{"id":129242,"date":"2019-11-21T14:34:24","date_gmt":"2019-11-21T13:34:24","guid":{"rendered":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/?p=129242"},"modified":"2021-02-04T14:31:03","modified_gmt":"2021-02-04T13:31:03","slug":"zweitpeinlichster-berliner-2017-bedroht-existenz-von-seniorenbegegnungsstaette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/?p=129242","title":{"rendered":"&#8222;Zweitpeinlichster Berliner 2017&#8220; bedroht Existenz von Seniorenbegegnungsst\u00e4tte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/huse1.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"506\" class=\"alignleft size-full wp-image-129244\" srcset=\"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/huse1.jpg 670w, https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/huse1-300x227.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/p>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Manchmal ist es einfach nur unangenehm, es mit einem \u00f6ffentlich als \u201epeinlich\u201c bekannten Menschen zu tun zu haben. In anderen F\u00e4llen kann das schon mal an die existenzielle Substanz gehen. Zum Beispiel dann, wenn es sich um Andreas Bahe handelt, den das Stadtmagazin TIP wegen dessen &#8222;r\u00fcden Entmietungsstrategien&#8220; 2017 bei seiner Listung der \u201e100 peinlichsten Berliner\u201c<a href=\"https:\/\/www.tip-berlin.de\/die-100-peinlichsten-berliner-2017\/\"> ganz vorn auf Platz 2<\/a> setzte. <\/p>\n<p>Nun bekommen es die Mieter des Hauses Husemannstra\u00dfe 12 mit dem zweitpeinlichsten berliner des Jahres 20127 zu tun. <\/p>\n<p>\u201eBerlin geh\u00f6rt zu Europas attraktivsten Immobilienm\u00e4rkten\u201c schrie<a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/wirtschaft\/immobilien-bayerische-sparkasse-mischt-bei-mieterverdraengung-in-berlin-mit-1.4048536\">b die S\u00fcddeutsche Zeitung im Juli vergangenen Jahres<\/a>,  \u201edie Familie Bahe und ihre Unternehmensgruppe ALW, zu der auch BOW 1 geh\u00f6rt, haben das sehr fr\u00fch f\u00fcr zu nutzen gewusst. Mit Hilfe millionenschwerer Kredite bayerischer Genossenschaftsbanken betreibt die Familie ein Imperium aus mehreren Gesellschaften. Einziger Gesch\u00e4ftszweck: Der Aufkauf von H\u00e4usern in Berlin und die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen.\u201c<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<h4>&#8222;&#8230; dass Sie als Mieter massiv unerw\u00fcnscht sind&#8220;<\/h4>\n<p>TIP berichtete schon 2011 \u00fcber die Gesch\u00e4ftspraktiken von  Andreas Bahe: wie er mit  Abmahnungen, K\u00fcndigungen und  R\u00e4umungsklagen versuchte, die Wohnungen der von ihm gekauften H\u00e4user leer zu bekommen, um sie \u2013  leere Wohnungen sind bedeutend teurer zu verkaufen \u2013 mit H\u00f6chstprofit wieder  loszuschlagen. <\/p>\n<p>Vor zwei Jahren sendete \u201eSpiegel-TV\u201c eine Reportage, in der Bahe im Mittelpunkt steht (siehe unten).Unter anderem wird dort auch aus einem Brief zitiert, den ein Prenzlauer Berger Mieter erhielt: \u201eIch teile Ihnen mit, dass Sie als Mieter massiv unerw\u00fcnscht sind, da wir Ihre Wohnung anderweitig nutzen wollen.\u201c<\/p>\n<p>Doch je r\u00fcder der Unternehmer vorging, desto gr\u00f6\u00dfer wurde der Widerstand der Betroffenen.  <\/p>\n<p>In Kreuzberg<a href=\"https:\/\/www.bizim-kiez.de\/blog\/2018\/07\/25\/alw-bow-fuer-ca-130-mio-euro-steuerfrei-an-deutsche-wohnen-ueber-1-000-betroffene-accentro-entmietung\/\"> organisierten sich Mieter gegen die Verdr\u00e4ngung durch Bahes Unternehmen<\/a> \u2013 und das durchaus mit Erfolg.<br \/>\nMittlerweile hat Andreas Bahe die ALW-Gruppe an die \u2013 \u00dcberraschung! &#8211; Deutsche Wohnen SE\u201c verkauft. Per Share-Deal \u00fcbrigens: Bei dieser Art des Immobilienhandels werden keine Grundst\u00fccke verkauft, sondern Gesch\u00e4ftsanteile der Gesellschaft, die die Immobilien besitzt. Das erspart die Zahlung der Grunderwerbssteuer.<\/p>\n<p>Was aber nicht hei\u00dft, dass Bahe sich aus dem Gesch\u00e4ftsleben zur\u00fcckgezogen h\u00e4tte. Im Mai dieses Jahres erwarb er bei einer Zwangsversteigerung mit seiner Bahe Gbr das Haus Husemannstra\u00dfe 12. Der gezahlte Preis ist unbekannt \u2013 in der Ank\u00fcndigung der Auktion wurde allerdings ein Verkehrswert  8.700.000 Euro angegeben.<\/p>\n<p>Das Haus geh\u00f6rt zu jenen, die vom Ostberliner Magistrat Mitte der 1980er aufwendig saniert wurden. Der Zustand ist dementsprechend annehmbar, doch in der <a href=\"https:\/\/einzelhandelsobjekte.com\/zwangsversteigerungen\/anzeige\/146013\">Versteigerungsank\u00fcndigung ist auch zu lesen<\/a>: &#8222;eine durchgreifende Modernisierung ist bislang noch nicht erfolgt&#8220;. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Antrag auf Aufteilung in Wohneigentum genehmigt &#8211; Bezirksstadtrat ahnungslos<\/h4>\n<p>Auch hier kommt das von ihm bevorzugte Gesch\u00e4ftsmodell zum Tragen: Haus kaufen, in Wohneigentum aufteilen, Miete erh\u00f6hen, Mieter entsorgen.<\/p>\n<p>Wie Mieter der Husemannstra\u00dfe 12 berichten, hat das Bezirksamt am 2. November   dem Antrag der Bahe GbR auf Umwandlung in Wohnungseigentum stattgegeben. Bemerkenswert: Der zust\u00e4ndige Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen) wusste \u2013 am Mittwoch von der Prenzlberger Stimme am Rande der BVV-Sondertagung dazu befragt \u2013 noch nichts. Er wies lediglich darauf hin, dass im Falle der Genehmigung eines solchen Antrages der f\u00fcr sieben Jahre nur an Mieter verkaufen darf. <\/p>\n<p>An anderer Stelle des Bezirksamtes hingegen wurde der von Bahe abgefeuerte Schuss  schon geh\u00f6rt: Sozialstadtr\u00e4tin Rona Tietje (SPD) erhielt von der Anwaltskanzlei (!) Bahes einen Schreiben,  in dem der Mietvertrag f\u00fcr die Begegnungsst\u00e4tte in der Husemannstra\u00dfe 12 gek\u00fcndigt wurde. In ihrem Bericht an den BVV-Sozialausschuss teilte sie dazu mit: <\/p>\n<blockquote><p>Das Sozialamt hat am 04. November eine Ku\u0308ndigung des Mietvertrages fu\u0308r die R\u00e4umlichkeiten der Begegnungsst\u00e4tte in der Husemannstra\u00dfe 12 zum 30.06.2020 erhalten. Mit der Ku\u0308ndigung verbunden war ein Angebot zum Abschluss eines neuen Mietvertrages mit einer Mietsteigerung von u\u0308ber 140 % im Vergleich zu der vorherigen Miete. Dieses Angebot ist fu\u0308r das Bezirksamt nicht akzeptabel. Es werden nun Alternativen gepru\u0308ft. Neben einem Gespr\u00e4ch mit dem Vermieter wird die Verlagerung der Angebote in andere R\u00e4umlichkeiten gepru\u0308ft. Der Beirat der Begegnungsst\u00e4tte wurde u\u0308ber die Ku\u0308ndigung informiert und wird in die weiteren Schritte einbezogen. <\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Mieter hoffen auf Unterst\u00fctzung<\/h4>\n<p>Das Ladenlokal im Erdgeschoss ist Treff- und sozialer Mittelpunkt vieler \u00e4lterer Menschen aus dem Kiez.  Hier kommen sie zusammen, um in <a href=\"https:\/\/www.berliner-woche.de\/prenzlauer-berg\/c-kultur\/alle-waende-voller-frischer-bilder_a194980\">verschiedenen Zirkeln wie Malerei<\/a>, Chorsingen, <a href=\"https:\/\/www.berliner-woche.de\/prenzlauer-berg\/c-kultur\/das-quartett-die-kreuz-und-querdenker-stand-erstmals-auf-der-buehne_a205321\">Theaterspielen zu arbeiten<\/a>, einen Computerkurs zu absolvieren  oder aber auch nur einfach zum geselligen Kl\u00f6nen bei einem Kaffee.  <\/p>\n<p>Sollten die Gespr\u00e4che der Stadtr\u00e4tin erfolglos bleiben, d\u00fcrften Mitte des Jahres in der dort die Lichter ausgehen. Bis Mitte der 90er Jahre war dort \u00fcbrigens noch ein Museum namens \u201eBerliner Arbeiterleben um 1900\u201c  beheimatet&#8230;<\/p>\n<p>Ungekl\u00e4rt ist auch noch die Situation der im Haus befindlichen Kindertagesst\u00e4tte. <\/p>\n<p>Die Mieter &#8211; 24 Mietparteien, die hier teilweise seit mehr als 30 Jahren wohnen &#8211; wollen nicht abwarten, bis ihnen Modernisierungsank\u00fcndigungen und anderes ins Haus flattert. Sie hoffen, dass sich noch ein anderer Eigent\u00fcmer findet, der nicht auf schnellen H\u00f6chstprofit aus ist \u2013 und auf die Hilfe des Bezirksamtes. <\/p>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weiteres zu Andreas Bahe und dessen Unternehmungen <strong><a href=\"https:\/\/www.bizim-kiez.de\/blog\/2018\/07\/25\/alw-bow-fuer-ca-130-mio-euro-steuerfrei-an-deutsche-wohnen-ueber-1-000-betroffene-accentro-entmietung\/\">findet sich hier<\/a><\/strong><br \/>\n <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>Spiegel TV \u00fcber das Gesch\u00e4ftsgebaren von Andreas Bahe<\/h4>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/n-RgvyO_6M8\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><span style=\"color: #800000;\"><strong>Weitere Artikel zum Thema:<\/strong><\/span><\/h3>\n<h3><a href=\"https:\/\/www.prenzlberger-stimme.net\/?p=129480\">Husemannstra\u00dfe 12: Advent mit Millij\u00f6h-Waffeln und unsicherer Zukunft<\/a><\/h3>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Manchmal ist es einfach nur unangenehm, es mit einem \u00f6ffentlich als \u201epeinlich\u201c bekannten Menschen zu tun zu haben. In anderen F\u00e4llen kann das schon mal an die existenzielle Substanz gehen. Zum Beispiel dann, wenn es sich um Andreas Bahe handelt, den das Stadtmagazin TIP wegen dessen &#8222;r\u00fcden Entmietungsstrategien&#8220; 2017 bei seiner Listung der \u201e100 [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":129244,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[27],"tags":[4921,4924,4926,128,2863,4922,4923,2573,40,2651,3170,1689,1906,3498,4925],"class_list":["post-129242","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bauenwohnen","tag-andreas-bahe","tag-aufteilung","tag-begegnungsstaette","tag-bezirksamt","tag-gentrifizierung","tag-husemannstrasse","tag-husemannstrasse-12","tag-mieterhoehung","tag-prenzlauer-berg","tag-rona-tietje","tag-spekulation","tag-top","tag-verdraengung","tag-vollrad-kuhn","tag-wohneigentum"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/129242","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=129242"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/129242\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/129244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=129242"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=129242"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=129242"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}