Um es gleich vorweg zu sagen: Es mangelt an Disziplin in diesem Bezirk. Und an Respekt vor Obrigkeit und deren öffentlichen Bekanntmachungen.
Nein, es ist nicht die Rede von den renitenten Rentnern aus der Stille Straße – vom Humannplatz muss hier berichtet werden.
An allen Toren zum neugestalteten Spielplatz wurden vom Bezirksamt liebevoll gestaltete Hinweise darauf angebracht, dass der Platz am 22.08.2012 um 14 Uhr eröffnet wird.
Und was macht das – in jeder Hinsicht – gemeine Volk?
Es ignoriert, dass der stadträtlichen Hinweis ja auch beinhaltet, dass der Spielplatz bis zu dem genannten Zeitpunkt noch geschlossen ist!
Bereits seit Tagen tummeln sich Väter und Mütter samt ihrer Kinder in so großer Zahl auf dem Platz, dass in einem die Befürchtung aufsteigt, in naher Zukunft müssten Wartemarken ausgegeben werden.
Und zwar ohne dass der Stadtrat für Stadtentwicklung Jens-Holger Kichner zuvor auf den Humannplatz geeilt wäre, um zu erklären, dass seit „Mitte letzten Jahres auf dem Platz die Wege erneuert, die Rasen- und Pflanzflächen aufgewertet
sowie Bänke und andere Sitzelemente installiert wurden“.
Auch dass die große Sandspielfläche eine neue Einfassung erhielt und die alten Plattenflächen auf Vordermann gebracht wurden, hätte er gerne noch mitgeteilt, bevor alle erstmals zum großen Kletterparcours gestürmt wären. Zudem hätte er darauf hingewiesen, dass die vorhandenen Spielelemente überarbeitet wurden. Und den Wasserspielplatz im zentralen Bereich des Platzes hätte er ebenso erwähnt, wie den Umstand, dass es „zum Verweilen mehrere Sitz- und Aufenthaltselemente in sonnigen oder schattigen Bereichen“ gibt.
Und natürlich wollte er, bevor der Fuß eines geöhnlichen Sterblichen den frischen Sand benetzt, die Aufmerksamkeit der Eröffnungsgäste darauf lenken, dass „für den Umbau und die Aufwertung des gesamten Humannplatzes finanzielle Mittel aus dem Programm ‚Städtebaulicher Denkmalschutz‘ in Höhe von rund einer Million Euro zur Verfügung stehen“.
Dann schließlich hätte er tief Luft geholt und verkündet: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, mit der Neugestaltung des Humannplatzes die historische Platzform zu erhalten und dennoch zeitgemäße Spielangebote zu schaffen.“ Danach hätte er zur Schere gegriffen, ein schwarzrotgoldenes Band zu zerschnitten – um nun den ersten Besucher mit einem selbst hergestellten Sandkuchen zu begrüßen.
Statt dessen: Anarchie seit Tagen!
Beim nächsten umgebauten Spielplatz: Mehr Disziplin, Leute!
Die Zitate wurden der Presseerklärung des Bezirksamtes entnommen









Chr. Lewek
Aug. 22. 2012
„die historische Platzform zu erhalten“
– echt schön, aber bei so viel Historie auch kein wirkliches Wunder
PUK
Aug. 23. 2012
Der Text ist so voller Rechtschreibfehler, da hat der Herr Kampmann wohl wieder mal einen über den Durst getrunken?
von ODK
Aug. 23. 2012
Nun ja, drei Teppfuhler…Tuppfah…Tippfehler im Text sind zwar unschön, lassen aber eher auf Entzug, statt auf ausgelassene Gelage schließen.
Gruß nach nebenan
ODK
PS: Beim nächsten Mal bitte einen anderen E-Mail-Account verwenden (es muss ja nicht der mit dem Klarnamen sein): Das automatische Spamaussortierprogramm hatte Ihren Kommentar schon in die Tonne geleitet – und dort hatte ich ihn eher zufällig entdeckt.
Nicht, dass ein Posting von Ihnen verloren geht, und es dann heißt, die Prenzlberger Stimme zensiert…
Herr Wolny
Aug. 23. 2012
Lasst doch den Leuten die Freiheit. Ist schließlich ihr Geld, was da in den Spielplatz investiert wurde.
Herr_R
Aug. 24. 2012
Und plötzlich kam auch das Wasser! Seit Wochen wurde der Spielplatz bereits genutzt und die Kleinen durften auch ohne offizielle Eröffnung auf ihm spielen. Nur hätte man den Wasserhahn dann auch schon etwas früher aufsperren können! Die Kleinen hätten es Ihnen wirklich gedankt und die meisten Eltern sicherlich auch. Die Hitze der vergangenen Wochen hat geradezu dazu aufgefordert.
Aber da hat sogar bei den Grünen/Bündnis 90 der Dünkel der Parteipolitik Vorrang vor der Vernunft. Besch..eidener geht es kaum!
TGB
Aug. 24. 2012
Aber irgendwie hat’s wieder keiner geschafft, da „Rauchen verboten“-Schilder anzubringen.
An manchen Tagen ist in einer Raucherkneipe frischere Luft als auf einem Spielplatz im Prenzlauer Berg. Leider sind die Rauchereltern aber auch in keiner Weise einsichtig, dass wenigstens auf dem Spielplatz die Kinder und nicht ihre Sucht das Sagen hat.