Pankow: Rot-Grüner Kooperationsvertrag unterzeichnet

Vertragsunterzeicnnung im Spielhaus
© Foto: Nikolai Wolfert

Am späten Dienstgabend trafen der Pankower SPD-Kreisvorsitzende Alexander Götz und die sozialdemokratische BVV-Fraktionsvorsitzende Sabine Röhrbein im Spielhaus in der Kollwitzstraße ein, um am Ende der bündnisgrünen Mitgliederversammlung ihre Unterschriften unter den Kooperationsvertrag beider Parteien zu setzen.
Zuvor hatten – zeitgleich, aber an verschiedenen Orten – sowohl die Mitgliederversammlung von Bündnis 90/Die Grünen, als auch die Kreisdelegierten-
versammlung (KDV) der SPD der Vereinbarung ihren Segen gegeben.

Kreisdelegiertenversammlung der SPD

Während die bündnisgrünen Parteimitglieder von den Verhandlungsführern ihrer Partei bereits vor einer Woche über den seinerzeitigen Stand der Dinge unterrichtet wurden, hüllte sich die Pankower SPD-Spitze bis zum Schluss in Schweigen. Und dies nicht nur nach außen – auch den eigenen Mitgliedern wurde kein Sterbenswörtchen über den Gang der Dinge verraten. So musste also, wer sich als SPD-Genosse über die Verhandlungspositionen der eigenen Partei informieren wollte, zur Mitgliederversammlung der Grünen pilgern. Einige taten dies tatsächlich.

Erst Minuten vor dem Votum wurde den Delegierten Wortlaut der Vereinbarung überreicht.

Und weil die SPD eine prinzipientreue Partei ist, wich sie auch bei ihrer Kreisdelegiertenkonferenz nicht von der einmal eingeschlagenen Linie ab: Den eintreffenden Delegierten wurde beim Eintreffen am Versammlungsort neben der Stimmkarte lediglich die Tagesordnung in die Hand gedrückt. Und erst als die Abstimmung über den Kooperationsvertrag an der Reihe war, ließ die Versammlungsleitung den Wortlaut der Vereinbarung an die Delegierten verteilen. So konnten die Genossen immerhin noch vor ihrem Votum einen kurzen Blick auf jenes Papier werfen, über das sie nun zu befinden hatten.
Dass der Kooaperationsvertrag zu jenem Zeitpunkt längst für jedermann öffentlich zugänglich war, verlieh der ganzen Sache mehr als nur einen Hauch von Skurrilität.
Dass niemand von den Delegierten nach dem Sinn eines solchen Gebarens fragte, oder gar zaghafter Protest gegen eine solche Anmutung laut wurde, verwundert: Wurde doch mit dem Kooperationsvertrag nichts Geringeres auf die Tagesordnung gebracht, als die politische Weichenstellung für die kommenden Jahre.

 

 

 



3 Kommentare zu “Pankow: Rot-Grüner Kooperationsvertrag unterzeichnet”

  1. Skeptiker

    Okt. 27. 2011

    Angst vor der eigenen Basis an der Basis? Delegierte auf Kreisebene? Die SPD ist und bleibt halt ne Kaderpartei…

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  2. additiv

    Nov. 01. 2011

    Herr je Herr Skeptiker, bevor man die eigenen Vorurteile zu bestätigen sucht, sollte man als Skeptiker das tun, was ihn nach dem Wortlaut auszeichnet, ausschauhalten und/oder untersuchen. Nur als Hinweis an sie, die Kreisdelegiertenversammlung fand zeitgleich mit einer Kreisvollversammlung zum selben Thema statt. Hoffe das ist ihnen dann basisdemokratisch genug …

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  3. additiv

    Nov. 01. 2011

    Ich vergaß, Herr Kampmann, dann doch bitte die ganze Geschichte. Die SPD ist mit über 1400 Mitgliedern anders aufgebaut als die Grünen im Bezirk. Der Kreisvorstand wurde auch auf wöchentlichen Sitzungen über den Stand der Verhandlungen informiert und auch mit dem Papier konfrontiert. Die Aufgabe der hier vertretenden Abteilungsvorsitzenden ist es dann dementsprechend die Basis zu informieren. Das ihnen niemand das Papier vorab gegeben hat tut mir für sie leid, das wars dann aber auch.

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