{"id":131024,"date":"2020-09-29T15:51:19","date_gmt":"2020-09-29T13:51:19","guid":{"rendered":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/?p=131024"},"modified":"2021-02-05T10:02:29","modified_gmt":"2021-02-05T09:02:29","slug":"thaelmanndenkmal-schlagpoetische-evozierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/?p=131024","title":{"rendered":"Th\u00e4lmanndenkmal: Schlagpoetische Evozierung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/thaelmann-im-Park-2a.jpg\" alt=\"\" width=\"670\" height=\"457\" class=\"alignleft size-full wp-image-131025\" srcset=\"https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/thaelmann-im-Park-2a.jpg 670w, https:\/\/prenzlberger-stimme.net\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/thaelmann-im-Park-2a-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 670px) 100vw, 670px\" \/><\/p>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Die Empfehlung der Jury zur Realisierung der Kommentierung des Th\u00e4lmann-Denkmals an der Greifswalder Stra\u00dfe erhielt die Bewerbung der Berliner K\u00fcnstlerin Betina Kuntzsch, die  gro\u00dfbuchstabig mit \u201eVOM SOCKEL DENKEN\u201c betitelt ist. Also die Bewerbung, nicht die K\u00fcnstlerin.<br \/>\nSo \u00e4hnlich, wie der Titel klingt, ist auch dann auch die Begr\u00fcndung der Juroren. Nur eben noch viel schlimmer.<\/em> <\/strong><br \/>\n&nbsp;<br \/>\nDer Entwurf sieht  vor, auf dem Denkmalplatz f\u00fcnf farbige Betonelemente zu platzieren, die die Form des th\u00e4lmannschen Denkmalssockels haben \u2013 allerdings in Klein.  Sie sollen die \u201estrenge Struktur des Platzes auflockern, und Besucher zum Verweilen einladen.\u201c  <\/p>\n<p>Steinbl\u00f6cke zum hinsetzen \u2013 eine wirklich innovative Idee.<\/p>\n<p>Und es wird noch innovativer: Die Quader sollen nicht nur klein und bunt, sondern auch beschriftet sein \u2013 und zwar mit \u201epoetischen Schlagw\u00f6rtern\u201c. Denn mit  Schlagwortpoesie werden \u201einhaltliche Bez\u00fcge zum Denkmal und seinen historischen Hintergr\u00fcnden hergestellt und ein Interesse geweckt, sich mit dem Ort intensiver auseinanderzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>Hat man sich dann auf die Steinbl\u00f6cke hin- und mit der Schlagwortpoesie auseinandergesetzt, geht ein Vorhang auf und ein Film beginnt. Oder viele Filme.<\/p>\n<p>Denn neben den bunten, schlagpoetisch benamsten Sitzquadern sollen  \u201esowohl k\u00fcnstlerisch als auch inhaltlich \u00fcberzeugende Filmessays, welche die Thematik aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, die verschiedenen historischen Betrachtungsweisen w\u00fcrdigen und zugleich einen Gegenwartsbezug herstellen.\u201c<\/p>\n<p>K\u00fcnstlerisch  u n d   inhaltlich \u00fcberzeugend ist immer gut. Vor allem dann, wenn beleuchtet und gew\u00fcrdigt wird. Und zwar nicht mit dem Bett- sondern dem Gegenwartsbezug. Fr\u00fcher hatte man f\u00fcr die Beleuchtung Lampen \u2013 aber das ist ja keine Kunst.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Das ausgew\u00e4hlte Projekt, l\u00e4sst uns die Jury weiter wissen,  \u201ezeichnet sich durch \u00fcberzeugende Beispiele einer filmischen Ann\u00e4herung an die Themen, die das Denkmal evozieren, aus.\u201c Wer wollte nicht schon mal dabei sein, wenn ein Denkmal evoziert?  Vor allem bei einer filmischen Ann\u00e4herung mit \u00fcberzeugenden Beispielen?<\/p>\n<p>\u201eDie Bandbreite der Filmbeitr\u00e4ge ist sehr gro\u00df\u201c &#8211; was irgendwie beruhigt.  Denn eine kleine Filmbreite der Bandbeitr\u00e4ge w\u00e4re schlimmer: Nie h\u00e4tte darauf die \u201eGeschichte des Areals, \u00fcber den umstrittenen Abriss der Gasometer und alternative Nutzungsformen bis zur Denkmalsetzung 1986, von der historischen Person Ernst Th\u00e4lmann bis zur Kulturfigur in der DDR\u201c Platz gehabt. Vom  \u201eindividuell-assoziativen und alltagsgeschichtlichen Zugang zu den Themen\u201c ganz zu schweigen.  <\/p>\n<p>So aber konnte die Auswahlkommission feststellen:<\/p>\n<p><em> \u201eDie beinhalteten Themen erwarteten den Gegenstand des Denkmals vor dem Hintergrund der historisch-k\u00fcnstlerischen Durchdringung wesentlicher Elemente des Wohngebiets in der zeitgeschichtlichen  Auseinandersetzung mit dem historischen Park.\u201c<\/em><\/p>\n<p>\u00c4h&#8230;  nein \u2013 pardon!<\/p>\n<p><em>\u201eDie durchdringenden Elemente der zeitgeschichtlich-k\u00fcnstlerischen Auseinandersetzung mit dem erwarteten historischen Denkmal vor dem Hintergrund des Parks&#8230;\u201c <\/em><br \/>\n Nee, auch nicht.<\/p>\n<p><em>\u201eDie thematische Durchdringung der wesentlichen k\u00fcnstlerisch-filmischen Auseinandersetzung mit dem erwarteten zeitgeschichtlich elementaren Gegenstand&#8230;\u201c<\/em> &#8211; Quatsch!<\/p>\n<p><em>\u201eDer elementare Gegenstand des inhaltlichen Themas erwartet das Denkmal in k\u00fcnstlerisch-zeitgeschichtlicher Durchdringung der Historie mit filmischen&#8230;\u201c<\/em><br \/>\nHerrgottnochmal, nein!!!<\/p>\n<p><em>\u201eDie k\u00fcnstlerisch-filmische Durchdringung der Themen beinhaltet wesentliche Elemente der erwarteten Auseinandersetzung mit dem historischen Gegenstand, dem Park, dem Wohngebiet, dem Denkmal und den zeitgeschichtlichen Hintergr\u00fcnden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Oder so \u00e4hnlich. <\/p>\n<p>Was letztlich aber auch egal ist. Hauptsache, das Denkmal evoziert. Und nicht irgendwie, sondern individuell-assoziativ.<\/p>\n<p> <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Empfehlung der Jury zur Realisierung der Kommentierung des Th\u00e4lmann-Denkmals an der Greifswalder Stra\u00dfe erhielt die Bewerbung der Berliner K\u00fcnstlerin Betina Kuntzsch, die gro\u00dfbuchstabig mit \u201eVOM SOCKEL DENKEN\u201c betitelt ist. Also die Bewerbung, nicht die K\u00fcnstlerin. So \u00e4hnlich, wie der Titel klingt, ist auch dann auch die Begr\u00fcndung der Juroren. 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