Dort, wo früher Rindviecher versteigert wurden, kann man nun Drahtesel erwerben. Die werden allerdings nicht mehr wie einst das Schlachtvieh nach Höchstgebot abgegeben, sondern zu Festpreisen verkauft: Am Sonntag eröffnete die Firma Stadler in der Rinderauktionshalle des ehemaligen Berliner Schlachthofes an der Eldenaer Straße das nach eigenen Angaben des Unternehmens „größte Zweiradcenter Deutschlands“.
Von Ersatzteilen im Wert von einigen Cent, bis hin zu Fahrrädern zum Preis eines gut erhaltenen Gebrauchtwagens ist hier so fast alles zu haben, was irgendwie mit Fahrrädern zu tun hat.
Die von 320 gusseisernen Säulen getragene, heute unter Denkmalsschutz stehende Halle ist mit einer Grundfläche über 15.000 Quadratmetern eine der größten überdachten Eisenkonstruktionen Berlins.
Als im Jahr 1881 mit dem Bau des Vieh- und Schlachthofes begonnen wurde, entstanden während der ersten Bauphase neben der Rinderhalle auch eine gleich große Schweineauktionshalle sowie eine weiterer Bau zum Versteigern von Schafen.
Die nun zum Veloziped-Verkaufstempel umgewidmete Halle blieb als einzige bis auf den heutigen Tag erhalten. Konzipiert wurde das Bauwerk vom einstigen Berliner Stadtbaurat und Architekten Hermann Blankenstein. Blankenstein war zu seiner Zeit einer der prägenden Architekten der Stadt. Viele der heute noch präsenten, mit gelben und roten Klinkern erbauten Amts- und Schulgebäude sind von ihm entworfen worden.
Vor Stadler hatten sich bereits andere Investoren an dem dem riesigen Gebäude versucht, waren aber allesamt gescheitert.






