Eine Große Anfrage der CDU-Fraktion auf der gestrigen Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung brachte an den Tag, was nicht wenige schon länger vermuteten: Das Pankower Schulamt steht nicht mehr vor dem Kollaps – es ist bereits einen Schritt weiter.
So arbeite man sich nur noch mit Mühe und Not durch die Schulentwicklungsplanung.
Diese Planung umfasst die Sicherung des benötigten Schulraumes und die Bereitstellung der Lehr- und Lernmittel auf der Grundlage von Datenerhebungen – etwa, wieviel Kinder im kommenden Jahr im Einzugsbereich welcher Schulen eingeschult werden müssen. Eine Aufgabe, die man nicht nach Belieben auf später vertagen kann. Zürn-Kasztantowicz: „Wenn das nicht erledigt werden, kommt alles andere ins Rutschen.“
Verschieben kann man hingegen die Beantwortung von Eingaben: So werden Widersprüche von Eltern, die zum Beispiel mit der Zuweisung einer Schule nicht einverstanden sind, derzeit gar nicht mehr bearbeitet.
Als Grund für die weitgehende Handlungsunfähigkeit des Amtes nannte die Bezirksstadträtin die extrem wachsenden Schülerzahlen und den damit einhergehenden Personalmangel.
Allein in den Jahren von 2008 bis 20012 ist die Zahl der Einschulungen um rund 4.000 gestiegen – bei gleichbleibender Personalausstattung. Derzeit sind laut Stadträtin Zürn-Kasztantowicz 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Amt für Schule und Sport tätig – benötigt würden aber nach derzeitigem Stand 37.
Künftige Investionen gefährdet
Auch die Instandhaltung der Schulgebäude steht auf tönernen Füßen.
Im Laufe der vergangenen Jahre nahm die Bruttogeschossfläche der vom Bezirk unterhaltenen Schulen um fast die Hälfte zu, doch für die bauliche Unterhaltung der über 160 Gebäude sind nach wie vor nur zwei Mitarbeiter zuständig.
Denn während sich die Schulstadträtin zugute hält, alle Investitionsmittel für den Bezirk an Land gezogen zu haben, derer man habhaft werden konnte, besteht nun die Gefahr von Engpässen bei der Umsetzung. Daher verkündete die Stadträtin einen Paradigmenwechsel: „Bisher hatte es bei mir höchste Priorität, Geld für die nötigen Investitionen zusammen zu bekommen. Nun hat das Umsetzen der Investitionen oberste Priorität.“ Das allerdings binde Kapazitäten, die für die Akquise der Mittel für die folgenden Jahre unabdingbar sind.
Gar nicht mehr besetzt werden Plätze in Arbeitsgruppen – etwa jene, in denen die langfristige Entwicklung des Schulwesens besprochen und entschieden wird.
Aussicht auf Besserung gibt es kaum. Nicht nur, weil die Schülerzahlen weiter steigen und seitens des Senats bisher keine Anzeichen zu erkennen sind, die nötigen zusätzlichen Stellen zu bewilligen.
Darüber hinaus werden in den kommenden fünf Jahren mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Altersgründen ausscheiden – und wie schwer es ist, auch bereits vorhandene Planstellen zu besetzen, ist in Pankow ebenfalls zu betrachten: Seit Monaten sucht das Bezirksamt erfolglos eine leitende Angestellte für den Bereich Schulentwicklung. Lioba Zürn-Kasztantowicz vermutet, dass dies nicht zuletzt an der nicht gerade üppigen Entlohnung liegt: „In der Landesverwaltung werden vergleichbare Stellen bedeutend besser bezahlt.“







Sandra Platter- Walterscheid via Facebook
Sep. 19. 2014
Oh man, was will man den Eltern in der nächsten GEV denn bei dem Bericht noch für Hoffnungen machen… 🙁
Tilla AusBerlin via Facebook
Sep. 19. 2014
Und so dreht sich die Spirale weiter und weiter und weiter. Rosige Aussichten und der Grundstein für eine glorreiche RTL2 Generation! Bravo lieber Staat!