Ene mene muh – welches RECHT hast DU?!?

„Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Frieden an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.“ So steht es in Artikel 31 der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Insgesamt 54 Artikel umfasst die Grundrechtscharta für Kinder, Das Recht auf Gesundheit gehört ebenso dazu, wie der Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung, das Recht auf Bildung – oder eben das Recht auf Spielen.
Was aber nutzen Rechte, wenn man gar nicht weiß, dass man sie hat? Und so hat sich das MACHmit! Museum in seiner eben eröffneten Ausstellung sechs Kinderrechte

herausgesucht, um sie mit Bildern, Schautafeln und Installationen den Inhabern der Rechte im Wortsinne begreifbar zu machen.
Jeder Mensch ist anders – klar. Und doch haben alle die gleichen Rechte – auch klar. Das gilt natürlich auch für Kinder. Doch das war nicht immer so – und in vielen Gegenden der Welt ist das auch heute noch längst nicht selbstverständlich.

Wie war das im alten Rom? Welche Unterschiede gab es in den Ständen der Gesellschaft in der Zeit des Mittelalters? Welche Rechte hatten die Untertanen des Sonnenkönigs im absolutistischen Frankreich? – Auf Texttafeln und Bildern wird die Entwicklung der Menschenrechte in den Zeitläuften der

Geschichte dargestellt, ein paar Schritte weiter kann man Wissenswertes über die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwachende Bewegung für die Rechte der Kinder erfahren.
Aber weil es ja das MACHmit!Museum ist, in dem die Ausstellung stattfindet, können die Gäste es auch selbst ausprobieren, wie das früher so war. Zum Beispiel mit der Gleichbehandlung. Da tritt man in die Wohnstube eines bürgerlichen Haushaltes der Gründerzeit – Vater, Mutter, Tochter, Sohn. In einer Ecke liegt auch Spielzeug. Allerdings: Sollten Mädchen mit dem Baukasten spielen wollen, wird da wohl nichts draus werden: Nur für Jungs. Für die Mädchen sind die Puppen da.

Rechte zu haben, ist ja erstmal eine tolle Sache. Rechte in Anspruch nehmen – das kann zuweilen auch ziemlich lästig sein.
“Recht auf Bildung” hört sich ja ganz nett an – aber jeden Tag zur Schule gehen zu müssen, ist für manchen ziemlich nervig. Fast jeder kennt das noch aus seiner eigenen Schulzeit…
Andererseits: Ohne Bildung steht man dann doch ganz schön blöd da.
Das merken die Kinder spätestens dann, wenn sie vor diesen Büchsen mit den seltsamen Zeichen stehen. Was drinnen ist wird für sie wohl ewig ein Geheimnis bleiben – aber sie erfahren: So sehen Buchstaben aus, wenn ich nicht lesen kann. Rätselhaft und nicht zu entschlüsseln.

Früher – also: ganz früher – im tiefsten Mittelalter, da konnten in Europa selbst Könige und Fürsten nicht lesen und schreiben. Bauern und einfache Stadtbewohner sowieso nicht. Die einzigen Bildungseinrichtungen in jener Zeit waren die Klöster. Aber hier durfte nicht jeder lernen. Und für Mädchen war das völlig undenkbar.
Meist waren es Söhne aus Adelsfamilien, die in der Erbfolge soweit hinten lagen, dass sie nicht einmal die Chance hatten, irgendwann auch nur das halbe Königreich zu erhalten. Die gingen dann zu den Mönchen und bekamen in einer sehr langen und harten Lehrzeit auch das Schreiben und Lesen beigebracht.

Artikel 32 der Konvention soll die Kinder vor wirtschaftlicher Ausbeutung schützen. Vor allem in Entwicklungsländern müssen Kinder von klein auf arbeiten, um für sich und ihre Familie das Überleben zu sichern. Nicht selten werden die so zu Hungerlöhnen und nicht selten unter gesundheits-
gefährdenden Bedingungen hergestellten Produkte nach Europa und also auch nach Deutschland exportiert.
Bekleidung zum Beispiel oder Teppiche.
In der Ausstellung ist ein Webstuhl aufgebaut, an dem die Besucher selbst erfahren können, welche körperlichen Anstrengungen für das Knüpfen eines Teppichs nötig sind.
Und es wird gezeigt, dass man auch hierzulande etwas gegen die Ausbeutung von Kindern in fernen Ländern tun kann: Am besten nur “fair” hergestellte Produkte kaufen, bei denen sicher ist, dass sie nicht durch Kinderhand entstanden sind.

Doch Kinderarbeit wird von den Ausstellungsmachern nicht grundsätzlich als schädlich dargestellt. So wird das Projekt „Listros“ als ein Beispiel dafür vorgestellt, wie sich Kinderarbeit positiv für die Betroffenen auswirken soll: Kleine Schuhputzer aus Äthiopien verdienen mit ihren Dienstleistungen nicht nur den Unterhalt für sich und ihre Familie, sondern auch die Mittel, die sie für einen Schulbesuch benötigen.
Ein Ansatz der wohl nicht unumstritten sein dürfte.

Natürlich sind Kinderrechte nicht nur Dinge, die mit Politik, Wirtschaft und Bildung zu tun haben. Die Respektierung von Kindern als kleine, eigenständige Persönlichkeiten fängt zu allererst in der Familie an. Und die meisten Eltern wissen es längst: Nicht immer wird das, was die Altvorderen für toll halten, von den Jüngsten ebenso gesehen.
Damit nun die letzten diesbezüglichen Missverständnisse ausgeräumt werden können, steht mitten in der Ausstellung ein großes Bett. In selbiges können sich Mama und Papa hineinbegeben – und Sohn und Tochter können nun anhand der lebenden Objekte genau vormachen, wie sie selbst demnächst umhegt und umsorgt werden wollen.
Alle dann noch offenen Fragen werden hinterher am
Küchentisch geklärt.


 

 

 

ene–mene–muh–welches RECHT hast DU?!?


477 Kinder haben 6 KinderRECHTE ausgewählt, die für sie
am Wichtigsten sind – die zeigen wir:

ene–mene–muh–alle Kinder sind wie DU!
ene–mene–muh–umsorgt wirst DU!
ene–mene–muh–DIR hört jemand zu!
ene–mene–muh–Schutz im Krieg kriegst DU!
ene–mene–muh–in die Schule gehen darfst DU!
ene–mene–muh–Essen + Trinken + Medizin kriegst DU!
 

MACHmit! Museum für Kinder

Senefelderstraße 5/6, 10437 Berlin

Öffnungszeiten

Di – So: 10 – 18 Uhr

Montag geschlossen



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