Sonntag für Sonntag drängten sich weit mehr als eintausend Menschen in das Halbrund des Amphitheaters im Mauerpark, um die Karaoke-Show von Joe Hatchiban zu erleben. Der ernorme Zuspruch, den der wohl bekannteste Treffpunkt des Mauerparks erfährt, hat mit der Zeit Spuren hinterlassen. Wie die Pankower Stadtentwicklungsbehörde mitteilt, bedarf der Kult-Ort daher dringend einer Sanierung.
Während die Granitblöcke selbst das Treiben bisher unbeschadet überstanden haben, sind im direkten Umfeld des Theaters die Folgen der Übernutzung mittlerweile unübersehbar. So haben sich im Hangbereich rechts und links des Theaters
mehrere Meter breite Trampel“pfade“ gebildet, auf denen der den Erdboden festhaltende Rasen nicht mehr wachsen kann. In der Folge wurde bei Regenfällen immer mehr Erdreich weggespült, so dass an einigen Stellen bereits der steinige Unterbau sichtbar wird.
Problematisch ist daran nicht nur, dass die nun offen liegenden Geröllfelder eine potentielle Unfallquelle darstellen – darüber hinaus können sich, wie an anderen Stellen des Hanges bereits geschehen, tiefe Erosionsrinnen bilden, die dann auch die Standsicherheit der benachbarten Granitblöcke unmittelbar gefährden.
„Diese Erosion ist ein schleichender Prozess“, erklärte dazu Stadtrat Jens-Holger Kirchner gegenüber der Prenzlberger Stimme, „der bereits im Frühjahr 2011 begann und der sich bis heute fortgesetzt hat. Auf eine Sperrung wurde damals verzichtet, da die Nutzung des zentralen Veranstaltungs-
bereiches zur Hauptnutzungszeit bei den Parkbesuchern nicht durchsetzbar schien.“
Die erforderliche Sanierung soll nun nach der kommenden Frostperiode erfolgen und bis April 2012 abgeschlossen sein. Unklar ist bisher noch, auf welche Weise danach erneute Erosionserscheinungen verhindert werden können.
© Fotos: BA Pankow (2), ODK



