…lautete vor Jahren einmal ein Hit der „Prinzen“ – und so ein bisschen hatten die Herren aus Dresden wohl auch die eigene Branche im Auge. Denn wohl in keinem anderen Bereich wird soviel geklaut, wie in der Musik.
Die Älteren unter den Lesern – also: die ganz Alten – werden sich noch an den genialen Song „My Sweet Lord“, erinnern, den der damals der damals noch bei den Beatles agierende Musiker angeblich Ende 1969 in Kopenhagen kreiert haben wollte – und der mehr als nur eine verdammte Ähnlichkeit mit dem bereits im Dezember 1962 von der New Yorker
Mädchen-Band The Chiffons veröffentlichte Song „He’s So Fine“ aufwies..Bert Brecht – zwar kein Musiker, aber eben doch (Teil-)Erfinder der Dreigroschenoper – nahm sowieso alles mit, was am Wegesrand der Musen so herumlag.
So zum Beispiel auch Verse von François Villon für eben dieses Werk.
Was aber eh nichts machte: Schließlich war Brechts Erfolgsstück insgesamt nur eine… ähhh… – „Coverversion“ der zweihundert Jahre älteren Bettleroper von John Gay (der aber der Überlieferung zufolge keiner war) und Johann Christoph Pepusch.
Den Jüngeren unter den Lesern wird vielleicht noch die Gerichtsentscheidung in Erinnerung geblieben sein, in deren Ergebnis Bushido ein ganzes Album schreddern lassen musste, weil… – genau!
Wie gesagt, geklaut wurde in der Musik schon immer.
Meistens waren es jedoch Tonfolgen oder Liedtextpassagen, die von nicht immer urheberberechtigten Musikschaffenden zweitverwertet wurden.
Übergriffe von Musikern auf das Gebiet der Grafik waren allerdings eher selten zu vermerken.
Aber genau dies legt nun eine kleine Anfrage (siehe Download unten) der Pankower Piraten nahe, die sie an das Bezirksamt stellten, nachdem sie des neuen Logos der bezirklichen Musikschule Bela Bartok ansichtig wurden.
Und tatsächlich: Dem Piktogramm der Musikschule lediglich eine Ähnlichkeit mit dem Firmenzeichen des us-amerikanischen Unternehmens Beats Electronics zu attestieren, wäre mehr, als nur eine Untertreibung.
Chris Berghäuser, Leiter der Pankower Bezirksmusikschule, zeigte sich ob der Übereinstimmung der Erkennungsgrafiken von Beats Electronics und seiner Einrichtung überrascht. Den Verdacht eines Plagiats wies er weit von sich. Das Logo, so der Musikschulchef gegenüber der Prenzlberger Stimme, sei innerhalb der letzten zwei Jahre in einem schrittweisen Prozess entstanden, an dessen Ende dann mehrere, recht unterschied-
liche Entwürfe zur Auswahl standen. Die Firma „Beat Electronics“ war zu diesem Zeitpunkt noch niemandem in der Musikschule bekannt – und natürlich auch nicht deren Firmenzeichen.
Ob sich die Pankower Musikschule nun auf Grund der möglicherweise älteren Rechte von „Beat Electronics“ an dem markanten „b“ ein neues Logo suchen muss, vermochte Chris Berghäuser nicht zu sagen. Darüber zu befinden sei zuerst einmal Sache des Bezirksamtes.
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