Nein, es nicht wirklich angenehm, die Storkower Straße zwischen der Kniprodestraße und der Landsberger Allee auf dem Fahrrad zu passieren. Zwar sind beidseitig der ausladenden Fahrbahn zwischen Bordsteinkante und Laternenpfählen Radwege angelegt, aber die sind nicht nur eng, sondern auch holprig.
An den Ausfahrten – etwa von der Tankstelle oder aus dem Gewerbegebiet – wird man als Radler von den Autofahrern gern schon mal übersehen. Problematisch ist auch das Linksabbiegen in das Gewerbegebiet von dem auf dem Bürgersteig befindlichen Holperradweg nicht möglich ist – also schlängeln sich viele Radfahrer irgendwie über die Fahrbahn auf die andere Straßenseite.
Da der Senat erhebliche Mittel zur Sanierung und Umgestaltung bestehender Radverkehrsinfrastruktur in den Haushalt eingestellt hat, wollte der Pankower SPD-Bezirksverordnete Mike Szidat in einer an das Bezirksamt gerichteten Kleinen Anfrage wissen, ob die Bezirksverwaltung möglicherweise schon daran gedacht hat, entsprechende Gelder zur Sanierung der Holperpiste zu beantragen.
Nein, antwortete der zuständige Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn, denn: „Der Radweg entspricht nicht den Anforderungen an eine Radverkehrsanlage, weil die erforderliche Breite nicht vorhanden ist. Auch der Sicherheitsabstand zum ruhenden Verkehr ist nicht gewährleistet.“ Was meint, dass der Radweg zu nah an sich plötzlich öffnenden Autotüren platziert ist.
Radspur auf der Fahrbahn ist sicherer
Mit einer Sanierung des Radweges, so der Stadtrat weiter, können diese Mängel nicht behoben werden. Dazu wäre „eine komplette Umgestaltung des Seitenraumes der Storkower Straße erforderlich.“ Das könne man nicht aus Mitteln finanzieren, die lediglich für die Radwegerneuerung vorgesehen sind.
Stadtrat Kuhn stimmte dem Bezirksverordneten aber zu, dass anstelle des Radweges eine Radspur auf dem Fahrdamm möglich sei, der sogar „die Verkehrssicherheit für den Fahrradverkehr in der Storkower Straße entscheidend verbessern“ würde. Auch dafür könne man beim Senat Geld abrufen.
Allerdings sei auch hier „eine komplette Umplanung des Seitenraumes, unter Berücksichtigung des ruhenden Verkehrs und des Fahrbahnzustandes, im Bereich des zukünftigen Radfahrstreifens“ nötig.
Mit der Planung könnte in Abhängigkeit von der Personalsituation im Straßen- und Grünflächenamt – da sind nach wie vor zwei Stellen zur Fahrradplanung zu besetzen – frühestens 2018 begonnen werden. Die Umsetzung der Planung – sprich die Markierung der Radspur – wäre dann frühestens 2019/2020 möglich.
So lange wollte die SPD-Fraktion dann doch nicht warten und brachte auf der letzten BVV-Tagung einen Antrag mit dem „Ersuchen“ an das Bezirksamt ein, mit den Planungen doch alsbald zu beginnen – zumal ja die Finanzierung über die entsprechenden Haushaltstitel im Senatsbudget gesichert scheint. Allerdings wurde dieser Antrag erst einmal nicht angenommen, sondern zur weiteren Beratung in den Verkehrsausschuss überwiesen.
So wird sich wohl in der Storkower Straße – rein radfahrtechnisch gesehen – bis 2020 tatsächlich nichts Wesentliches ändern.
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Netzwerk Fahrradfreundliches Pankow via Facebook
Okt. 09. 2017
… wir danken Dir 😀
Mike Sa via Facebook
Okt. 09. 2017
Ist das EUER Ernst ? – wegen 2 fehlender Arbeitsstellen riskiert man verletzte Fahrradfahrer?
Maik Sänger via Facebook
Okt. 09. 2017
Kann man auch als Quereinsteiger bei der Verkehrsplanung arbeiten oder nur mit Studium?
Dürfte ja in fast allen Bezirken freie Stellen geben.
Rik Shaw via Facebook
Okt. 09. 2017
Wahrscheinlich bist Du Überqualifiziert 😉
Rik Shaw via Facebook
Okt. 09. 2017
…also wenn Du lesen und schreiben kanst …
Maik Sänger via Facebook
Okt. 09. 2017
Das Problem wird eher die Macht der Gewohnheit sein. Das Auto ist so tief in vielen Köpfen verankert, weil es ja auch mehr Steuern einbringt, wenn man nur kurzfristig planen kann. Denn Planung und Umsetzung dauert… Leider zu lange!
Markus Schmidt via Facebook
Okt. 09. 2017
Maik Sänger Das KFZ bringt mehr Steuern als ein Fahrrad, verschlingt jedoch auch ein vielfaches mehr an Kosten. Und ich brauche dir sicherlich nicht erzählen, dass die Kosten die Einnahmen übertreffen. Außerdem ein einfaches Beispiel: 1m Fahrbahn für 2 Spuren kostet um die 45-65Euro. Für das Geld bekommt man 3 bis 5 mal so viel Radweg. Was ist also effizienter? Das sollte doch selbst so ein Verwaltungsfachwirt verstehen können. Die Politik will es nunmal einfach nicht, weil sie von der Autoindustrie geschmiert wird. Mit Politik meine ich sowohl Union als auch SPD, mindestens.
Maik Sänger via Facebook
Okt. 09. 2017
Stimme Dir voll und ganz zu.
Ich radle privat wie beruflich so viel es geht.
Christian Kern via Facebook
Okt. 09. 2017
so geht das also . Sanieren ist nich weil ein kompletter Umbau her muss und der wird natürlich nicht bewilligt weil viel zu aufwendig. Die Danziger Straße bekommt keinen Radweg weil theoretisch nur deswegen die gesamte Straße umgebaut werden muss und die Ampelschaltung neu konzipiert werden muss, wurde auch wegen des Aufwands zur Seite gelegt . Allerdings…. den Radweg auf der Schönhauser Allee wurde komplett Saniert obwohl er immer noch nicht den Anforderungen entspricht … der hat Millionen gekostet.
Maik Sänger via Facebook
Okt. 09. 2017
Verstehe wer wolle.
Lucas Baade via Facebook
Okt. 09. 2017
Maik Sänger ich mach da schon Druck. Der Radweg ist nicht benutzungspflichtig, ich fahre da immer entspannt auf der Straße. 😀
Gdjnssn Hlynr via Facebook
Okt. 09. 2017
Dito.
Maik Sänger via Facebook
Okt. 09. 2017
Ebenso aber politisch muss mehr passieren!
Julia Fertig via Facebook
Okt. 09. 2017
Lucas Baade bitte geht doch nicht immer von euch selbst aus. Frage an jedwede Radinfrastruktur muss immer sein: „würde ich mein zehnjähriges Kind entspannt da langradeln lassen?“ DAS ist der Maßstab!
Lucas Baade via Facebook
Okt. 09. 2017
Julia Fertig es war ja auch als Antwort an Maik gedacht. Und Maik war der Meinung es müsse mehr „Druck“ ausgeübt werden. Ich verstehe jeden, der nicht auf der Straße fahren will. Da ich aber mit 30km/h keinen auf dem Radweg überholen will und kann, fahre ich auf der Straße.
Maik Sänger via Facebook
Okt. 09. 2017
Ich auch aber wir sind nicht der Maßstab.
Ronny Radke via Facebook
Okt. 10. 2017
Lucas Baade und Maik Sänger, ihr seid – wie andere auch in Berlin – Pioniere. Ohne euch würde es nicht zum Normalfall werden, dass mit dem Rad auf der Fahrbahn gefahren wird. Irgendwann trauen sich dann auch weitere dort mit dem Rad zu fahren. Irgendwann hat man dann einen kritischen Punkt überschritten und es ist ganz normal, dass alle mit dem Rad auf der Fahrbahn fahren – auch die 10-jährigen Kinder.. Man kann das auch in anderen Städten sehen. Manchmal dauert es allerdings.
Ullrich Shweitzer via Facebook
Okt. 09. 2017
Hab grad mit dem BA telefoniert, es fehlen nicht nur 2 von insgesamt 2 Planern sondern auch noch 2 zusätzliche Sachbearbeiter für Radinfra sachen. Der Mitarbeiter hat sich beklagt, da sein Pensum durch die monatelange Krankschreibung 2 seiner Kollegen, die wegen Überlastung zum Burnout gefunden haben, gestiegen ist.
Maik Sänger via Facebook
Okt. 09. 2017
Quereinsteiger willkommen?
Ullrich Shweitzer via Facebook
Okt. 09. 2017
war auch meine Idee
Hein Stanisław Pankow via Facebook
Okt. 09. 2017
ich weiß, es ist nicht mehr opportun, radfahren ohne radweg für machbar zu halten. trotzdem: der schrott ist nicht benutzungspflichtig!
Björn Schröder via Facebook
Okt. 09. 2017
eben….wer solche Buckelpisten nutzt , is selber schuld.
Marco Preuß via Facebook
Okt. 09. 2017
Immer nur Radwege, der Fussweg daneben, ist in einem viel schlimmeren zustand, vllt sollte man sich darum auch mal kümmern.
Susann Blickensdorff via Facebook
Okt. 10. 2017
Und dafür ist der Autoverkehr in der Knipprodestraße jetzt einspurig und hat eine breite Radspur auf Kosten der 2. Autospur – neben dem breiten Fußgängerweg, der ja nun dort – insbesondere von den vielen Touristenströmen so verrückt voller Fußgänger ist – Danke Vollrad Kuhn
Jakob Maria Mierscheid
Okt. 12. 2017
Auch breitere Radwege können problematisch sein.
Man stelle sich beispielsweise vor, ein Torkelradler auf dem Rückweg vom Frühschoppen setzt zu einem überraschenden Schlenker an während sich ein eiliger Politiker von hinten nähert und überholen will.
Dann ist die Katastrophe vorprogrammiert, dem Torkelradler droht der Sturz in die Rabatten.
Tom Kanzowski via Facebook
Okt. 12. 2017
Auf die Straße! Wenn du dich nicht traust, frag andere, ob sie mit dir im Konvoi fahren!!!