Normalerweise tut sich die Pankower Bezirkspolitik schwer damit, Einbahnstraßen einzurichten. Im Wissen darum, so die vorherrschende Meinung, dass ihm kein kein Gegenverkehr in die Quere kommt, drücke der gemeine Kraftfahrer in solchen Straßen das Gaspedal besonders stark durch – was die eigentlich angestrebte Verkehrsberuhigung auch schärfste konterkariert.
Bei der Sültstraße – genauer gesagt: beim nördlichsten Teil der Straße zwischen Georg-Blank-Straße und Ostseestraße – ist man von diesem Grundsatz nun abgewichen. Hier wird künftig gemäß eines Beschlusses der Bezirksverordneten-
versammlung der Verkehr nur noch nach Norden in Richtung Ostseestraße zugelassen sein.
Der Grund: An der stark befahrenen Kreuzung Ostseestraße/ Prenzlauer Allee/Prenzlauer Promenade/Wisbyer Straße – auch “Weißenseer Spitze” genannt – ist ein Linksabbiegen aus der Ostseestraße in die Prenzlauer Allee nicht möglich. Also biegen viele stadteinwärts fahrende Ortskundige bereits in die Sültstraße ein, um via Erich-Weinert-Straße die Kreuzung an der Weißenseer Spitze zu umfahren.
Da aber die sowieso nicht ausladend breite Sültstraße beidseitig mit parkenden Autos belegt ist, wird es bei Gegenverkehr für die Wagenlenker problematisch, aneinander vorbeizukommen. Um solch unliebsamen Treffen vorzubeugen, treten viele “Schleichwegfahrer” mal kurz kräftig auf die Tube – bloß schnell durch hier!
Es kommt also zu dem sonst den Einbahnstraßen zugeschriebenen Effekt der ungewollten Geschwindigkeitserhöhung. Da sich aber das Verkehrsaufkommen mit dem Ein-Richtungs-Verkehr erheblich reduzieren lässt, wich man von der sonst üblichen Enthaltsamkeit ab und stimmte der Ausweisung des nördlichen Teilstücks als Einbahnstraße zu.




