„…dass mehr Leben in die Bude kommt“

bürgerpark

 

Titel6aHerr Brandt, das schöne an Klischees ist, dass sie meistens zutreffen. So heißt es, wenn sich zwei Deutsche auf einer einsamen Insel treffen, gründen sie als erstes einen Verein.
Und tatsächlich, wo immer man in Deutschland hinschaut, trifft man auf Vereine:
Vom Verein freier Hebammen über den Verein der deutschen Phillumenisten bis hin zum Verein zur Pflege oberschwäbischen Liedgutes (der nicht in Prenzlauer Berg angesiedelt ist !)… – ich bin mir fast sicher, dass es irgendwo auch einen Verein zur Förderung von Vereinsgründungen gibt. Allein im Bezirk Pankow gibt es über 70 Vereine – die Sportvereine sind da noch nicht mal mit eingerechnet. Warum also musste auch noch ein Verein für Pankow gegründet werden?


Brandt60
Viele Vereine bedienen ja einen einen ganz speziellen Zweck. Zum Beispiel im Kulturbereich, da werden Vereine für einen ganz bestimmtes Objekt gegründet. Der Verein für Pankow kümmert sich um die gesamte Kulturarbeit, und hilft, die einzelnen Akteure zu vernetzen. Außerdem sind wir auch im Bereich Stadtentwicklung aktiv.

Titel4aDer Verein wurde am 10. September 1994 gegründet. Wie war das: Hatten sich da ein paar Leute im Café getroffenen und gesagt, so, jetzt vernetzen wir uns mal?


Brandt60
So ungefähr. Anfangs waren es vielleicht so ein, zwei Handvoll Pankower die sich getroffen hatten um Wirtschaft und Kultur zueinander bringen. Zum Wohle Pankows, also, dass mehr Leben in die Bude kommt. Das war Ende 1993. Dann verlief sich das fast wieder im Sande. Aber da gab's einen, der blieb stur: Hans Reichert, der Weinhändler. Der scharte an die zwanzig Leute um sich, die wiederum andere ansprachen: Viele Politiker waren dabei: Eberhard Diepgen, Jutta Limbach, Sabine Bergmann-Pohl... - das sind ja alles Pankower. 116 Personen kamen so zusammen und die hatten dann den Verein für Pankow gegründet.

Titel3aWas waren die bisher größten Projekte des Vereins?


Brandt60
Zwei. Wir hatte zwei große Projekte. Das eine war die Restaurierung des Eingangstors zum Bürgerpark, das andere das Schloss Schönhausen. Für das Bürgerparktor haben wir 15.000 Euro zusammengesammelt.
Für die Sanierung des Schlosses haben wir zwar kein Geld gesammelt – die erforderlichen neun Millionen Euro hätten uns wohl auch überfordert. Aber wir hatten mit öffentlichen Aktionen wie zum Beispiel einem symbolischen Abriss die Öffentlichkeit darauf aufmerksam gemacht, dass das Schloss immer weiter verfällt, wir haben mit Politikern geredet - eben kräftig Lobbyarbeit betrieben.

Titel3aDer Verein für Pankow veranstaltet auch Konzerte?


Brandt60
Ja, über die Grenzen des Bezirks hinaus bekannt ist ja „Jazz im Park“. Entstanden ist die Reihe eigentlich durch das Fest „100 Jahre Bürgerpark“ im Jahr 2007. Da kamen mehr als 20.000 Besucher. Ein Jahr später hatten wir das Volksfest im Bürgerpark - um einiges kleiner - noch einmal wiederholt. Danach hatten wir uns dann überlegt, wie das weitergeführt werden könnte. Aber nicht als ein Allerweltsfest. So kamen wir dann auf die Idee mit dem Jazz
Mit „wir“ ist übrigens nicht nur der Verein gemeint, denn solche Veranstaltungen sind immer Kooperationen mit kommerziellen Partnern. Bei Jazz im Park ist es die „Stage Craft Entertainment GmbH“.

Titel3aDeren Inhaber ist auch Mitglied des Vereins für Pankow?


Brandt60
Klar doch, Reiner Gehrmann ist bei uns sogar stellvertretender Vorsitzender. Seine Firma ist auch bei den Mälzerei-Konzerten mit im Boot, die am Wochenende wieder in der Alten Mälzerei an der Neuen Schönholzer Straße stattfinden.

Titel3aWeniger erfolgreich war der Verein allerdings bei der Ausrichtung des Pankower Weihnachtsmarktes.


Brandt60
Naja, im Dezember 2012 hatte eine Boulevardzeitung unseren Markt sogar zum „hässlichsten Weihnachtsmarkt Berlins“ ausgerufen. Im vergangenen lief es schon etwas besser, aber da müssen wir noch ein bisschen dran herumschrauben.

Titel3aWo schraubt der Verein für Pankow sonst noch so?


Brandt60
Wir sind dabei, uns Gedanken über Belebung des Pankower Angers zu machen. Gehen Sie da mal Sonntagabend nach 18 Uhr entlang. Tot, völlig tot. Da wollen wir mal sehen, ob wir nicht zusammen mit der IG Alt-Pankow und den umliegenden Gewerbetreibenden etwas auf die Beine stellen können, das den Anger etwas lebendiger werden lässt.

 


Thomas BrandtThomas Brandt ist seit den 1980er Jahren in der Pankower Bezirkpolitik aktiv. Im Jahr 1994 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Vereins für Pankow e.V. Ende vergangenen Jahres wählten ihn die Vereinsmitglieder zu ihrem Vorsitzenden.

 

 

 



Kommentar zu “„…dass mehr Leben in die Bude kommt“”

  1. Vielen Dank für den starken Einsatz von https://www.facebook.com/fuerpankow

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