In der größten Einkaufsstraße von Prenzlauer Berg scheint die Zahl der Geschäftsaufgaben jene der Neueröffnungen zu übersteigen. Diesen Eindruck muss man jedenfalls bekommen, wenn mann die Allee zwischen der Danziger und der Wisbyer Straße entlang geht. Zwischen all den mehr oder weniger attraktiven Geschäften sind in letzter Zeit vermehrt leere Schaufenster zu entdecken – mit zum Teil schon recht verwitterten Vermietungsangeboten.
Als Ursache des zunehmenden Leerstands vermutet Günter Päts, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Handels-
verbandes Berlin-Brandenburg, gestiegene Gewerbemieten.
„In der Schönhauser Allee“, so Günter Päts, „haben sich viele kraetive Geschäfte angesiedelt, die die Attraktivität des Standortes natürlich erhöht haben.“ Und mit der Beliebtheit einer Einkaufsstraße stiegen eben auch die Mieten für die Gewerberäume an. Nicht jeder Händler könne da mithalten.
„Standortkonferenz“ mit gewerbetrebenden, Vermietern und Bezirksamt vorgeschlagen
Roland Schröder, Vorsitzender des Ausschusses für Stadt-
entwicklung und Grünanlagen der Pankower Bezirksver-
ordnetenversammlung kann diese Vermutung bestätigen. Es gebe Händler, die zahlen für 100 Quadratmeter seinen 3.000 Euro im Monat. Roland Schröder: „Da geht dann der Großteil der Einnahmen für die Ladenmiete drauf.“
In einer Kleinen Anfrage an das Bezirksamt hat der Bezirks-
verordnete nun den Gewerberaumleerstand in der Schönhauser Allee thematisiert. Darin regt er auch „eine Art Standort-
konferenz“ an, „um einen Interessensabgleich von potenziellen Mietern, Vermietern und Bezirksinteressen zu erreichen“.
Sonst bestehe nämlich die Gefahr, so Roland Schröder zur
Prenzlberger Stimme, dass „99-Cent-Märkte“ und andere Ramschläden, die solche Mieten zahlen könnten, in der Allee Fuß fassten. Bezirksamt, Vermieter Gewerbetreibende sollten gemeinsam herausfinden, wie die Attraktivät der Allee erhalten bleiben kann. Roland: Schröder: „So wie in den ‚Schönhauser Allee Arcarden‘ das Management darauf achtet, dass die Vielfalt der Angebote erhalten bleibt und daher nicht immer das höchste Mietangebot den Zuschlag bekommt, so sollte nach Möglichkeit auch in der Schönhauser Allee verfahren werden. Das würde Leerstand vermeiden und die Attraktivität der Straße erhalten – was schließlich auch im Interesse der Vermieter ist.“
„Gastronomie zieht Kunden an“
Genauso sieht das auch Günter Päts vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. So eine Geschäftsstraße sei wie „ein Kaufhaus ohne Dach“. Vielerorts gäbe es bereits Geschäfts-
straßeninitiativen, auch in Berlin. Neben der Eigeninitiative der Gewerbetreibenden sei aber auch die Kommune gefragt, die ein solches Engagement initiieren und Unterstützen sollte – in Berlin sei das der jeweilige Bezirk.
Im Zusammennhang mit dem Leerstand von Läden und Gewerberäumen – der im übrigen nicht nur in der Schönhauser Allee zu verzeichnen ist – erscheint ein jüngst von den Pankower Bündnisgrünen eingebrachter Antrag etwas neben
der Realität zu liegen. In dem Papier befürchten die Autoren eine Verdrängung von Gewerbetreibenden durch die Gastro-
nomie. „Die meist (…) Mischung sowie die oft kleinteiligen Gewerbestrukturen in Wohngebieten aus Handel, Handwerk und Dienstleistungen gemeinsam mit Schank- und Speise-
wirtschaften“, heißt es in dem Antrag, „drohen zunehmend verloren zu gehen. Bäckereien, Gemüsehändler, Friseure, Blumen- oder Werkzeugläden können die gestiegenen Gewer-
bemieten nicht mehr zahlen und werden verdrängt.“
Der stellvertretende Geschäftsführer des Interessenverbades der Einzelhändler kann diese Argumentation nicht nachvollziehen. „Gastronomie zieht Kunde an“, meint Günter Päts. Wenn sich die Einzelhändler mit ihr Angebot – aber auch mit die Öffnungszeiten – an die wegen der Lokale in den Kiez kommenden Besucher ausrichteten, sei die Gastronomie für die Händler sogar umsatzfördernd.


tgb
Feb. 11. 2013
Das Problem ist wohl eher, dass die Schönhauser ab spätestens Ecke Stargarder ziemlich abgewirtschaftet, dreckig und von Köter zugeschissen daherkommt.
Ganz zu schweigen von der Spielothekendichte.
Die Schönhauser ist schlicht nicht wirklich attraktiv.
Und wenn, dann nur im südlichen Teil.