Gasalarm in der Schönhauser Allee 90

 

 

Nachdem in der vergangenen Nacht die Stromversorgung des Hauses Schönhauser Allee 90 ausfiel, bemerkten Mieter einen gasähnlichen Geruch im Haus. Die herbeigerufene Feuerwehr stellte als Ursache einen Schwelbrand an einer zentralen elektrischen Leitung des Hauses fest. Wegen der dadurch entstandenen erheblichen Konzentration an Kohlenmonoxid mussten die Bewohner zeitweilig evakuiert werden.
Nach dem Löschen des Schwelbrandes und dem Lüften konnten die Mieter in ihre Wohnungen zurückkehren.

Das Haus Schönhauser Allee 90 stand in der Vergangenheit schon öfter im Blickpunkt des öffentlichen Interesses.
 

Elektroanlage „ungesetzlich veraltet“

So ließ der Eigentümer ein Gerüst an das Haus aufstellen, das über drei Jahre stehen blieb, ohne dass erkennbare Arbeiten vorgenommen wurden.

Zudem gibt es einen erheblichen Leerstand und die technischen Anlagen befanden – und befinden – sich in einem beklagenswerten Zustand. Nicht zuletzt die elektrischen Anlagen des Hauses, die ein Elektriker laut eines Hausbewohners als „ungesetzlich veraltet“ bezeichnete, erschienen den Mietern des Hauses als nicht mehr zumutbar. Eine Elektro-Firma, so ein Mieter, habe sich gar geweigert, daran überhaupt noch etwas zu reparieren, weil es sei „lebensgefährlich“ wäre, an diesem Stromkasten zu arbeiten.
Auch ein Gutachten der Elektro-Innung habe der Anlage „Brand- und Lebensgefahr“ bescheinigt,
 

Warnungen wurden ignoriert

Mieter, die auf diese Zustände aufmerksam machten, wurden vom Eigentümer verklagt und mit Wohnungskündigungen bedroht.

In einem Beschluss vom 25. April vergangenen Jahres forderte die Bezirksverordnetenversammlung das Bezirksamt auf, „die katastrophale Stromversorgungsituation, sowie die Einrüstung des Wohnhauses Schönhauser Allee 90/Wisbyer Str 1. durch die Anordnung von Ordnungsmaßnahmen und durch Zwangsmittel unverzüglich zu beenden. Erforderlichenfalls ist das Wohnhaus in treuhänderische Verwaltung zu nehmen und die angemessene Wohnnutzung des Gebäudes über Ersatzvornahmen wiederherzustellen.“

Der zuständige Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/ Die Grünen) sah aber für solch durchgreifende Maßnahmen keine Handhabe, da es für die treuhänderische Übernahme keine Ausführungsbestimmungen des Senats gäbe.
Zudem, so Kuhn damals, habe die Bau- und Wohnungsaufsichtsbehörde des Bezirks keine von der Stromanlage ausgehende Lebensgefahr feststellen können.

 



3 Kommentare zu “Gasalarm in der Schönhauser Allee 90”

  1. das gerüst was da ewig stand, ohne das was passierte dort satnd über 4 Jahre und nicht nur 3, gehe jeden tag da lang.

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  2. Felix

    Mai 16. 2019

    Hier muss man aber fairer Weise sagen, dass die Zuleitung von der Strasse ins Haus beschädigt war und dafür die Netzgesellschaft zuständig ist. Aber nichts desto trotz ist die Elektrik tatsächlich in einem desolaten Zustand. Ich hoffe die Mieter haben sich ausreichend mit Rauchmeldern ausgestattet!

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