Dreiecksplatz Erich-Weinert-, Naugarder, Hosemannstraße: Baustelle für zwei Jahre


 

An der Kreuzung Naugarder/ Erich-Weinert-/ Hosemannstraße sind große Teile abgesperrt. In Ost-West-Richtung (Erich-Weinert-/ Naugarder Straße) geht gar nichts mehr, die Hosemannstraße ist in diesem Bereich auf eine Spur verengt – eine Ampel regelt, von jeweils welcher Seite die Autos das Nadelöhr passieren dürfen. Der anliegende Dreiecksplatz ist aufgerissen, es fehlen etliche Sträucher und einige Bäumen.

Hier wird keine Straßenverbreiterung, Fußgängerzone eingerichtet auch nicht mach Gold oder Wasser gegraben. Sondern wegen Wasser Konkreter: Wegen Abwasser.

 

Was ist da los?

Die Berliner Wasserbetriebe (BWB)bauen hier in einen neuen „Stauraum“. Der soll verhindern, dass bei Starkregen die Abwasserkanäle überlaufen und der durch die Gullys gespülte Dreck direkt in die Spree gelangt. Denn ein Stauraum fängt das flutartig strömende Regenwasser erst einmal auf und lässt es dann kontrolliert in das zu einem Klärwerk führende Kanalisationssysytem ablaufen.

Nadelöhr Hosemann/Erich-Weinert-Straße

Dafür haben die Wasserbetriebe ein ganzes Stauraumprogramm aufgelegt, mit dessen Hilfe im Bereich der innerstädtischen Mischwasserkanalisation gut 300.000 Kubikmeter „Abwasserparkplätze“ entstehen, von denen rund 245.000 Kubikmeter bereits umgesetzt sind. Jüngstes Projekt aus diesem Programm ist der 7.600 Kubikmeter-Stauraumkanal im Mauerpark.

Bei den Bauarbeiten unter dem Dreiecksplatz zwischen Erich-Weinert-, Naugarder und Hosemannstraße soll die alte Regenüberlaufschwelle durch einen deutlich höheren und längeren Neubau ersetzt werden. Damit kann hinter im Falle eines Falles dann 4.700 Kubikmeter verdünntes Mischwasser aufgestaut werden. Mit dem Bau des Regenüberlaufbauwerkes geht die Errichtung des Drosselbauwerks einher, das den Zufluss zum Pumpwerk bei Starkregen bremst und damit weitere 1.500 Kubikmeter Mischwasser in der Kanalisation aufstaut. Insgesamt kann dann fast genauso viel Regenwasser zurückgehalten werden, wie beim Mammutbauwerk unterm Mauerpark.

 

Zwei Jahre für ein kleines Stück Kanalisation?

So weit, so gut. Was aber Anwohner und Gewerbetreibende erstaunt, ist avisierte Bauzeit von geschlagenen zwei Jahren. Auch für den Bezirksverordneten Matthias Böttcher (SPD). Erschien diese Zeitdauer kaum nachvollziehbar. Also wollte er vom Bezirksamt wissen, ob man dort bereit wäre, mit den Wasserbetrieben über einer Reduzierung der Bauzeit zu sprechen.
Nein, antwortete Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn, denn es habe bereits im Vorfeld der Bauarbeiten Gespräche mit den BWB gegeben. Dort wurde das Bezirksamt über die Kompliziertheit des Bauvorhabens vor Augen geführt

So müssten allein für die „Baufeldfreimachung“ Gas-, Versatel-, Telekom-, Fernwärme-, Abwasserdruck- und Trinkwasserleitungen umverlegt werden. Damit die Arbeiten am Kanalisationssystem ungehindert vonstatten gehen können, müssen zudem zwei provisorische Umgehungsleitungen – eine für’s häuslichen Abwasser, eine weitere für’s Regenwasser – um die Baugrube herum verlegt werden. Erst dann könne mit den eigentlichen Arbeiten begonnen werden.
 

Kein Spielraum für Bauzeitverkürzung“

Dazu gehören die Errichtung einer Bypassleitung, eines Mischwasserkanals, der Abbruch von Altanlagen – und natürlich die Errichtung des neuen Bauwerkes, das dann auch noch mit einer entsprechenden mit Mess-, Steuerungs- und Regeltechnik auszustatten ist.

Danach erfolgen die Rückverlegung aller Medien (also Telekom, Strom, Trinkwasser) in die alten Trassen sowie der Rückbau der provisorischen Umgehungsleitungen.
Schließlich sind dann noch die Fahrbahn- und Gehwegbefestigungen wieder herzustellen und die gerodeten Büsche und gefällten Bäume zu ersetzen.

Die zeitliche Abfolge dieser Bauphasen und die erforderlichen Bauzeiten, so Stadtrat Kuhn, wurden von den Berliner Wasserbetrieben gegenüber dem Bezirksamt ausführlich dargelegt. Danach gebe es keinen Spielraum für eine Bauzeitverkürzung

 



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