Vitamin B: Sozialrichter bei der Heilsarmee

Das „Café Treffpunkt“ der Heilsarmee bekam Besuch von der Justiz: Gleich sechzehn Richterinnen, Richter und Justizfachangestellte des Berliner Sozialgerichtes waren gestern (Mittwoch) Nachmittag im Rahmen der „Aktion Vitamin B“ des Diakonischen Werkes Gäste im Sozialcafè in der Kuglerstraße, darunter auch Gerichtspräsidentin Sabine Schudoma und ihr Vizepräsident Hans-Christian Helbig.
Obwohl: Der Begriff „Gast“ traf die Sache nicht so ganz, denn als solcher betritt man ja ein Café, um sich bedienen zu lassen. In diesem Falle aber waren es die in der Kuglerstraße erschienen Juristen, die für das leibliche Wohl der Anwesenden sorgten.

Mit der Aktion „Vitamin B“ lädt das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz alljährlich Firmen, Bürogemeinschaften und Verwaltungen dazu ein, zur Wintersaison in einer Einrichtung der Kältehilfe einen Obstsalat für Bedürftige zuzubereiten. Die Essenszubereitung ist aber nur der eine Teil, zugleich soll die Möglichkeit des Kennenlernens von Menschen gegeben werden, die sich sonst auf Grund ihrer persönlichen und sozialen Situation wohl nicht begegnen würden.

Bei der Begrüßung bedauerte Heilsarmee-Sozialsergeant Siegfried Fischer, dass das Cafè seit einiger Zeit nicht mehr

so stark frequentiert wird – offenbar eine Folge der Vorgabe des Bezirksamtes, bis zu 1,50 Euro für das Essen einzunehmen.

Der von den Berliner Sozialrichtern zubereitete Obstsalat blieb jedoch kostenfrei, und tatsächlich entwickelten sich binnen kurzer Zeit zum Teil recht intensive Gespräche zwischen den Stammgästen des Cafés und den Besuchern aus der Invalidenstraße.
Und wem nach tiefgründiger Unterhaltung nicht der Sinn stand, der konnte auch eine Runde „Mensch ärger dich nicht“ mit leibhaftigen Juristen spielen…
 


 

 



Kommentar zu “Vitamin B: Sozialrichter bei der Heilsarmee”

  1. Siegfried Fischer

    März 10. 2012

    Ich finde das nicht selbstverständlich, dass Menschen aus den oberen Etagen sich zu den Randgruppen gesellen, um dort mit einem Zeichen der Solidarität etwas Positives zu bewirken. Viele der KlientInnen fanden nicht nur den Obstsalat lecker, sondern haben sich auch über Gespräche mit den Richtern gefreut.
    Wem das zu wenig ist, ist herzlich eingeladen, an den verbleibenden 300 Öffnungstagen, die innerhalb eines Jahres vorhanden sind, einen weiteren „Tropfen“ der Barmherzigkeit in den Eimer, der noch recht leer ist, zu schütten, damit dieser Eimer plötzlich überquillt.

    DANKE den Richterinnen und Richtern und anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Sozialgerichtes für diese gute Tat.

    Diesen Artikel verfasse ich im Auftrag einiger Besucher des Café Treffpunkt der Heilsarmee, die mich – weil sie selbst kein Internetzugang haben und auch damit nicht umgehen können – beauftragt haben, dies so zu schreiben.

    Na, dann man los mit einer neuen Hilfsaktion für bedürftige Menschen…

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