Wünschen, wissen, hoffen und des Onkels Frauen

„Die Frauen meines Onkels“ und „Desire, knowledge and hope“ sind die Titel der Doppelausstellung mit Bildern von Joerg Waehner und Jürgen Grewe , die am Samstag in der Staatsgalerie Prenzlauer Berg eröffnet wurde.
Der gebürtige Karl-Marx-Städter Joerg Waehner präsen-
tiert Motive, die von Titelblättern von DDR-Illustrierten der 50er und 60er Jahre inspiriert sind: Frauen, die selbstbewusst und emanzipiert in einer neuen, sauberen, zukunftszugewandten Welt leben. Waehner outet sich damit als ein stiller Anhänger von Karl Valentin, der einst in verausblickender Rückschau befunden hatte:
„Die Zukunft war früher auch besser.“

Jürgen Grewe wurde in Münster geboren, hat an der Fachhochschule Hannover studiert und war dort Meisterschüler von Sigrun Jakubaschke. Auch er lebt heute in Berlin. Im Waschzettel zur Ausstellung teilt Ingo Gerke Unerwartetes über ihn mit: „Jürgen Grewe ist Maler.“
Und ohne dem geneigten Leser auch nur ein Mü an Zeit zur intellektuellen Verarbeitung dieser sensationellen Nachricht zu lassen, legt Gerken gleich noch eine Interpretation des Werkes des Künstlers nach:
„Er greift sich typische Motivfragmente aus dem Mainstream heraus und türmt sie auf zu kristallinen Scherbenhaufen und hochdramatisierten Bilderbergen. (…)Doch die auf den ersten Blick noch eindeutigen Klischee-Collagen sind so gebaut, daß sich alle Akteure und ihre Betrachter im assoziativen Unterholz verlaufen.(…)“ (Für Lingualmasochisten: der gesamte Text befindet sich hier)

Was soll man da noch hinzufügen?

Vielleicht zweierlei.

Erstens:
Keine Gewalt!
Falls Ihnen, verehrter Jürgen Grewe, der Ingo Gerken irgendwo auf der Straße, in der Kneipe oder im assoziativen Unterholz begegnen sollte, halten Sie an sich! Bezähmen Sie Ihren – ob jenes Textes völlig verständlichen – Drang, Herrn Gerken in einen kristallinen Scherbenhaufen zu verwandeln. Denn die typischen Motivfragmente, die ihn offenbar zum Verfassen jener Klischee-Collage veranlasst haben, sind ausschließlich gutartiger Natur. Die Sache ist bloß: Herr Gerken ist ebenfalls Maler – mit dem Schreiben hat er es nicht so…

Zweitens:
Lieber Ingo Gerken, noch so ein Text… – und ich fange an zu malen!

 

So, und hier nun die Bilder von der Vernissage.

 

Jürgen Grewe
„Desire, Knowledge and Hope“
(Malerei)

Joerg Waehner
„Die Frauen meines Onkels“
(Malerei)

26.02.2011 – 19.03.2011

STAATSGALERIE PRENZLAUER BERG
Greifswalder Straße 218
Öffnungszeiten: Di-Sa 13-19 Uhr sowie nach Absprache



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