Letteboulevard statt Lettestraße?

Als bei der letzten Sitzung des BVV-Ausschusses für öffentliche Ordnung, Verkehr und Verbraucherschutz unter anderem ein Verkehrsgutachten zum Sanierungsgebiet Helmholtzplatz auf der Tagesordnung stand, meldete sich der Bezirksverordnete Thomas Goetzke zu Wort und meinte: „Eigentlich hat die Lettestraße rein verkehrstechnisch gesehen überhaupt keine Funktion mehr. Man sollte sie dem Helmholtzpatz zuschlagen und nur noch für Fußgänger offenhalten.“ Die Lettestraße als kleiner Boulevard? Was meinen die Leute vor Ort dazu?


Ines Möller betreibt zusammem mit ihrem Mann in der Lettestraße 9 seit über fünf Jahren die Boutique „Prachtstück“, in der handgefertigte spanische Schuhe und anspruchsvolle Ledertaschen angeboten werden. Anfangs ist sie etwas unsicher, dann aber findet sie die Idee gut: „Wenn die Lettestraße zur Fußgängerzone erklärt wird, kämen sicher hier noch mehr Leute entlang, was auch den Gewerbetreibenden mehr Kundschaft bringen würde. Außerdem wäre es für die Kinder sicherer, wenn es hier keinen Autoverkehr mehr gäbe.“

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Nur ein paar Häuser weiter, in der Lettestraße 6a, da ist Ines Heß im Eiscafé „Eisclub“ zugange. Das Geschäft wird – na klar – auch von vielen kleinen Kiezbewohnern besucht, die sich dort ihre Eiswaffeln kaufen. „Die Straße als Fußgängerzone einzurichten, fände ich gut. Es passiert ja hier immer wieder mal, dass ein Kind kurz auf die Straße läuft, so schnell kann man gar nicht reagieren. Eine autofreie Straße wäre vor allem für die Kinder von Vorteil.“

 


Klaus und Barbara sind nicht aus der Umgegend, sie wohnen in Mitte. Mit ihren Kindern kommen sie aber oft zum Helmholtzplatz – und zwar „jeder mit seinem Kind“, wie sie betonen. „Hier ist es einfach angenehm.“
Die Lettestraße als Fußgängerzone? „Ja, na klar. Wenn man da von Autos ungestört spazieren gehen könnte, das wäre doch schön.“

 

 

Markus Wernecke äußert sich schließlich kurz und knapp: „Autofreie Lettestraße? Ich bin dafür. Verkehrsberuhigung ist immer gut.“

 

Fazit: Von zwanzig Befragten waren achtzehn für den Vorschlag von Thomas Goetzke. Es scheint dafür also eine große Zustimmung bei Anwohnern und Besuchern der Lettestraße zu geben.
Auf der besagten Ausschusssitzung hatte sich der zuständige Stadtrat Jens-Holger Kirchner die Idee notiert. Er will die Machbarkeit der Umwidmung der Lettestraße überprüfen lassen.

 

 



2 Kommentare zu “Letteboulevard statt Lettestraße?”

  1. sheratan

    Okt. 04. 2010

    In der Lettestraße gibt es, obwohl sie nicht lang ist, fünf Behindertenparkplätze. Sollen wir, die auf diese Parkplätze angewiesenen Menschen dann auch gleich wegziehen? Vielleicht raus an den Stadtrand? Ist ja sowieso nicht wirklich rollstuhlgerecht hier im Prenzlberg. Inklusion, die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen, sieht anders aus. Die Lettestraße muss Straße bleiben. Das Geld für den Umbau kann besser für die Sanierung der immer noch weitgehend maroden Bürgersteige ausgegeben werden. Das freut auch die Kinder.

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  2. Miriam

    Nov. 23. 2010

    Liebe Anwohner und Freunde des Helmholzkiezes, lieber sheratan,
    meiner Meinung nach spricht nichts gegen eine Verkehrsberuhigung der Lettestraße, dies könnte ja auch die Umwandlung der Lettestraße in eine Spielstraße sein oder eine Fußgängerzone mit Sonderzufahrts- und Parkgenehmigung für die Nutzer der Behindertenparkplätze.

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