Es ist ein “Kind” des Systemwettbewerbs von Ost und West. Der hatte sich in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre in beiden Teilen Berlins nicht zuletzt im Feiermarathon anlässlich des 750. Jahrestages der ersten urkundlichen Erwähnung von Cölln, der mittelalterlichen Nachbarstadt Berlins, dokumentiert.
Geld spielte dabei auf beiden Seiten der Mauer keine Rolle – und neben den vielen für die Festivitäten verpulverten Ost- und Westmärkern wurde zuweilen auch etwas Geld für Sinnvolles ausgeggeben, für etwas, das die Partytime überdauerte. Das Zeiss-Planetarium an der Prenzlauer Allee zählt mit Sicherheit dazu.

Projektor: Vor einem Vierteljahrhunder das modernste Gerät
© Foto: Karsten Behrens via Wikipedia
Das Planetarium am Thälmannpark wurde bei seiner Eröffnung als eines der größten und modernsten Sternentheater Europas gefeiert. Das könnte es noch heute sein – wenn die technische Entwicklung seither stehen geblieben wäre.
Denn in die Erneuerung der technischen Ausstattung wurde seit 1987 nicht eine nicht eine müde Mark und auch kein munterer Euro gesteckt. Was zeigt, dass die Verlotterung gesellschaftlichen Eigentums nicht unbedingt ein realsozialistisches Alleinstellungsmerkmal ist.
Aber immerhin fiel das Gebäude nicht der ideologisch motivierten Geschichts-Entsorgung oder dem schnöden Verwertungsdruck zum Opfer, wie es anderen Solitären der DDR-Architektur widerfuhr.
Und so kann das Zeiss-Großplanetarium nun seinen 25. Geburtstag begehen – und das tut es natürlich mit einem Programmm rund um Sonne, Mond und Sterne – und zwar im weitesten Sinne.
Eröffnet wird die Festwoche am Mittwoch, dem 10. Oktober mit der Premiere der Multimediashow „Nachtwandler“.
„Die Show verknüpft die Bewegungen am Himmel mit den Bewegungen auf der Erde zu einer multimedialen Choreografie aus Sternen, Videoprojektionen, 360-Grad-Bildern und Lasereffekten, getragen von der eigens dazu komponierten
Musik“, heißt es dazu – leider etwas nichtssagend – in der Programmankündigung.
Am 11. Oktober sind Oliver Kalkofe und Dietmar Wischmeyer mit ihrem Programm „Arschkrampen im Weltall“ zu sehen und zu hören, am 12. Oktober ist dann „Kiezkieken“ angesagt: Beim gleichnamigen Kurzfilmfestival werden Filme zu Thema „Berlin bei Nacht“ präsentiert.
„Planetarium hautnah“ heißt es am Sonnabend, dem 13. Oktober. Andreas Renee Swoboda wird mit zwei Programmen („Ich bin auch ohne Lady gaga!“, „Soiree mit Renee“) dabei
sein, danach gibt es dann mit „Bargeschichten“ einen stimmungsvollen Ausklang.
Der Sonntag ist dann Kindertag. Neben dem Klassiker „Sterne, Nebel, Feuerräder“ werden sie Programme „Der kleine Sternentraum“ und „Im Jahreskreis der Sonne“ gezeigt.
Übrigens: Dass das Planetarium nicht noch einmal 25 Jahre ohne jegliche Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen durchhält, hat sich mittlerweile bis zum Senat herum-
gesprochen. Ab dem kommenden Jahr werden vom Land 12,5 Millionen Euro für die Generalüberholung bereitgestellt. Nächsten Sommer sollen die Arbeiten beginnen.
© Fotos (3): Dirk Grabowski







