Die AfD, als vermeintlicher Tiger gestartet, nimmt während ihrer rasanten Talfahrt immer mehr die Gestalt eines Bettvorlegers an.
Das gilt auch für den Pankower Ableger der Rechtsnationalisten – Versagen auf auf der ganzen Linie: Das Aufstellen und und monatelange Festhalten an einen Stadtratskandidaten, der sich von Niederlage zu Niederlage immer mehr als unfreiwillige Ulknudel entpuppte. Dann als Notanker ein CDU-Überläufer, der dieser Partei aber lieber doch nicht beitreten will. Und schaut man sich die Arbeit der achtköpfigen AfD-Fraktion in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung an: Ein einziger Sachantrag innerhalb von sieben Monaten. Zum Vergleich: Die CDU, die ebenfalls mit acht Bezirksverordneten in der BVV vertreten ist, hat in der selben Zeit bereits rund dreißig Sachanträge eingebracht, mit denen sie die Bezirkspolitik aktiv mitgestaltet.
Da, wo es an Sachkompetenz und politischen Mitgestaltungswillen fehlt, muss die Aufmerksamkeit auf anderen Wegen hergestellt werden. Am besten, wenn man sich als Opfer geriert. Mitleidsbonus funktioniert fast immer.
Was gibt es harmloseres, als ein Familienfest?
Die erhofften Bilder nicht erhalten
Doch schon die Wahl des Ortes sollte provozieren: Jene Wiese im Bürgerpark, auf der die SPD seit 1990 ihr Maifest abhält, musste es sein.
Und dann natürlich der 1. Mai, an dem doch immer wieder von gewalttätigen Ausschreitungen die Rede ist.
Wie schön, mochten sich die Pankower AfDler gedacht haben, würden sich Berichte von bösen Schwarzvermummten machen, die ihre Messer in die friedliche vor sich hin wackelnde Hüpfburg stoßen. Dazu: Bilder und Videos von weinenden Kindern und die schreckensverzerrten Gesichter ihrer Mütter. Und die arglose AfD als Opfer militanter Gewalttäter.
Auch das hat nicht funktioniert.
Zwischen fünfhundert und sechshundert Demonstranten waren vor Ort erschienen, um ihren Unmut über die Rechtsnationalisten zu artikulieren. Ebenso deutlich, wie gewaltfrei.
Mit dabei auch der 81jährige Pankower SPD-Veteran Helmut Hampel, der vor 27 Jahren zu den Organisatore des ersten Festes auf dieser Wiese gehörte.
bemerkenswerter Nebeneffekt: Nach der Kundgebung fanden sich viele der Demonstranten beim benachbarten Maifest der Pankower SPD ein, das einen Zuspruch wie selten vor verzeichnen konnte.
Politikunfähig und propagandaunfähig – die AfD hat in Pankow die Bettvorlegerhöhe bereits erreicht.














Fritz Bocks
Mai 02. 2017
Das in unserer realexistierenden Demokratie 300 Polizisten die AfD-Veranstaltung vor 500 gewaltbereiten Antifas schützen mußten, die bereits Tage vorher mobilisiert hatten, erwähnt die journalistische Lachnummer Kampmann nicht.
von ODK
Mai 02. 2017
Mit Verlaub, ich kann nur über das berichten, was ich vorfinde. „500 gewaltbereiten Antifas“ waren – wie auch auf den Bildern zu erkennen – wohl in der Phantasie des einen oder anderen wünschenswert, vor Ort aber eben nicht vorzufinden. Selbst der sonst so kämpferische, fast 81jährige Pankower SPD-Veteran Helmut Hampel ließ seine Faust in der Tasche.
Die AfD-Vertanstaltung war auf Provokation angelegt. Es hatte nicht funktioniert. Gut so. Oder hätten Sie sich anderes gewünscht…?
Webi
Mai 02. 2017
Dümmer kann nicht berichtet werden.
Ein Volksfest der AFD, dass so legitim ist wie das der anderen Parteien und aussenrum die Antifa die sich in Ihren Entglasungsaktionen sonnt. Also eigentlich auch komplette Antidemokraten und nicht Antifa. Die wenigsten an den Ständen der SPD haben etwas mit der SDP aus DDR Zeiten zu tun, kommen aus dem Schwabenländle und haben grad als Partei nichts mehr mit ihren Namen gemein.
Werk
Mai 03. 2017
Zu dieser Demokratie gehört ja auch die Meinungsfreiheit und Demonstrationsfreiheit. Also gehen diese Menschen eben in den Park und sagen den AfD Leute mal, dass sie sie kacke finden. ist auch Teil der Demokratie. Also was willst du? Die Polizei hat ja übrigens niemand eingeladen. Die sind auch Teil dieser tollen Demokratie….
Tom
Mai 03. 2017
Wenn die Antifa in Berlin 500 Mitglieder hat, sollte mich das doch sehr wundern. Und woher die Gewissheit, dass die auch noch gewaltbereit sind?
Zur Info, nicht jeder der die AfD nicht gut findet ist bei der Antifa oder gewaltbereit. In der Regel sind diese Leute einfach nur Demokraten und die übergroße Mehrheit unserer Gesellschaft.
Enny Kilk
Mai 04. 2017
Wie kommt man zu dieser Märchenstunde? Bin einigermaßen erstaunt, solchen ‚Journalismus‘ hier zu lesen und anzuschauen.
„Wie schön, mochten sich die Pankower AfDler gedacht haben, würden sich Berichte von bösen Schwarzvermummten machen, die ihre Messer in die friedliche vor sich hin wackelnde Hüpfburg stoßen. Dazu: Bilder und Videos von weinenden Kindern und die schreckensverzerrten Gesichter ihrer Mütter. Und die arglose AfD als Opfer militanter Gewalttäter.“
Wer was von der AfD sagte, wird nicht geschrieben, man weiß ja sowieso, was ’solche‘ Leute denken?
Die Anzahl ‚der Demonstranten‘ wird genannt. Die Anzahl der AfD-‚Familienfest‘-Besucher anhand eines Bildes mit knapp 10 Personen dargestellt. Erinnert an ‚Schummeln mit Grafik‘ bei der Darstellung statistischer Zahlen.
Und dann wird einer Partei vorgeworfen, dass sie sich wie all die anderen verhält: sie veranstaltet ein Fest. OGottOGott.
Wenn man der AfD mit solchen ‚Artikeln‘ begegnet, ist es ja kein Wunder, wenn sie noch weiterhin Zulauf erhalten oder stabil bleiben.
MannMann ist das peinlich.
von ODK
Mai 04. 2017
Am Eingang zur AfD-Veranstaltung.
Polizist: „Sind Sie AfD-Mitglied?“
ODK: „Ähhh…- nein.“
Polizist: „Dann kann ich Sie hier nicht reinlassen.“
Gern hätte ich natürlich auch die Veranstaltung des AfD besucht, um mir vor Ort ein Bild zu machen. Aber leider… – siehe oben. Wenn es mir nicht möglich ist, vor Ort nachzuschauen, wieviel Menschen sich da befinden, kann ich leider auch keine Zahlen nennen. Oder fänden Sie es seriös, die Besucherzahl auszuwürfeln? Na sehnse…
Und so ist dann eben nur ein Foto aus der Ferne möglich. Ein Foto ist – Sie werden das wissen – eine Momentaufnahme. Hätte ich es weglassen sollen? Da wurde nichts geschummelt. Es wurde auch nicht gesagt ooch, nur so wenig. Sie unterstellen da etwas, was nicht da ist.
Enny Kilk
Mai 05. 2017
Sehr geehrte(r) ODK,
danke für die Antwort.
Wieso steht dies nicht in ihrem ‚Bericht‘.
Stattdessen tun sie so, als könnten sie Gedankenlesen.
Journalismus sieht anders aus.
Waren Sie auf einer Journalistenschule? Eine ernst gemeinte Frage und soll keinen negativen Unterton geben, sondern auf die journalistische Pflicht und Ethik verweisen, die, wie ich hoffe, an den dortigen Seminaren noch immer gelehrt wird.