Die Übernahme des Amtes treffe ihn unvorbereitet, erklärte Ronald Rüdiger in seiner Antrittsrede als Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Der Sozialdemokrat wurde am Mittwoch auf einer Sondersitzung des Bezirksparlaments zum Nachfolger der wegen Umzug ins Land Brandenburg aus der BVV ausgeschiedenen Vorsteherin Sabine Röhrbein gewählt. Nach dem Berliner Wahlgesetz erlischt ein BVV-Mandat bei einem Wonsitzwechsel außerhalb Berlins.
Der 1971 geborene Kommunalpolitiker ist seit 2006 Bezirksverordneter und war Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Sei 2013 ist er Mitarbeiter des Pankower Bundestagsabgeordneten Klaus Mindrup.
Ganz so überraschend wie von ihm behauptet dürften Rüdiger Nominierung und Wahl dann aber doch nicht getroffen haben. Schließlich hatte sich seine Vorgängerin nach eigenen Angaben bereits im Sommer dafür entschieden, ins brandenburgische zu ziehen. Die Vakanz des Postens war also innerhalb der SPD-Fraktion monatelang bekannt. So könnte Rüdigers Äußerung höchstens darauf hindeuten, dass die Fraktion Probleme hatte, einen anderen Röhrbein-Nachfolger zu finden.
Der mögliche Mangel an geeignetem Personal würde allerdings erklären, warum Sabine Röhrbein auch nach erfolgtem Umzug noch weiter amtierte. Erst nach einer Veröffentlichung der Prenzlberger Stimme sahen sich die ehemalige Vorsteherin und ihre Fraktion genötigt, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.
Bewegter Abschied
Eigentlich, so erklärte die scheidende Kommunalpolitikerin sichtlich bewegt in ihrer Abschiedsrede, hatte sie vorgehabt, ihr Amt die gesamte Legislaturperiode lang auszuüben. Aber das Leben halte eben immer mal wieder Überraschungen bereit. So sei es auch gewesen, als sie sich mit ihrer Lebenspartnerin entschossen hatte, jenseits der Berliner Stadtgrenze zu ziehen. Sabine Röhrbein, die der BVV vier Jahre lang mit souveräner Gelassenheit vorstand, dankte den Bezirksverordneten für die jahrelange faire Zusammenarbeit. Besonders hob sie dabei die Arbeit am Haushalt 2016/2 017 hervor.
Der Dank schloss auch die Mitarbeiterinnen des BVV-Büros mit ein, ohne die „wohl keiner auch nur eine einzige Geburtstagskarte bekommen hätte.“ Sabine Röhrbein wird trotz ihres Umzuges Mitglied im Pankower Kreisverband der SPD bleiben.





