Als Ines Pohl, Bezirksverordnete der Linksfraktion, aus einem „Spiegel“-Interview mit dem ehemaligen christsozialen Wirtschaftsminister Michael Glos zitierte, hatte sie viele Lacher auf ihrer Seite: “ Nie in der Wohnung trinken! – Wenn man anfängt, alleine zu trinken, dann wird man leicht zum Alkoholiker.“ Es war eine Replik auf einen Antrag der CDU-Fraktion, in dem eine stärkere Präsens von Polizei und Ordnungsamt auf dem Helmholtzplatz gefordert wurde, um gegen die dortige „Trinkerszene“ vorzugehen. Sie selbst, so Pohl weiter, habe mit Anwohnern des Helmholtzplatzes gesprochen, und die hätten nicht nach Polizei und
Ordnungsamt gerufen, sondern nach Sozialarbeitern. Dann erinnerte sie an die „Rattenrede“ des ehemaligen Berliner CDU-Genralsekretär Klaus-Rüdiger Landowski. Ronald Rüdiger von der SPD machte klar, dass man mit der von der CDU geforderten Vorgehensweise das Problem nicht lösen, sondern nur ein paar Straßen weiter schieben würde.
CDU-Fraktionsvorsitzender Johannes Kraft fragte in diesem Zusammenhang den Bezirksbürgermeister nach einer Veranstaltung, die am 24. März im Platzhaus des Helmholtzplatzes stattgefunden hatte, an der neben Anwohnern auch der Bürgermeister selbst, der Ord-
nungsstadtrat sowie Vertreter von Polizei und Ordnungs-
amt teilgenommen hatten.
Kraft wollte unter anderem wissen, warum keine Bezirksverordneten hinzugebeten wurden. Köhne antwortete, dies wäre keine öffentliche Veranstaltung gewesen. Solche Besprechnungen mit Bürgern führe er häufiger durch, ohne dass er es bekannt gebe: „Und das ist vielleicht auch ganz gut so“
Der Antrag der CDU-Fraktion wurde mehrheitlich abgelehnt.





Agri
Apr. 03. 2011
Bürgermeister Köhne versucht vor der Wahl im September zu punkten. Seine selektive Wahrnehmung für die Bezirks-Probleme sowie sein intransparenter Politikstil wird ihm wahrscheinlich sein Amt kosten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Bürgermeister, der, wenn er überhaupt irgendwo präsent ist, dann nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit, irgendeine Wahl noch gewinnen kann. Die SPD hätte viel besseres Personal zu bieten aber sie traut sich nichts zu, weiß gar nicht, was sie will und verwaltet mehr schlecht als recht den Status quo.