Blau in den Mai

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Der erste Gedanke: Was denn, doch schon so weit?

Wenn ein Unternehmen allzu lange allzu schlechte Presse hat und der Ruf mithin am Boden ist, dann empfehlen Marketing-Experten, den Neuanfang auch mit einem neuen Corporate Design zu unterstreichen. Alle Formen, alle Farben neu – nichts soll mehr an die unangenehme Vergangenheit erinnern.
 
00aEigentlich war es ja nachvollziehbar. BER-Wowi, Steuerschummel-Schmitz, die Querelen um den Posten des Landesvorsitzenden, die Pankower Vorstandswahlen…
Ein Neuanfang war längst überfällig – aber dass die Relaunch des öffentlichen Auftritts der SPD so radikal sein würde…
Nicht nur, dass das Maifest der Partei, dass seit der Erfindung des warmen Mittagessens stets und immer auf den Werneuchener Wiesen stattfand, nun auf auf den Arbnwalder Platz verlegt wurde – nein, selbst die Parteifarbe, das mal mehr, mal weniger leuchtende Rot, musste einem stählernen Blau weichen.

0000Die Rostbratwurstverkäufer trugen hellblaue SPD-Shirts, die Luftballons mit den Initialen S, P und D blähten sich in einem satten Dunkelblau – und nur mit der Renovierung der Hüpfburg war man wohl nicht rechtzeitig fertig geworden: Neben dem frischen Blau trugen einige Teile noch verschämt ihr althergebrachtes Rot auf.

Gerade wollte die Prenzlberger Stimme den anwesenden Parteigranden zu ihrem mutigen Schritt gratulieren, als sie durch einen ihrer in den SPD-Vorstand eingeschleusten Whistleblower eine enttäuschende Erklärung über das vermeintliche Farbrevirements erhielt: Blau seien die Luftballons bloß wegen der Europawahl – und die Hüpfburg wäre schon immer zweifarbig gewesen.

Tja.

Also nix mit Neuanfang.

Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben…

 

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