Der in Prenzlauer Berg gelegene Pankower Wahlkreis 8 wurde bei den vorangegangenen stets von den Grünen gewonnen, die Kandidaten der SPD blieben dort immer nur zweiter Sieger. Auch bei der Wahl 2011 ging der damalige grüne Fraktionsvorsitzende Volker Ratzmann mit 3,5 Prozent Vorsprung vor seinem sozialdemokratischen Konkurrenten Severin Höhmann als Sieger durchs Ziel.
Nachdem sich Ratzmann bei den Sondierungsgesprächen für eine rotgrüne Koalition vom damaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit ein Abfuhr holte, trat er von allen politischen Ämtern zurück.
Severin Höhmann aber, der auch den Einzug in das Abgeordnetenhaus über die Bezirksliste nur knapp verpasste, begab sich anstehenden Wahl erneut in die Startlöcher. Sein grüner Gegenpart ist nun der ehemalige bündnisgrüne Landesvorsitzende Stefan Gelbhaar, der den Wahlkreis nach dem Rücktritt Ratzmanns grünerseits betreut.
Dass es für ihn – nicht zuletzt auch wegen der miesen Umfragewerte für die SPD – schwer werden dürfte, an dem grünen Kandidaten vorbeizuziehen, weiß auch Severin Höhmann. Also schlägt er einen Deal vor.
In einem Brief an die (grünen) Wähler seines Wahlkreises – der auch als eine Art Werbezettel an ein paar Laternenpfähle im Winskiez angebracht wurde – schreibt Höhmann:
Jede Erststimme für mich ist eine Stimme für einen rot-grünen Neuanfang in Berlin! Mein Gegenkandidat von den Grünen ist mit einem sicheren Listenplatz wieder im Parlament, er braucht Ihre Stimme nicht. Aber ich kann nur dann Politik für unseren Kiez machen, wenn Sie mich hier wählen.
Die Idee ist nicht neu. Bei den Wahlen vor fünf Jahren hatte der als im Wahlkreis 6 antretende SPD-Kandidat Roland Schröder ein ähnliches Ansinnen an die Wähler gerichtet. Goutiert wurde es nicht, der bündnisgrüne Andreas Otto gewann souverän. Im Nachhinein wurde Schröder dieses Schreiben sogar als Schwäche angerechnet.
Stefan Gelbhaar hat sich – ebensowenig wie damals sein Parteikollege Anndreas Otto – zu diesem Aufruf nicht geäußert. Stattdessen kam eine Reaktion aus einer völlig anderen Richtung.
CDU-Kandidatin Christina Henke, die schon zuvor mit neckischen Plakatsprüchen Aufmerksamkeit erregte („Klar kannst du mein Plakat wieder reißen, aber dann bist du halt Kacke“), ließ umgehend Zettel mit einer eigenen Botschaft drucken, die sie neben Höhmanns Stimmen-Werbung platzierte:

Da hatte der Rot-Grün-Befürworter Severin Höhmann wohl eine Vorlage gegeben, die er so gar nicht treten wollte… .





Deine Leserin
Sep. 08. 2016
Odk, den Artikel hast Du wirklich selbst geschrieben? Wow, warum nicht immer so? Du kannst es doch!
von ODK
Sep. 08. 2016
Weil ich die Abwechslung liebe… 😀