Die Abgeordnete Clara West kandidiert für den Vorsitz der Pankower SPD. Damit wird es bei den Pankower Parteiwahlen im April zu einer „Kampfabstimmung“ um die Führungsposition geben.
Der derzeitige Vorsitzende Alexander Götz, der diese Funktion seit 2006 innehat, wurde bei den alle zwei Jahre abgehal-
tenen Wahlen stets ohne Gegenkandidat gekürt.
In einem Bewerbungsschreiben an die Pankower Parteimit-
glieder, das der Prenzlberger Stimme vorliegt, übt Clara West Kritik am Zustand des mit rund 1.500 Mitglieder größten ostdeutschen SPD-Kreisverbandes.
Der Partei, so West mit Verweis auf das desaströsen Wahlergebnis, gelänge es „nicht oder nur höchst unzureichend als bestimmende politische Kraft wahrgenommen, die eigene und starke Akzente im Bezirk und Land setzt.“
Deutlich nimmt die Politikerin die innerparteilichen Entscheidungsstrukturen ins Visier:
So verlangt sie eine „neue Offenheit“ und eine Diskussionskultur, „die die jeweils andere Position wertschätzt und gelten lässt, die Mehrheitsentscheidungen akzeptiert“ – ein Seitenhieb auf die Pankower Vorgänge bei der Kandidatenfindeung zur Bundestagswahl 2013.
Erstaunlich direkt geht die Politikerin auf den „Nord-Süd-Konflikt“ innerhalb der Pankower SPD ein. Dabei handelt es sich vor allem um die Auseinandersetzungen zwischen den sogenannten „Nordabteilungen“, deren Mitglieder zu einem nicht unerheblichen Teil einen ostdeutschen Lebenshintergrund haben und in denen auch die Pankower Gründer der DDR-SPD beheimatet sind, und den Prenzlauer Berger Abteilungen (Ortsverbänden), deren Mitglieder zu einem großen Teil „Zugezogene“ sind.
„Als Neu- und Altberliner müssen wir gemeinsam um die Inhalte unserer Politik ringen“, heißt es dazu in dem „Bewerbungsbrief“ der Politikerin.
Deshalb wolle sie „zumindest einen Teil derjenigen zurückgewinnen, die sich frustriert, enttäuscht und im schlimmsten Fall verbittert aus der aktiven Mitarbeit zurückgezogen haben. Dabei geht es mir besonders um diejenigen, die in den Jahren vor und nach der Wende unsere 1946 mit der KPD zwangsvereinigten Partei neu gegründet und mit aufgebaut haben – wir sind, davon bin ich zutiefst überzeugt, auf ihren Rat, ihre Erfahrung und ihre Mitarbeit angewiesen.“

Clara West wurde am 7. Juli 1981 in Freiburg geboren und wuchs in Eutin (Schleswig-Holstein) auf. Im Jahr 1997 trat sie in die SPD ein.
Seit dem Jahr 2003 lebt Clara West in Berlin.
Von 2006 bis 2011 war die promovierte Erziehungswissenschaftlerin Mitglied der Pankower Bezirksverordnetenversammlung und dortselbst im Finanzausschuss aktiv.
Bei den Berliner Wahlen vom September 2011 gewann sie den Wahlkreis Pankow 7 und zog in das Abgeordnetenhaus ein. Sie ist dort stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied des Hauptausschusses.Sie ist zudem stellvertretende Vorsitzende der SPD- Abteilung 12 (Helmholtzplatz).
Clara West wohnt mit ihrem Partner und der gemeinsamen kleinen Tochter in Weißensee.
Weitere Artikel zum Thema:
SPD Pankow will ihre Basis entscheiden lassen – diesmal wirklich…



