Im „Meinblau“ auf dem Pfefferberggelände ist am Donnerstag die „Directors Lounge“ eröffnet worden. Parallel zur Berlinale werden hier bis zum 20. Februar Experimental- und Kurzfilme sowie Medienkunst aus allen Teilen der Welt zu sehen sein. Am ersten Abend wurde in einer Art Vorschau ein Remix von Filmen jener Autoren gezeigt, die in den folgenden Tagen im Programm der „Directors Lounge“ zu sehen sein werden.
Blauer Dunst und viele kurze Filme
Eine völlig neue (Be)Deutung bekam der Name der Galerie MEINBLAU zur Eröffnung des 7. Directors Lounge:
Fast alles, was Hände hatte, hielt eine Fluppe zwischen den Fingern. Sparsame Raucher hätten es eigentlich gar nicht nötig gehabt, den eigenen Tabak aus der Tasche zu ziehen tief durchatmen hätte völlig gereicht. 
In der rauchblauen Atmosphäre des „Meinblau“ war zur Eröff-
nung vor allem eines angesagt: Masse. Um die dreißig Filme und Filmchen flimmerten von
der Wand – und ehrlich gesagt, blieb dem Autor dieser Zeilen wenig davon in Erinnerung. Das mag an dem Überangebot gelegen haben – oder aber auch daran, dass bei den vielen Farb-, Form- und Klangspielen allzuviel sich wiederholte und in einer gewissen Beliebigkeit verharrte. Das Publikum aber applaudierte aber dennoch höflich bei jedem Abspann.
Aus der Vielzahl der Angebote denn doch herausragend: „The Heart of the World“ von Guy Maddin. Der Sechsminüter ist eine Hommage an die große Zeit des Stummfilmdramas besteht aus rasend schnell usammengeschnittenen Zi-
taten der Filmhistorie:
Von Fritz Langs „Metropolis“
bis hin zu Friedrich Wilhelm
Murnaus „Nosferatu“.
Ach ja, Guy Maddin: Der ist in diesem Jahr einer Juroren der Berlinale und hat für die 7. Directors Lounge ein Programm mit eigenen Filmen zusammengestellt, dass am 19. februar zur Aufführung kommen wird. Ob der Meister aber selber vorbeischauen wird, scheint eher ungewiss: Berlinale-Juroren dürfen in der Zeit des Festivals nicht in der Öffentlichkeit auftreten.

Zwischen den Filmblöcken gabs auch noch was zu sehen und zu hören: T.W. Blum and Julia Dimitroff veranstalteten unter den Titel „Im Chaos der Tage“ machten dich beide an E-Gitarre, Cello und einer Lichtinstallation zu schaffen.
In der offiziellen Programman-
kündigung las sich das so: „Akkustische und elektronisch manipulierte Instrumente verschmelzen mit in Echtzeit generierter Lichtmalerei. Mittels Wii – Controller und Computer werden digitale Zeichnungen und Sounds animiert und mit instrumentalen Improvisationen kombiniert. Es entstehen melodiöse bis atonal abstrahierte Klang –und Lichttexturen.“ Ein bisschen laut, aber nett anzuschauen…





