Ingrid Goltzsche-Schwarz zum 80.

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Mit Radierungen, Algraphien und Linolschnitten von Ingrid Goltzsche-Schwarz präsentiert die 93. Ausstellung des Druckgraphik-Ateliers zum 80. Geburtstag (am 16.06.1936), der am 30. Juli 1992 in Berlin mit nur 56 Jahren verstorbenen, zu früh aus ihrem schaffensvollen Leben gerissenen Malerin und Graphikerin, eine kleine gedenkende Druckgraphik-Werkauswahl.

Ingrid Goltzsche-Schwarz war ausgebildete Chemigraphin und studierte Buchhändlerin, und – wie man so sagt –Autodidaktin ohne akademisch-künstlerische Ausbildung. Mit 15 Jahren, 1951 begann sie den Zeichenunterricht bei Eberhard. Tacke, seit 1960 dann bei Dieter Goltzsche, den sie ein Jahr später heiratete.
Mit ihm und Charlotte E. Pauly hatte sie anregende sowie fordernde Lehrer zur Seite und ihr Gestaltungs­drang und ihr höchst kultiviertes Farbempfinden ließ ein anerkanntes reiches Gesamtwerk von zirka 5.000 Arbeiten voll malerischer, zeichnerischer und druckgraphischer Virtuosität entstehen. Ihre Arbeiten waren seit 1974 auf nationalen wie internationalen Ausstellungen und sind in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten.

Ihre Sujets waren der Mensch, Tier, Landschaft – bevorzugt der Darß – und Stillleben, sowie Arbeiten zu literarischen Vorlagen und zur Musik. Manchmal sind die Motive von einem natürlich-unbefangenen Empfinden geprägt, erarbeitet wurden sie dennoch in einer eher herben Bildsprache. In den letzten zehn Jahren ihres Lebens kam Ingrid Goltzsche-Schwarz zu immer reduzierteren Formen.

„Die Grundformen der Bildgegenstände sind großzügig angelegt, während innerhalb der Konturen, von aneinandergrenzenden Farbflächen oder Strichelun­gen, weniger von Umrißlinien gebildet, Schraffuren verschiedenster Form ein häufig dynamisches, erregtes Eigenleben führen. Eben daraus ergibt sich wohl auch die Spannung ihrer Blätter, egal, welchen Formats sie sind und welcher Technik sie zu­gehören.“ (Ada Raev, 1992) So war die Technik der Algraphie für sie eine besonders ideale für das Leichte, Melodische, Impressive.

Trotz teilweiser Melancholie ist dann da wieder ein verspielter, heiterer Sinn. Bei der Radierung „Stilleben – Fenster, 1978“ möchte man glauben sie hätte sich an Matisses Stillleben berauscht. Stille Akte vor Schloß oder am Meer sprechen von zeitloser Schönheit, das Pferd wird zum Symbol für Freiheit, aber auch für die Möglichkeit eines harmonischen Daseins von Mensch und Natur.

Ende der siebziger Jahre entdeckte Ingrid Goltzsche-Schwarz den Farblinolschnitt für sich, perfektionierte ihn und fand in der Technik des „verlorenen Schnittes“ eine ihr gemäße eigenwillige künstlerische Ausdrucksform.

Für ihre Graphiken erhielt die Künstlerin mehrere Preise.

1997 war die letzte Ausstellung „Hommage à Ingrid Goltzsche-Schwarz – Farblinolschnitte, Aquarelle und Radie­rungen“ im „Haus am Myliusgarten“, Berlin-Friedrichshagen, unter Federführung des Kulturamtes Berlin-Köpenick, welches dazu einen Katalog herausgab und in dessen Artothek der Nachlaß aufbewahrt wird, zu sehen. Der Artothek und weiteren Leihgebern danken wir für die Kooperation und die Zur-Verfügungstellung der Arbeiten.
 

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Ingrid Goltzsche-Schwarz (1936-1992) zum 80. Geburtstag
Radierungen, Algraphien und Linolschnitte

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Ausstellungszeitraum: 09. April – 24. Mai 2016

Vernissage: Sonnabend, 09. April 2016, 17-20 Uhr

Laudatio: Prof. Dr. Ada Raev, Kunsthistorikerin, Berlin/Bamberg

Musik: Axel Gresch, Gitarre, spielt Klassik und Chansons
 

Druckgraphik-Atelier . Edition keller-druck, Dietrich-Bonhoeffer-Straße 3, 10407 Berlin


 
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