Suchanzeige: Schilder entlaufen

OLYMPUS DIGITAL CAMERASie sind kreisrund, haben einen Durchmesser von 420 Millimeter und bestehen aus Aluminiumblech, das mit einer reflektierenden Folie in den Farben Rot und Blau überzogen wurde. Sie sind zumeist an sogenannten Pfählen befestigt, welche wiederum in massiven „Schuhen“ stecken, die die Standfestigkeit gewährleisten.
Ihr Name: Zeichen 283 StVO, Absolutes Haltverbot (umgangs-
sprachlich auch: „Halteverbot“ genannt).
In größerer Anzahl aufgestellt (um nicht zu sagen: ausgesetzt) wurden sie in letzter Zeit vom Bezirksamt Pankow überall dort, wo künftig Parkscheinautomaten ihre Heimstatt finden sollen.

Verflixt und zugeparkt: Flüchtige Verbotsschilder verzögern Automatenaufstellung

Verflixt und zugeparkt:
Flüchtige Verbotsschilder verzögern Automatenaufstellung

Denn weil die Ticketspender, die aus einem Lager nördlich der
Berliner Stadtgrenze herangeschafft werden, mit einem nicht unerheblichen Gewicht gesegnet sind, müssen sie direkt am Standort von der Ladefläche gehievt werden.
Um die Entlade- und Baufreiheit zu gewährleisten, werden Tage vor der geplanten Automatenanpflanzung am Orte des Geschehens zeitlich begrenzte Haltverbote angeordnet. Dies geschieht zumeist mittels mobiler Verkehrszeichen.

Einige Pankower Haltverbotszeichen erwiesen sich allerdings als zu mobil: Kaum aufgestellt, waren sie auch schon wieder verschwunden.

Bezirksstadtrat Torsten Kühne wittert nun böses Diebsgesin-
del, dass sich bei Nacht und – so vorhanden – Nebel der arglos herumstehenden Schilder bemächtigt habe.

Martialischer Anblick am Laternenpfahl:  Mit Kabelbinder und Zwingschrauben an der Flucht gehindert

Martialischer Anblick am Laternenpfahl: Mit Kabelbinder und Zwingschrauben an der Flucht gehindert

Das ist natürlich Unsinn.

Denn der gemeine Prenzlauer Berger ist zwar zuweilen recht gemein, aber niemals kleptoman.
Vielmehr wird es so sein, dass sich die Schilder – ihres tage-
langen Herumstehens überdrüssig – unbemerkt selbst aus dem Staub gemacht haben.
Vielleicht wollten sie sich ja bloß mal kurz ein wenig die Füße vertreten und haben sich dann in der Dunkelheit verlaufen. Nun irren sie irgendwo in der Stadt herum und finden nicht mehr zurück.

Dass mittlerweile wohl auch die Pankower Ordnungsbehörde von einer massenhaften Schilderflucht ausgeht, zeigen die neuerdings bekannt gewordenen Zwangsmaßnahmen. Da werden – offenbar wieder eingefangene – Haltverbotsschilder zur Verhinderung künftiger Ausreißversuche ihres Beines beraubt und mittels Kabelbinder und Zwingschrauben an Laternenpfähle fixiert.

Die Prenzlberger Stimme meint: Man kann es auch übertreiben.

 

 

 

 



2 Kommentare zu “Suchanzeige: Schilder entlaufen”

  1. Peter Pan

    Mai 06. 2013

    Ich kann schon verstehen, das aufgebrachte Schilder Beine bekommen, wenn Sie wochenlang, ach monatelang nutzlos herumstehen müssen und armen Autofahrern den Parkplatz klauen, ohne das Parkautomaten aufgestellt würden.
    Vielleicht wäre es sinnvoller die Schilder kurz vorher aufzustellen.

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  2. Captain Hook

    Mai 06. 2013

    Das gleicht sich alles aus. In der Stargarder stehen dafür immer noch mobile Schilder rum, die einen Umzug Mitte 2012 ankündigen.

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