Prenzlauer Berger Fahrradfallen. Heute: Grell- und Wichertstraße


 

Manchmal fragt man sich, wer denkt sich so etwas eigentlich aus?

Vor gut zwei Wochen war der Bürgersteig der Wichertstraße plötzlich geteilt: Auf der Nordseite zwischen der Prenzlauer Allee und der Dunckerstraße zog sich eine etwas ungelenk gezogene gelbe Linie über den nicht gerade breiten Gehweg. Seinen Anfang nahm der Strich an der Kreuzung Prenzlauer Allee, er führte die Radfahrer weg vom Fahrradstreifen in das Refugium der Fußgänger. Dass sich auf diesem schmalen Steig Radler und Geher konfliktfrei begegnen könnten, erscheint wenig wahrscheinlich.

Doch damit nicht genug: Das Haus Wichertstraße 47 erhält derzeit ein Dachgeschoss, daher ist die Fassade eingerüstet. Hier nun bleibt für beide Fortbewegungsarten zusammen gerade mal eine lichte Breite von rund einem Meter. Das heißt, Kollisionen sind vorprogrammiert.

Wer um alles in der Welt genehmigt so etwas, wollte die Prenzlberger Stimme am Montag vergangener Woche wissen und fragte deshalb beim Leiter des Pankower Straßen- und Grünflächenamtes Andreas Johnke nach. Doch er konnte erstmal auch keine Auskunft geben, wollte sich aber darum kümmern.

Er kümmert sich, wie es scheint, noch immer.

Mittlerweile wurde zumindest der Grund der sonnengelben Linienmalerei offenbar: Der Radstreifen auf der Wichertstraße soll begrünt werden, das heißt, einen grünen Belag erhalten. Er ist also während der Zeit der Arbeiten nicht nutzbar. Aber auch nur während dieser Zeit. Gearbeitet wird dort aber eher nur sporadisch.
 

Grellstraße: Karambolagen vorprogrammiert

Dass für Radfahrer Umleitungen auf Fußwege aufgemalt werden, die nicht breiter als ein Lenker sind, ist nicht nur in der Wichertstraße der Fall.

Ein Stückchen weiter, in der Grellstraße, sieht es ähnlich aus. Hier wurde – offenbar wegen Leitungsarbeiten – ein Teil der Fahrbahn auf der Breite der Fahrradspur aufgebrochen.

Auch in diesem Fall wurde der schmale Bürgersteig mit einem gelben Strich geteilt.

Bevor man aber auf den Miniradweg gelangen kann, wurde im „Eingangsbereich“ eine Art Scharfrichter installiert: Getrennt zwischen Fußgänger- und Fahrradbereich wurden über einen den Gehweg unterquerenden Schacht 2 – in Worten: zwei! – Holzbrückchen gebaut, was den Platz sowohl für die Fußgänger, und mehr noch die Radfahrer noch einmal verkleinert.

Zwei Stürze von Radfahrern, die das „Geländer“ der Überfahrt mit ihrem Gefährt fast zwangsläufig touchierten, konnte der Autor dieser Zeilen persönlich aus nächster Nähe betrachten.

Manchmal fragt man sich: Wer um Gottes Willen denkt sich so etwas nicht nur aus – sondern setzt es dann auch noch um?!

 

 



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