AfD-Abgeordneter Ronald Gläser findet „Antifaneutralisator“ „toll“

 

 

Nachdem die Prenzlberger Stimme bereits am vergangenen Freitag ein Foto des Vorsitzenden der AfD-Fraktion in der Pankower Bezirksverordnetenversammlung (BVV) veröffentlichte, auf dem Wirtensohn mit einem Schnellfeuergewehr posiert, das mit „Antifaneutralisator :-)“ unterschrieben war, ist jetzt ein weiteres Bild Wirtensohns in der selben Pose aufgetaucht. Das allerdings ist mit einem Dialog versehen, den Wirtensohn mit dem Pankower AfD-Angeordneten Ronald Gläser führt.

Auf Wirtensohns „Antifaneutralisator“ antwortet Gläser „Haben will“ und „Toll“. Wirtensohn daraufhin: „Habe Sammelbestellung aufgenommen“.

Der Papierausdruck der Chatunterhaltung zwischen Wirtensohn und Gläser erreichte die Prenzlberger Stimme klassisch per Brief.
Auf Anfrage bestätigte Gläser die Echtheit der Unterhaltung. Er habe das mit dem Antifaneutralisator einfach lustig gefunden, da war ja auch ein Smiley und er habe mit der Antwort zurückgezwinkert. Außerdem sei das eine private Chatunterhaltung gewesen, die niemand etwas angehe.
 

Ex-“Junge-Freiheit“-Redakteur, Lügner (Update) und Verschwörungstheoretiker

Roland Gläser, der seit 2013 der AfD angehört, ist Vorstandsmitglied des AfD-Bezirksverbands Pankow und darüber hinaus Beisitzer und Pressesprecher des Berliner Landesverbandes.der Partei Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2016 zog er über den Listenplatz 3 in das Abgeordnetenhaus ein. Zuvor war er Redakteur der rechtsnationalistischen Wochenzeitung „Junge Freiheit“.

Gläser fällt nicht zum ersten Mal durch bemerkenswerte Äußerungen und Handlungen auf.

So mutmaßte er im Jahr 2003 nach dem Fallschirmabsturz des FDP-Politikers Jürgen Möllemannn mit leicht antisemitischem Zungenschlag, „Das könnte ein Geheimdienst eines kleinen Landes im Nahen Osten gewesen sein“, der Möllemann „augeknipst“ hätte.

Gläser ist strammer Leugner des Klimawandels, seine Beiträge in den sozialen Medien triefen vor Ausländerhass. – und in seiner Propaganda verzichtet er auch nicht auf dreiste Lügen.

So zum Beispiel hat er behauptet, der Senat hätte versäumt, den Mörder vom Netto-Parklatz in Prenzlauer Berg abzuschieben. Doch der ist als rumänischer Staatsbürger auch zugleich EU-Bürger und genießt als solcher Freizügkeit – was Gläser natürlich weiß.

Im Oktober vergangenen Jahres wurde Gläser mit den Stimmen aller Fraktionen – mit Ausnahme der AfD – als Vorsitzender des Datenschutzausschusses abgewählt. Er hatte nach einem Tötungsdelikt in Chemnitz, das in der Folge zu rechtsextremen Ausschreitungen führte, Ende August 2018 Teile eines geleakten Haftbefehls gegen einen damals tatverdächtigen Iraker über Twitter verbreitet und damit gegen § 353d Nr. 3 StGB verstoßen.

Kurzum, ein typischer AfD-Funktionär.

 

 

Update

Ronald Gläser als Lügner

Ursprünglich stand im Text nebenstehedes Bild samt Bildunterschrift sowie folgender Textzeile:

„So zum Beispiel hat er behauptet, der Senat hätte versäumt, den Mörder vom Netto-Parklatz in Prenzlauer Berg abzuschieben. Doch der ist als rumänischer Staatsbürger auch zugleich EU-Bürger und genießt als solcher Freizügkeit – was Gläser natürlich weiß.“

Kurz nach Erscheinen des Artikels erreichte die Prenzlberger Stimme folgende Nachricht von Ronald Gläser:

Hallo, ich kann mich in Bezug auf die bevorstehende Abschiebung des Messermörders auf die BZ berufen, die zwischenzeitlich ihren Bericht dazu korrigiert hat.
https://www.bz-berlin.de/berlin/pankow/union-fan-erstochen-karls-killer-versteckte-sich-hinter-dieser-tuer
Ich bitte Sie daher die BU „Ronald Gläser als Lügner“ zu entfernen. Andernfalls Anwalt. Mein Angebot für ein Gespräch gilt weiterhin.
PS: Den Tweet habe ich gelöscht

 
Tatsächlich hatte die BZ für kurze Zeit die fehlerhafte Meldung verbreitete, sie jedoch alsbald korrigiert. Gläsers Posting stand bis kurz nach dem Erscheinen dieses Artikels online.

Ronaald Gläser ist seit 28 Jahren politisch aktiv. Von 1991 bis 2007 war er Mitglied der FDP, von 2013 an Mitglied der AFD und seit 2016 ist er Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Von 1995 an war er als Journalist bei der neu-rechten Wochenzeitung Junge Freiheit tätig, zuletzt als Redakteur.

Und mit dieser Vita will Gläser einem allen Ernstes weismachen, dass es ihm nicht bekannt ist, dass EU-Bürger innerhalb der Europäischen Union Freizügigkeit genießen und daher nicht als Ausländer abgeschoben werden können.

#Kannstedirnichtausdenken
 

 

 

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2 Kommentare zu “AfD-Abgeordneter Ronald Gläser findet „Antifaneutralisator“ „toll“”

  1. Sigi Gust via Facebook

    Apr 11. 2019

    Zum Brechen

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