiten zusammen mit dem Handelsverband Berlin-Brandenburg eine Informationskampagne auf den Weg brachte, mit der Immobilieneigner dafür sensibilisiert werden sollten, keine Mietverträge mit Geschäften abzuschließen, die rechtsextreme Kunden anziehen, stellt für Trappe eine Einschränkung der Gewerbefreiheit dar. Gemeint waren solche Läden, die mit naziaffiner Kleidung oder rechtsradikalen Devotionalien handeln.

Konkret bezieht sich Trappe dabei auf ein in unmittelbarer Nähe des Flüchtlingeheimes in der Mühlenstraße angesiedeltes Geschäft, über das das von professionellen Journalisten betriebene Lokalblog Florakiez zu berichten wusste:
„Einer der prominenten Gäste bei der Eröffnung des Ladens in Pankow ist ein erfolgreicher Kickboxer, der im Jahr 2012 im gleichen Zusammenhang wie der ehemalige Markeninhaber einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung erhielt. Ein gesponserter Sportler war Geschäftsführer einer Firma, die eine Webseite namens ‚Aryan Brotherhood‘ betrieb.“

Wohl um sich nicht der Einseitigkeit zeihen lassen zu müssen, lässt Trappe Andreas Ziehl von der „Netzwerkstelle gegen Rechtsextremismus – moskito“ zu Wort kommen.

„Außerdem nennt er (Ziehl) das ‚Hexogen‘, einen 2014 geschlossenen Laden in Schöneweide. Von dem sei zu berichten, dass dort indizierte rechtsextreme Musik verkauft worden sei, und zwar unter der Ladentheke. Nur: Indizierte Musik ist nicht verboten, sie darf nur nicht offen angeboten werden, sondern nur auf Nachfrage. So gesehen verhielten sich die Verkäufer, stimmt Ziehls Darstellung, absolut richtig.“

 

Ganz schlimm: Nazis werden in ihrem „sozialen Austausch“ behindert!

Dass der „Verkäufer“ den Namen Sebastian Schmidtke trägt und Berliner Landesvorsitzender NPD ist, lässt Trappe dabei ebenso unerwähnt, wie die Tatsache, dass sich unweit des Schmidtke-Shops auch die Nazi-Kneipe – Gewerbefreiheit ist Gewerbefreiheit – „Zum Henker“ befand und sich in Schöneweide – nicht zuletzt mit Hilfe der als Stützpunkte genutzten Läden – zeitweise eine nazistische Subkultur breit gemacht hatte, die die Gegend zur „No-Go-Area“ für Nichtweiße werden ließ.
Für Trappe ist all das nicht existent. Stattdessen beklagt er,

„dass (der) soziale Austausch von Menschen, die so denken oder sprechen könnten, schlimmstenfalls sogar miteinander“

behindert werden könnte.

 

Dass Thomas Trappe wegen dieser Nazi-Eloge möglicherweise sein „bürgerliches Leben“ – sprich, seinen Job bei den „Prenzlauer Berg Nachrichten“ – aufgeben muss, darf in Kenntnis der Persönlichkeit des Blogbetreibers Philipp Albert Schwörbel bezweifelt werden. Sollte der Fall wider Erwarten aber doch eintreten und Schwörbel seinem Trappe schweren Herzens die Tür weisen, so hätte letzterer sicher schon bald einen neuen Autraggeber…

Denn die NPD Pankow lobte Trappes Artikel auf ihrer Facebookseite schon mal einladend: „Überraschend neutraler Bericht“.

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Update: Während die Leserkommentare, die im Schwörbelblog regelmäßig zensier… – pardon! – moderiert werden, sich dementsprechend moderat ausnehmen, fegte über die Facebookseite der „Prenzlauer Berg Nachrichten ein kleiner Shitstorm hinweg. Nach dem Motto „Wir sind ja auch gegen Nazis, aaaaber…“ wurde von Schwörbels Truppe daraufhin hektisch auf ziemlich angejahrte Artikel verwiesen, die sich mit Rechtsradilaismus befassen. Und Autor Trappe versuchte in einem ellenlangen Statement zu erklären, was er eigentlich gemeint habe…

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Doch von einem User konkret auf den Artikel angesprochen, weicht Trappe aus – und beklagt sich stattdessen über den Betreiber der „Prenzlberger Stimme“.

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Aber dann ringt sich Philipp Schwörbels Edelfeder doch noch zu einer klaren Ansage durch: „Ich bleibe bei meiner Meinung… .“ Was wohl bedeutet: Für Thomas Trappe ist Pankows NPD-Chef nach wie vor ein armes Opfer der „Prenzlauer Berger Politik“.

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2. Update:Oops – und weg war er. Nein, nicht Thomas Trappe – sondern der erhellende Threat im Facebook-Auftritt des Schwörbel-Blogs. Auch eine Art der Tatsachenklitterung.

 

3. Update: Leser Christian Schmale hat mit der ihm eigenen Höflichkeit und Zurückhaltung (siehe Leserkommentare unten) darauf hingewiesen, dass der Thread nach wie vor vorhanden ist. Auf meinem Facebookaccount konnte ich ihn dennoch nicht ausfindig machen – auf dem von einem Kollegen „geliehenen“ dann aber doch.
Wie auch immer: Mea culpa! Der Thread ist noch da.

 

 

Weitere Artikel zum Thema:

 

Das große Schwörbeln

Antwort auf eine Leserzuschrift, das Blog „Prenzlauer Berg Nachrichten“ betreffend

 



7 Kommentare zu “Thomas Trappe: Vom Lügenbold zum Naziversteher”

  1. hardy

    Mrz 07. 2015

    Die Großtrappe (Otis tarda) ist ein Vogel aus der Familie der Trappen (Otididae). Sie zählt zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt .
    Muss man Mitleid haben? für gefährdete Vögel schon, für schräge Vögel eher weniger.

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  2. Kleiner Nachtrag hier: Kampmann von der Prenzlberg Stimme lügt natürlich, wenn er in dem Beitrag schreibt, dass Herr Trappe einen Facebook – Post gelöscht hat. Ich habe gerade noch unter dem Post kommentiert. Peinlich.

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  3. Christian Schmale Nun, Herr Schmale, dann haben Sie wohl ein anderes Facebook als ich. Der Artikel von Herrn Trappe erschien am 2. März. Auf dem Facebook-Account der „PBN“ existiert – wie auf dem eben gemachten Screenshot zu erkennen ist – zwischen dem 28. Februar und dem 3. März nichts mehr. Sollten Schwörbel & Co. so albern gewesen sein, diesen Thread extra für mich zu sperren? Also, ich trau denen ja manches zu, aber…

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  4. ach Gott, Sie Trottel. Ist das Ihre „Recherche“? Damit werfen Sie anderen vor, unliebsame Infos zu löschen? Sie sind erbärmlich. Sie reden Vollquark! Kleiner Tipp: Wenn Sie auf einer Facebook-Seite runterscrollen, werden zunächst alle Beiträge angezeigt. Irgendwann dann nur noch die „Höhepunkte“ (markiert durch eine feine Linie). Ab da können sie dann auswählen, ob sie alle oder eben nur die beliebtesten Beiträge angezeigt bekommen…. Top Recherche, Kampmann!

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  5. Christian Schmale Ja wattn nu: Gott oder Trottel…? Okay, solange Sie nicht „alter Trottel“ schreiben… Ansonsten: bei mir ist alles aufgeklappt, was aufzuklappen ist. Ich werds mal übern Fremd-Account versuchen.

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  6. Christian Schmale Bingo! Beim Fremdaccount hats geklappt! Bei meinem auch weiterhn nicht. Warum auch immer…

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  7. TK

    Mai 30. 2015

    Danke für Ihre Recherche. Lassen Sie sich nicht von den drei, vier PBN-Fans (oder Mitarbeitern) entmutigen! Sie haben es weigstens nicht nötig, rumzubetteln.

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