Als Anfang der neunziger Jahre der damals schon ein wenig schwergewichtige, aber noch ziemlich junge Beinahe-Theaterwissenschaftler Oliver Schwarzkopf von Leipzig nach Berlin übersiedelte, erklärte er die deutsche Metropole kurzerhand zur „Hauptstadt des Verbrechens“. Und versammelte eine Reihe junger, unbelasteter (Schreibtisch-) Täter um sich herum, auf dass sie seine ungeheuerliche These mit Leben erfüllten. Heraus kamen an die zwanzig Taschenbücher der Reihe „berlin crime“.
Lang ist’s her.
Schwarzkopf ist längst ein erfolgreicher Verleger in der Sparte „Nischen-Bestseller“ (jüngster Erfolg: Die Autobiografie von Bud Spencer), mit Krimis hat er – leider! – nichts mehr am Hut. Seither fehlt es an wirklich berlinischer Kriminalliteratur.
Dieser Mangel ist derzeit auch beim vom SYNDIKAT ausgerufenen 2. Berliner Krimimarathon wieder sichtbar. Zwar macht der „Marathon“ auch in Prenzlauer Berg Station, aber die dort zu Gehör kommenden Fälle spielen sich in Düsseldorf und in Porta Westfalica ab!
Vorgetragen werden sie von den Autoren Carla Rot und Willi Voss, die ab 20 Uhr in der Krimibuchhandlung totsicher in der Winsstraße 16 aus ihren Büchern „Blutasche“ und „Pforte des Todes“ lesen.
Im Eintritt von 5 Euro sind Rotwein und ein kleiner Imbiss mit inbegriffen – und wer nach soviel geballter nordrhein-westfälischer Kriminalaität noch Lust auf ein handfestes
Berliner Verbrechen verspürt, der sollte bei mal im „totsicher“ die Regale mit den antiquarischen Büchern durchforsten: Möglicherweise findet sich ja dort noch das eine
oder andere „berlin crime“-Paperback aus dem Hause Schwarzkopf…





