Prenzlauer Berg wird preiswert

 

Prenzlauer Berg wird preiswerter

Der heute vom Senat beschlossene Mietendeckel wird gerade im hochpreisigen Prenzlauer Berg vielen Mietern Entlastung bringen – und den Profitjägern arge Gewinneinbußen.
Wie heftig die Differenzen zwischen den noch aufgerufenen Angebotsmieten und den vom Senat ab Januar gültigen Obergrenzen kann man in den einschlägigen Immobilienportalen entnehmen.

So verlangt der Wohnungskonzern Akelius beispielsweise für eine 52,5 m² in der Margarete-Walter-Straße (Grüne Stadt) eine Kaltmiete von 1.100 Euro – das sind 20.95 Euro pro Quadratmeter. Beim dem Mietspiegel 2019 liegt die Obergrenze für diese 1930 erbaute Wohnung in „mittlerer Lage“ bei 7,76 Euro.

Ab Januar ist für Wohnungen mit den Baujahren 1919 bis 1949 mit Sammelheizung und Bad die Obergenze von 6,27 Euro festgelegt – das sind rund zwei Drittel weniger, als vom Vermieter in diesem Beispiel gefordert. Die Wohnungsmiete darf für diese Wohnung nur 329,18 € betragen.Sollte die Wohnungen drei der fünf Merkmale „schwellenlos erreichbarer Personenaufzug, Einbauküche, hochwertige Sanitärausstattung, hochwertiger Bodenbelag in der überwiegenden Zahl der Wohnräume und/oder ein Energieverbrauchskennwert von weniger als 120 kWh/(m²a)“ aufweisen, kann ein Euro pro Quadratmeter aufgeschlagen werden.
In dem Akelius-Beispiel käme man dann auf eine Kaltmiete 379,69 €. Immernoch ein gewaltiger Unterschied zu dem momentan geforderten Mietzins.
 

Absenkungen ab 2020 möglich

Aber auch wenn die Wohnungen heute für 1.100 Euro Miete über den Tresen gehen sollte, hätte dieser Mietzins nach dem Mietendeckelgesetz nicht auf Dauer Bestand. Ab Oktober kommenden Jahres können solche Wuchermieten auf Antrag auf 120 Prozent der vorgegebenen Obergrenze abgesenkt werden. In diesem Falle müssten die Mieter rund 460 Euro zahlen – immer noch mehr als die Hälfte weniger als zuvor.
Der Konzern besitzt insgesamt rund rund 50.000 Wohnungen, davon mehr als 21.500 Wohnungen in Deutschland – in Berlin sind es um die 14.000. Im vergangenen Jahr steigerte das Unternehmen seinen Überschuss aus dem operativen Geschäft um 5,1 Prozent auf 259 Millionen Euro. Ab 2020 dürfte der Profit dann wohl etwas geringer ausfallen.

Auch Mieten für möbelierte Zimmer werden gekappt

Doch Mieten um die 20 Euro kalt pro Quadratmeter werden längst nicht mehr nur von Akelius gefordert. Beim blättern in den Immobilienportalen findet man solche Angebote immer häufiger. So etwa wird eine Ein-Zimmer-Wohnung mit 35 Quadratmetern für 664 Euro verlangt (= 19 €/m²), in der Ibsenstraße muss man für 64 Quadratmeter einen runden Tausender pro Monat hinblättern, zwei Straßen weiter sind für 73 Quadratmeter 1.300 Euro fällig (17,80 €/m²). Jeder abgeschlossene Mietvertrag geht in den kommenden Mietspiegel ein und treibt damit auch die Mieten aller anderen mit nach oben.

Dem ist nun ein Riegel vorgeschoben worden – und ein Schlupfloch wurde gleich noch mit gestopft: Das Geschäft mit möbelierten Zimmern, für das es bisher nicht einmal im Mietspiegel eine Begrenzung gab, wurde ebenfalls mit in den Mietspiegel aufgenommen. Hier gelten nun die selben Obergrenzen, wie bei allen anderen Wohnungen.

 


 



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