Rummenigge in der Dunckerstraße

Die Fußballer, die am frühen Dienstagabend auf dem Teschsportplatz in der Dunckerstraße trainierten, staunten nicht schlecht, als sie sahen, wer da in Begleitung von Rotation-Prenzlauer-Berg-Vorstand Frank Neiling und Jugendtrainer Sascha Kummer den Platz betrat. Ex-BVB-Profi Michael Rummenigge, der heute unter anderem eine Sportmarketingfirma betreibt, nutzte einen geschäftlichen Besuch in Berlin, um einen Abstecher bei den Rotationern zu machen. Rummenigge und Kummer kennen sich seit dem vergangenen Herbst, als die Mannschaft der 1. F-Jugend von Rotation einen Kurs im Trainingscamp des einstigen Dortmunder Mittelfeldspielers besuchte.

So sehr Michael Rummenigge der kleine, zwischen Häuserschluchten eingekeilte Sportplatz auch gefiel, als er den abgenutzten Kunstrasen in Augenschein nahm, schüttelte er den Kopf: „Da könnte ich nicht drauf spielen. Nach einer halben Stunde hätte ich Rückenschmerzen.“ Damit sprach er ein Problem an, das die Vereinsverantwortlichen von Rotation schon seit längerem bewegt. Der Teschsportplatz gehört zu den am intensivsten genutzten Sportstätten des Bezirkes. Zwei Vereine und mehrere Schulen teilen sich Areal an der Dunckerstraße, der einstige „Rasen“ gleicht mittlerweile fast einer Waschbetonoberlläche. Der festgetretene und mit Sand verfestigte Belag steigert eine Verletzungsgefahr bei Spiel und Training erheblich.

Und so wurde im kleinen Vereinsheim auf dem Platz nicht nur über Fußball im Allgemeinen gesprochen, sondern auch überlegt, wie dem Teschplatz ein neuer Spieluntergrund beschafft werden könnte.
Der Bezirk, dem der Platz gehört, hat eine Erneuerung erst für frühestens 2015 auf dem Plan. 250.000 Euro sind dafür veranschlagt. Das sei viel zu teuer, meint Michael Rummenigge: „Wenn der Unterbau des Rasens intakt ist, wie es hier der Fall zu sein scheint, würde ein neuer Kunstrasen nicht viel mehr als einhunderttausend Euro kosten.“ Allerdings müsste der Verein dann auch bei den Arbeiten selbst mit zupacken.

Dass die Rotationer bei der Erneuerung ihres Platzes mit Hand anlegen würden, war für Frank Neiling und Sascha Kummer überhaupt keine Frage. Ihr Interesse an einer Erneuerung des Teschsportplatzes bekundeten auch ein Elternvertreter und ein Sportlehrer der benachbarten Schule – zumal bei einer solchen „Renovierung“ der kleine Mehrzweckplatz neben dem Teschareal gleich mit in Angriff gemommen werden könnte. Doch auch wenn alles zusammen nur sie Hälfte dessen kosten würde, was der Bezirk in vier Jahren nur für die Erneuerung des Kunstrasens veranschlagt hat – im Moment steht dafür kein Cent zur Verfügung. Und so wollen Verein und Elternvertreter demnächst darüber beraten, ob die benötigte Summe auf anderen Wegen beschafft werden kann – zum Beispiel mittels Spenden und Sponsoring.



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