„Das konnte ja keiner ahnen, dass das heute der wärmste Tag des Jahres werden wird“, meinte Walfriede Schmitt mit Blick auf einige Stühle, die diesmal leergeblieben waren. Die Schauspielerin war zusammen mit dem Schauspieler und Musiker Karsten Troyke zu Gast beim Kulturbrunch anlässlich des Beginns der 20. Spielzeit der Murkelbühne. Der sechste Kulturbrunch der war der erste, der nicht schon im voraus ausverkauft war.
„Freiheit macht Arbeit“ heißt das Motto der Jubiläumsspielzeit, und wie in den Jahren zuvor soll der vieldeutige Leitsatz von
den jungen Kursteilnehmern der Murkelbühne von allen Seiten her betrachtet, auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt werden – auf dass daraus Geschichten entstehen, die später dann zur Aufführung kommen.
Was dabei herauskommen kann, ist an den Ergebnissen dem vorangegangenen Spieljahr zu betrachten: Einige Stücke aus der vergangenen Saison werden in den kommenden Wochen erneut auf dem Spielplan stehen.
Los geht es ab dem 30. August mit „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ – die Geschichte nach dem Kinderbuch von Andreas Steinhöfel wird von den Acht- und Neunjährigen des Theaters (Kurs 8+) aufgeführt.
Ab 8. September ist dann der Kurs 14+ (B) mit Tschick“ nach dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf an der Reihe.
Und am 13. September gibt es dann sogar noch eine Premiere: Der Kurs 14+ (A) präsentiert seine ein selbstgeschriebenes Kabarettprogramm: „Letzter Vorhang – Ein Kabarettungsversuch“.
Der 6. Kulturbrunch war – wie schon erwähnt – nicht so überlaufen, wie seine Vorgänger. All jene, die an diesem Tag Hitzefrei genommen hatten, sind allerdings ein paar unterhaltsame Stunden verlustig gegangen.
Walfriede Schmitt und Karsten Troyke traten mit ihrem Programm „Dass ich nicht vergesse, Ihnen zu erzählen …“ auf – einer Abfolge von jiddischen Anekdoten und Witzen (Schmitt) sowie jiddischen Volksliedern, Chansons von Georg Kreisler…
Kann man nicht beschreiben, muss man gehört und gesehen haben.
Im zweiten Teil des Programm war – wieder einmal – „Prenzlkasper“ Christian Bahrmann zu Gast, der diesmal seine ganz eigene, saukomische Version von „Kasper und der Teufel“ zum Besten gab.
Im Handumdrehen schaffte er es, die mehrheitlich erwachsenen Zuschauer zum kasperletheaterüblichen Mitmachen zu animieren. Mehr noch: Wären im Theaterraum Tische vorhanden gewesen, die die Besucher hätten binnen kürzester Zeit unter ihnen gelegen. Vor Lachen.
Wie schafft der Kerl das bloß immer wieder? Hat er einen festen Text? Improvisiert er? Keine Ahnung.
Vielleicht findet es ja der eine oder andere in den kommenden Wochen heraus – auch beim Prenzlkasper hat die neue Theatersaison soeben begonnen.

















