{"id":103501,"date":"2016-06-05T15:58:44","date_gmt":"2016-06-05T13:58:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.prenzlberger-stimme.de\/?p=103501"},"modified":"2016-11-11T00:58:39","modified_gmt":"2016-11-10T23:58:39","slug":"elisabethaue-50-prozent-der-flaeche-wird-privatisiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/?p=103501","title":{"rendered":"Elisabethaue: 50 Prozent der Fl\u00e4che wird privatisiert"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/grund.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/grund.jpg\" alt=\"grund\" width=\"670\" height=\"441\" class=\"alignleft size-full wp-image-103502\" srcset=\"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/grund.jpg 670w, https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/grund-300x197.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a><\/p>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwischen der Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung und Umwelt, den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften GESOBAU und HOWOGE sowie der Entwicklungsgesellschaft (EG) Elisabethaue GmbH wurde am Freitag ein &#8222;Grundlagenlagenvertrag&#8220; unterzeichnet.<br \/>\nDer Vertrag, so hei\u00dft es etwas verquast in einer aus diesem Anlass ver\u00f6ffentlichten Presseerkl\u00e4rung, &#8222;beschreibt die Aufgaben Befugnisse und Beitr\u00e4ge der Projektpartner w\u00e4hrend der Planungsphase und die Finanzierung der erforderlichen Arbeiten. Zudem enth\u00e4lt er auch Vereinbarungen \u00fcber die Durchf\u00fchrung des Planungsprozesses.&#8220; <\/p>\n<p>Neuer Akteur in der Bebauungsrunde ist die EG Elisabethaue GmbH, eine Tochtergesellschaft von HOWOGE und Gesobau. Sie soll das Pr\u00f6jekt entwickeln. \u201eF\u00fcr uns ist das Neuland\u201c, sagt Howoge-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Stefanie Frensch. Bisher lag die Verantwortung f\u00fcr solche Gro\u00dfprojekte direkt beim Senat.  Hier wird sie nun von den Wohnungsbaugesellschaften und der von ihnen gegr\u00fcndeten  Entwicklungsgesellschaft getragen &#8211; inklusive der Risiken, die eine solche Unternehmung in sich birgt.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h4> &#8222;Jahr der Konzepte&#8220;<\/h4>\n<p>Auf siebzig Hektar Acker- und  Auenland soll in kurzer Zeit  &#8211; die ersten H\u00e4user werden nach dem Willen des Senats  bis 2019 stehen &#8211; f\u00fcr zehn- bis zw\u00f6lftausend Menschen eine &#8222;Gartenstadt des 21. Jahrhundert&#8220; entstehen.<br \/>\nWas das sein und wie das aussehen soll, ist unklar. <\/p>\n<p>&#8222;Noch befinden wir uns in der Phase der Analyse, 2017 wird dann das Jahr der Konzepte sein&#8220;, sagt der Staatssekret\u00e4r in der Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung und Umwelt Engelbert L\u00fctke Daldrup.<br \/>\nDazu wird die Entwicklungsgesellschaft Ende dieses Jahre einen  &#8222;St\u00e4dtebaulicher Wettbewerb&#8220; ausrufen, der allerdings kein klassischer Wettbewerb sein wird, sondern, wie der Staatsekret\u00e4r formulierte, ein \u201edialogorientiertes st\u00e4dtebauliches Verfahren\u201c,  dessen Ergebnis  nichts endg\u00fcltiges festschreibt, in dem aber  M\u00f6glichkeiten aufzeigt werden.<br \/>\nDenn in jeder Phase der Entwicklung sollen die B\u00fcrger mitreden d\u00fcrfen. Damit habe man &#8211; in kleinerem Rahmen &#8211;  am Flugplatz in Adlershof gute Erfahrungen gemacht. \u201eWir sind dabei nicht d\u00fcmmer geworden\u201c, sagt der Staatssekret\u00e4r, \u201eund haben verstanden, was die Umgebung denkt und erwartet.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4> Mal kurz neben der Realit\u00e4t<\/h4>\n<p>D\u00fcmmer sicher nicht, aber kl\u00fcger, so scheint es, auch nicht.<\/p>\n<p>Denn \u201edie Umgebung\u201c der Elisabethaue wollte in der Nachbarschaft mehrerer Landschaftsschutzgebiete gar keine massive Wohnbebauung. Daran wird wohl auch der von Engelbert L\u00fctke Daltrup angek\u00fcndigte \u201eRespektabstand\u201c zum denkmalgesch\u00fctzten Dorf Blankenfelde nichts \u00e4ndern.<br \/>\nUnd wenn Thomas Felgenhauer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der gerade gegr\u00fcndeten Entwicklungsgesellschaft, in der Pressemitteilung zitiert wird, er w\u00fcnsche sich dass der Planungsprozess mit der Senatsverwaltung, \u201edem Bezirk Pankow und insbesondere mit den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern konsequent weiter fortgesetzt wird\u201c, dann wirkt das schon ein wenig bizarr. Hat dem Mann wirklich niemand erz\u00e4hlt, dass die <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/ba-pankow\/politik-und-verwaltung\/bezirksverordnetenversammlung\/online\/vo020.asp?VOLFDNR=3944\">Bezirksverordnetenversammlung die Bebauung der Elisabethaue ablehnt<\/a> und es <a href=\"http:\/\/www.berlin.de\/ba-pankow\/politik-und-verwaltung\/bezirksverordnetenversammlung\/online\/vo020.asp?VOLFDNR=4014\">dem Bezirksb\u00fcrgermeister sogar verboten<\/a> hatte, seine <a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=87182\">Unterschrift unter eine Absichtserkl\u00e4rung<\/a> mit der Senat, Bezirk und Wohnungsbaugesellschaften ihre Absicht zur Bebauung der Elisabethaue besiegeln sollten?<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h4> Ein Stadtteil mit eigenem Zentrum<\/h4>\n<p>Doch das Grunds\u00e4tzliche  ist bereits vorgegeben. Und das nicht nur in der Frage, ob gebaut wird oder nicht.<\/p>\n<p>So soll  keine &#8222;Stadtrandbebauung&#8220; entstehen, sondern ein &#8222;urbaner Ort&#8220; mit vier- bis siebengeschossige H\u00e4usern.  Auch gegen ein  Hochhaus, so L\u00fctke Daldrup, sei nichts einzuwenden.<br \/>\nAuch ein Zentrum werde der neue Stadtteil erhalten. &#8222;Nicht unbedingt wie der Alexanderplatz&#8220;, erkl\u00e4rt Stefanie Frensch, aber mit Gesch\u00e4ften  B\u00fcros und  gut geplanten Wegebeziehungen, die die  &#8222;\u00f6ffentliche und halb\u00f6ffentliche Begegnungen&#8220; bef\u00f6rdern  sollen.<br \/>\nF\u00fcnfhundert Kitapl\u00e4tze und eine Grundschule sind ebenfalls vorgesehen \u2013 bei einer Sekundarschule ist man sich noch nicht schl\u00fcssig. Die Einrichtungen sollen nicht nur f\u00fcr die Bewohner der  Elisabethaue, sondern auch f\u00fcr die umliegenden Ortsteile wie Rosenthal und Niedersch\u00f6nhausen offenstehen. <\/p>\n<p>\u00dcberhaupt soll auch mental eine Verbindung zu den Nachbar-Ortsteilen geschaffen werden \u2013 und das  schon vor der Errichtung des neuen Stadtviertels. So sind in den Nachbarsiedlungen  Veranstaltungen geplant, um herauszufinden, was die Anrainer  von dem entstehenden Neubauviertel erwarten. Die erste findet bereits am 18. Juni statt.<br \/>\nEine Verkehrsuntersuchung wird ermitteln, wie man zum neuen Wohnquartier hin-oder von ihm wieder  wegkommt. Dass die Stra\u00dfenbahn dabei eine gro\u00dfe Rolle spielt, steht  fest \u2013 wie und in welcher Linienf\u00fchrung, ist noch offen.<\/p>\n<p>\u201eAutogerecht\u201c im herk\u00f6mmlichen Sinne, soll es nicht zugehen \u2013 Parkpl\u00e4tze f\u00fcr alle sind nicht vorgesehen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4> Neue Wohnformen<\/h4>\n<p>F\u00fcnfzig Prozent der zu bebauenden Fl\u00e4che wird von den beiden Wohnungsbaugesellschaften belegt werden \u2013 die andere H\u00e4lfte wird an \u201ePrivate\u201c verkauft. F\u00fcr 300 je Quadratmeter Bauland. Mit den Erl\u00f6sen hofft man, die prognostizierten Entwicklungs- und Infrastrukturkosten von 100 Millionen Euro einzuspielen. Bauen auf Ackerland hat halt seinen Preis.<\/p>\n<p>Der klassische soziale Wohnungsbau der 1950er ist pass\u00e9, kl\u00e4rt  Engelbert L\u00fctke Daltrup die Anwesenden auf und schlie\u00dft daraus messerscharf, dass sich die neue Siedlung  den neuen Gegebenheiten anpassen muss.<br \/>\nSo w\u00e4re die klassische Familie mit Vater, Mutter und zwei Kindern heute eine Minderheit, die vielleicht noch 20 Prozent der Wohnungssuchenden ausmache. Stattdessen viele Singles, Alleinerziehende, Senioren oder auch sogenannte Wohntische, zu denen sich Menschen zusammenschlie\u00dfen, die an einem gemeinschaftlichen  generations\u00fcbergreifenden Wohnen interessiert sind. Diese Mischung sei bei der Planung zu beachten.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h4> Mieten nur wenig sozial<\/h4>\n<p>\u201eMischung\u201c ist auch f\u00fcr  GESOBAU Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer J\u00f6rg Franzen wichtig, und so stellt er klar, dass die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften mitnichten nur preiswerte Wohnungen \u2013 also das, was man gemeinhin als \u201ebezahlbaren Wohnraum nennt \u2013 errichten wird.<br \/>\nUm der \u201eGhettobildung\u201c vorzubeugen.<br \/>\n65 Prozent der von HOWOGE und GESOBAU zu erstellenden Wohnungen werden h\u00f6her- oder hochpreisig sein. Bei den privaten Investoren sind es sogar 75 Prozent.<\/p>\n<p>Als jemand wissen will, wer oder was denn unter \u201ePrivat\u201c zu verstehen ist, druckst der Staatsekret\u00e4r erst einmal ein wenig herum. Auf Nachfrage schlie\u00dflich: Ja auch Baugruppen, zehn Prozent vielleicht, und auch Genossenschaften sollen irgendwie dabei sein. In welchem Ma\u00dfe&#8230; &#8211; Schulterzucken. <\/p>\n<p>\u201eUnd der Rest<a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=103074\"> geht an Groth<\/a>?\u201c  fragt daraufhin ein Journalist. Der Staatssekret\u00e4r schaut etwas pikiert. \u201eIch wei\u00df jetzt nicht, was Sie meinen.\u201c <\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<div id=\"attachment_103533\" style=\"width: 680px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/karte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-103533\" src=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/karte.jpg\" alt=\"Das Gebiet des k\u00fcnftigen Stadtteils - Karte: Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung und Umwelt\" width=\"670\" height=\"493\" class=\"size-full wp-image-103533\" srcset=\"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/karte.jpg 800w, https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/karte-300x221.jpg 300w, https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/karte-768x565.jpg 768w, https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/karte-670x493.jpg 670w\" sizes=\"auto, (max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-103533\" class=\"wp-caption-text\">Das Gebiet des k\u00fcnftigen Stadtteils &#8211; Karte: Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung und Umwelt<\/p><\/div><br \/>\n <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span style=\"color: #800000;\"><strong>Weitere Artikel zum Thema:<\/strong><\/span><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=103538 \">Genossenschaften, spendet f\u00fcr die SPD!<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=102177 \">Fl\u00fcchtlingsunterkunfts-Container in der Elisabethaue, Verz\u00f6gerung bei weiteren Standortpr\u00fcfungen<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=102015 \">Elisabethaue: \u201eZwischennutzung\u201c geht dem Ende entgegen<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=87182 \">Elisabethaue: Absichtserkl\u00e4rung  unterzeichnet &#8211; Anrainer protestieren<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=86438 \">Bezirkverordnetenversammlung: Sekt, Sex(ismus) und fehlende Listen<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=85221 \">Bezirksverordnetenversammlung: Ganz gro\u00dfes Kino<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=84141 \">Bezirksverordnetenversammlung: Trecker, Konsens und Millionen?<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=82784 \">Elisabethaue: Wohnungsbau erst in f\u00fcnf Jahren?<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=82633 \">Gro\u00dfprojekt Elisabethaue: Bezirkspolitik hisst die wei\u00dfe Fahne<\/a><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=81646 \">Senat plant 5.000 Wohnungen in der Elisabethaue<\/a><\/h3>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Zwischen der Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung und Umwelt, den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften GESOBAU und HOWOGE sowie der Entwicklungsgesellschaft (EG) Elisabethaue GmbH wurde am Freitag ein &#8222;Grundlagenlagenvertrag&#8220; unterzeichnet. 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