Unbeschra(e)nkte Durchfahrt

Schranke offen

 

Wer mit dem Auto von der Grellstraße kommend die Prenzlauer Allee überqueren will, muss an der ampelgeregelten Kreuzung vor allem während des Berufsverkehrs etwas Zeit aufbringen. Wer hingegen nach rechts in Richtung Weißensee abbiegen will und ein wenig ortskundig ist, spart sich die Warterei .
 

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Denn es gibt einen „Schleichweg“: Von der Grellstraße rechts in die Gubitz- und dann links in die Küselstraße einschwenken, und schon landet man direkt am Kundenparkplatz des LIDL- Marktes, der eine Ausfahrt zur Prenzlauer Allee hat. Das allerdings ist weder gewollt, noch erlaubt. Deshalb wurde an der östlichen Seite des Parkplatzes eine Schranke aufgestellt.

„Eine Erschließung des LIDL-Marktes aus dem Wohngebiet über die Küselstraße“, erklärte das Bezirksamt auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Matthias Böttcher (siehe Download unten), „war bereits mit der Stellungnah-
me zur Bauvoranfrage im Jahr 2003 vom damaligen Stadt-
planungsamt und Tiefbauamt ausgeschlossen worden.“

02Auch laut Baugenehmigung dürfe die Schranke nur kurzzeitig geöffnet werden, um die Warenlieferung an der östlichen Rampe abzuwickeln. Ansonsten sei die Schranke geschlos-
sen zu halten. Die Lieferer müssen das Grundstück über die Prenzlauer Allee verlassen.

Die Einhaltung dieser Vorgabe wird aufs Schärfste überwacht.

„Eine Kontrolle der Schranke“ lässt Stadtrat Jens-Holger Kirchner den Fragesteller wissen, „erfolgt durch das Tiefbau- und Landschaftsplanungsamt im Rahmen der turnusmäßigen Straßenbegehung alle 2 Monate. (…) Bei Kontrollen des Tiefbau- und Landschaftsplanungsamtes am 30.01.14 war die Schranke geschlossen. Bei den turnusmäßigen Begehungen ist eine geöffnete Schranke nicht festgestellt worden.“

 

Ein fiktiver, aber nicht ganz unwahrscheinlicher Dialog

Marktleiter: Morgen ist der Einunddreißigste. Ungerader Monat.

Marktmitarbeiter: Mein Jott, wie die Zeit verjeht. Schon wieda zwee Monate um.

Marktleiter: Sie wissen, was Sie zu tun haben.

Marktmitarbeiter: Klaro Chef. Hoffentlich sind Hansels vom Amt diesmal pünktlich. Beim letzten Mal musst‘ ick die Schranke zwee Stunden unten lassen, bis die dann endlich doch noch ufftauchten. Det jab ’n Stau, kann ick Ihnen sagen. Bis runter zur Greifswalder…

 

01Tatsache ist: In der Regel reckt sich der Schlagbaum steil in die Höhe und an seinem Fuße fließt ungehindert der Verkehr.

Nicht nur der Transit zur Prenzlauer Allee rauscht hier unge-
hindert durch – auch nutzen nicht wenige Automobilisten die schrankenlose Freiheit, um ihr Einkaufsziel über das Wohngebiet anzusteuern. Was offensichtlich bequemer ist, als die Anfahrt über die Prenzlauer.

Das Bezirksamt mag ja seine Gründe dafür haben, den „Schleichverkehr“ zu unterbinden. Nur sollte die Durchsetzung dann auch halbwegs ernsthaft gesichert sein.
Zum Beispiel, in dem man das Ordnungsamt darum bittet, mal im Vorbeifahren ein Auge drauf zu werfen.
Oder man beauflagt den Discounter, sich eine Schranke zuzulegen, die sich nur durch Berechtigte mittels Chipkarte öffnen lässt – und die sich nach Durchfahrt automatisch wieder schließt.

Zur Not könnte man natürlich auch einen Schrankenwärter einstellen – was immer noch weniger lächerlich wirken würde, als die alle zwei Monate stattfindenden Kontrolle, ob die Schranke auch tatsächlich ordnungsgemäß geschlossen ist.

 

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Kommentar zu “Unbeschra(e)nkte Durchfahrt”

  1. Christine Lutter

    März 28. 2014

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich, Christine Lutter, Vors. des Mieterbeirates der „Wohnstadt Carl-Legien“ habe mit Interesse Ihren Artikel sowie die Beantwortung der Kleine Anfrage 0510/VII durch Herrn Kirchner gelesen.
    Breits im Juni 2013 informierten ich schriftlich Herrn Dr. Kühne über die Situation mit der Lidl-Schranke und bat ihn um Hilfe. Dieser leitete mich an Herr Kirchner weiter. Herr Kirchner teilte mir im August 2013 schriftlich mit, dass er meine Anfrage durch sein Stadtentwicklungsamt – Fachbereich Bau- und Wohungsaufsicht- prüfen lassen wird. Selbst Telefonate mit einer technischen Sachbearbeiterin der Bauaufsicht, die selbst vor Ort war, führte zu keiner Änderung der Schrankensituation bis heute.
    Mit freundlichen Grüßen
    Christine Lutter
    Vors. Miterbeirat „Wohnstadt Carl-Legien“

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