Probleme bei der Auffüllung des Weißen Sees

 

Die Alteingesessenen wissen das natürlich – und den Neu-Weißenseer ist es sicher auch schon aufgefallen: Der Weiße See hat werde einen Zu- noch einen Abfluss.
Das hängt mit der Entstehungsgeschichte des Gewässers zusammen.

Der See und die umgebende Landschaft wurden von der sogenannten „Brandenburgphase“ der „Weichseleiszeit“ vor rund 25.000 Jahren geprägt. Beim Abschmelzen des Eises blieb an der Stelle des heutigen Sees zunächst ein Eisblock erhalten, der beim Abtauen einen Toteis-See bildete. Das war der Ursprung des heutigen Weißen Sees.

Der Wasserhaushalt des Sees wurde vor allem in den letzten 150 Jahren durch ufernahe Bebauung und Versiegelung des Einzugsgebietes sowie klimatische Veränderungen – die sich durch geringere Niederschlagsmengen und erhöhte Verdunstung bemerkbar machen – zunehmend gestört. Insbesondere seit der Jahrtausendwende hat sich die maximale Tiefe von 10,64 m im Jahr 2002[2] über 9,50 m im Jahr 2014 auf 8,56 m im Mai 2017mverringert. Damit dürfte sich damit die Fläche seit 2002 um ein Viertel auf ca. 6 ha und das Volumen um 40 Prozent verringert haben.

Die Gewässerqualität ist dadurch erst einmal nicht gefährdet, Beprobungen Mitte und Ende Mai bestätigten die unbelastete Wasserqualität des Weißen Sees.
 

Alte Brunnen versandet, ein neuer mit Schadstoffen belastet

Doch der sinkende Wasserspiegel bedroht durch Freilegung der Schilfbereiche und der Baumwurzeln auch Ufervegetation und Brutvögel. Auch der Badebetrieb des Strandbades wird durch den Rückgang des Wasser beeinträchtigt.

Um dem Problem entgegenzuwirken, setzt der Bezirk Tiefbrunnen ein, die Grundwasser in den Weißen See pumpen. Zwei in den 1970er Jahren gebaute Brunnen haben über die Zeit ihre Leistungsfähigkeit verloren, weshalb im März 2020 ein neuer Tiefbrunnen im Bereich der Freilichtbühne gebohrt wurde.

Bevor jedoch der neue Brunnen in Betrieb gehen kann, wurde das Brunnenwasser auf Schadstoffe untersucht. Die hierbei festgestellten Belastungen im Brunnenwasser lassen nach einer Mitteilung des Bezirksamtes Pankow einen unbehandelten Zufluss nicht zu. Um den Tiefbrunnen dennoch nutzen zu können, wird derzeit die Einrichtung einer Grundwasserreinigungsanlage geplant. Der neue Tiefbrunnen könnte damit in der Badesaison 2021 zur Gewährleistung des Wasserspiegels im Weißen See zum Einsatz gelangen.
 

See soll mit Trinkwasser aufgefüllt werden

Um ein weiteres Absinken des Wasserspiegels zu bremsen soll in diesem Jahr zum Schutz der Ufervegetation, der Brutvögel und der Aufrechterhaltung des Ökosystems soll zeitweise Trinkwasser in den See geleitet werden. Dafür stehen jedoch noch Genehmigungen aus. Auch soll die Betriebszeit der Fontäne im See eingeschränkt werden, um den Wasserverlust durch Verdunstung zu reduzieren,

Da sich laut Bezirksamt Pankow das Hygienekonzept für das Strandbad derzeit noch in der Abstimmungsphase zwischen dem Gesundheitsamt und dem Betreiber des Bades befindet, bleibt das Strandbad bis zur Fertigstellung des Konzepts noch geschlossen.

 

Foto oben: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Eigenes Werk, FAL, Link

 



2 Kommentare zu “Probleme bei der Auffüllung des Weißen Sees”

  1. Ein Gletscher – Auge !

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  2. Gute Erklärung im Beitrag. Hoffentlich einigen sich alle Beteiligten.

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