Rangierbahnhof Pankow: Die Box bleibt zu

Die Info-Box von Möbelhausunternehmer Kurt Krieger („Möbel Krieger“, „Höffner“, „sconto“ etc.) am S-Bahnhof Pankow bleibt ab sofort geschlossen. Darauf haben sich die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt und der Möbelhauseigner verständigt.
Der Grund für die Schließung von Kriegers Pavillon ist ein seit dem 6. August laufendes „Werkstattverfahren“ zur Entwicklung eines Masterplans für den ehemaligen Rangier- und Güterbahnhof Pankow unter der Federführung der Senatsverwaltung. Für die Dauer des Verfahrens haben beide Seiten vereinbart, öffentliche Erklärungen zur Zukunft des ehemaligen Bahngeländes nur gemeinsam abzugeben.

Kurt Krieger (bei der Eröffnung der “Info-Box“)

Der signalrote Container wurde von Krieger im Mai 2011 aufgestellt, unmittelbar nachdem die Pankower Bezirks-
verordnetenversammlung mehrheitlich mit Ausnahme der Bündnisgrünen beschlossen hatte, Kriegers Pläne für die Entwicklung des von ihm erworbenen, zirka vierzig Hektar großen Grundstückes zu begrüßen. In der Box wurden Kurt Kriegers Pläne für die Enwicklung des des Grundstückes ausgestellt.

Umstritten war vor allem Kriegers Wunsch, auf dem Areal zwischen den S-Bahnhöfen Pankow und Heinersdorf nicht nur Möbelhäuser, sondern auch ein Einkaufszentrum in der Größe des ALEXA am Alexanderplatz zu errichten. Während die damalige rot-rote Zählgemeinschaft des

Ab sofort geschlossen:Ausstellung über Kurt Kriegers Baupläne (hier während der Eröffnung im Mai 2011 )

Bezirkes eine solche Shoppingmall unter bestimmten Bedingungen akzeptierte, sprach sich der von SPD und Linken geführte Senat dagegen aus. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte befürchtet, dass mit einem derart groß dimensionierten Konsumtempel die wirtschaftliche Entwicklung des Alt-Pankower Zentrums zum Erliegen kommt.
Als auch nach der Abgeordnetenhauswahl vom vergan-
genen Herbst und des darauf folgenden Wechsels an der Spitze des Berliner Stadtentwicklungsressorts seitens des Senates kein Sinneswandel zu erkennen waren, verab-
schiedete die Bezirksverordnetenversammlung einen Beschluss, in dem ein solchen nun in Gang gekommenes „Werkstattverfahren“ eingefordert wurde.

40 Hektar Brachland:
Werkstattverfahren soll Lösung bringen

Während des Werkstattverfahrens soll nun ein System von Arbeitsgruppen, Werkstätten, Akteursrunden sowie zwei Standortkonferenzen in den Themengebieten Einzelhandel, Verkehr und Städtebau die Grundlagen für die Verfahren der eigentlichen Bauleitplanung schaffen.
Teilnehmer des Werkstattverfahrens sind nach Auskunft des Bezirksamtes neben den zuständigen Abteilungen des Senates und des Bezirks, externe Büros, Akteure vor Ort sowie Verbände und Kammern. Bereits Endes dieses Jahres soll eine abschließende Standortkonferenz das Ergebnis der “Werkstatt” vorstellen.
Die Finanzierung des Werkstattverfahrens erfolgt durch die Unternehmensgruppe Krieger.

Box geschlossen, aber Internetauftritt bleibt

Wie Michael Kollmann, Expansionsleiter der Krieger Grundstücks GmbH, der Prenzlberger Stimme mitteilte, soll die Info-Box ab Frühjahr 2013 wieder öffentlich zugänglich sein. Möglicherweise werden dort dann die Ergebnisse des nun begonnen Verfahrens zu sehen sein.
Die Webseite pankower-tor.de, die zeitgleich mit der Eröffnung der Box online ging und auf der die Unternehmensgruppe Krieger eine inhaltlich identische Darstellung ihrer Pläne offeriert, scheint von der gemeinsamen Informationspolitik von Senat und Krieger-Gruppe offenbar aber nicht berührt zu sein. Wie Michael Kollmann erklärte, werde man den Webauftritt nicht abschalten, da er doch sehr erfolgreich gewesen sei und erhebliche Zugriffszahlen zu verzeichnen habe.

 

 

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