„Panzersperren“-Platz eröffnet – Kritik an der Neugestaltung des Fröbelplatzes


 

Nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit wurde der neu gestaltete Fröbelplatz an der Prenzlauer Allee wieder eröffnet – und erntete gleich einige Kritik.

Bemängelt wurde von zur Eröffnung erschienen Anwohnern unter anderem die bizarre Betonmauer, die den Platz zur Prenzlauer Allee hin umfasst.
Bereits im Juni hatte der Pankower Bezirksverordnete Wolfram Kempe von der Linksfraktion beim Bezirksamt spöttisch nachgefragt, mit welchen Truppenbewegungen die Verwaltung auf dem Fröbelplatz denn rechne, wenn es dort nun eine Panzersperre errichten lässt.
Tatsächlich soll das Bauwerk dem Schallschutz dienen: Die Parkebene wurde durch eine Aufschüttungen erhöht und die Mauer dient nun dazu, das aufgeschüttete Erdreich nicht wegrutschen zu lassen.
 

Zahlreiche Bäume gefällt

Kritik wurde aber nicht nur am martialischen Aussehen des Schutzwalls geübt, der 146.000 der insgesamt 895.000 Euro Umbaukosten verschlungen hat. Auch dass dafür die einst an dieser Stelle befindlichen zahlreichen Bäume samt und sonders weichen mussten, stieß auf Unverständnis.

Mauer statt Bäume

Vertreter des Planungsbüros erklärten, dass das Abholzen auf Grund des schlechten Zustandes der Bäume erfolgte – dass aber ausgerechnet dort, wo das Betonungetüm errichtet wurde, alle Bäume hinfällig waren, an anderen Stellen aber nur einige wenige, erschien nicht unbedingt glaubhaft.
Nicht weniger fragwürdig erschien die Behauptung einer Planungsbüro-Mitarbeiterin, ein Gutachten hätte eine ansehnlichere und bedeutend kostengünstigere hohe Hecke als Schallschutz ausgeschlossen und eine Betonwand vorgeschrieben.
 

Nicht erkennbare Stolperfalle

Die Mauer, die erwartungsgemäß bereits Sprayern für die Verewigung ihrer Farbmarken diente, hat aber noch mehr zu bieten: Unmittelbar vor dem Betonbarriere befindet sich – für einen unbedarften Fußgänger nicht erkennbar – statt des steinernen Weges ein grauer Kunststoffbelag, der beim Drauftreten nachgibt.

Wer das nicht weiß und fest auf den wie heller Beton wirkenden tritt – wie der Autor dieser Zeilen – kommt unvermittelt ins Stolpern.
Dabei soll dieses Gimmick ausgerechnet Verletzungen vermeiden: Und zwar für den Fall, dass jemand von der Mauer stürzt…

Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn (Bündnis 90/ Die Grünen) wirkte bei all der Kritik nicht unbedingt glücklich, versprach aber, über Verbesserungen nachzudenken.

So nahm er eine Anregung auf, für die Betonfront – die später noch mit Bambus bepflanzt werden soll – einen Graffiti-Wettbewerb zu veranstalten.
Auf die seltsame Gummi-Stolperfalle sollen vor der Betonwand warnende Markierungen angebracht werden.

 

 

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