Wie begrenzt der Einfluss eines Bezirksbürgermeister sein kann, hätte sich Michael Jussen auch nicht träumen lassen. Als der Projektleiter beim Kulturverein Ayekoo bei der BVG die Möglichkeit erfragte, auf einem U-Bahnhof Bilder ausstellen zu dürfen und explizit darauf hinwies, dass Pankows Bezirksoberhaupt Matthias Köhne dies befürworte, war die Antwort nicht viel mehr als ein Schulterzucken. Ähnlich erging es ihm in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.
amt ins Leben gerufenen Kampagne „Genau.Pankow!“
In Kooperation mit dem Verein Ayekoo dass beschäftigen sich bei dieser Aktion Künstler mit dem „Willkommensein in Pankow“.
Das Besondere: Alle sind selbst „Neu-Pankower“. Sie sind damit Teil eines Trends. Denn „jeder zweite, der in unseren Bezirk zieht“, so die Pankower Integrationsbeauftragte Katarina Niewiedzial, „kommt aus dem Ausland“.
Die Idee zum Motto der Kampagne hatte der aus Rom stammende Fotograf : „In meinem Deutschkurs hatte wir alle unsere Schwierigkeiten mit der Sprache. Aber ein Wort hatten wir alle sofort drauf: ‚Genau'“.Offenbar ein Wort ist, dass für alle leicht zu fassen ist, und so heißt die Aktion nun „Genau.Pankow!“
Gabriele di Stefano steuerte zum Kampagnenstart eine Foto-Grafik von Kreuzung Schönhauser Allee/Eberswalder Straße bei, die Niederländerin Helmi Heerkens produzierte einen Clip, in dem nach Pankow gezogene Ausländer ihre ersten Eindrücke von ihrer neuen Heimat schildern.
Einige Kunstwerke haben bereits ihren Platz gefunden. Die Mexikanerin Rosaana Valesco, die seit drei Jahren in Pankow lebt, gestaltete eine Wandinstallation in „Myer’s Hotel“ in der Metzer Straße.Ihre Landsmännin Bianca Monroy entwarf für die Fassade des Flüchtlingsheimes in der Weißenseer Rennbahnstraße ein Bild aus Herz-Motiven, die ein „Herzlich willkommen in Pankow“ symbolisieren.
Schirmherr der Aktion ist Bezirksbürgermeister Matthias Köhne. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass unser Bezirks immer internationaler wird“, erklärte der Bezirksamts-Chef zum Start der Kampagne. Die Neu-Pankower brächten viel Kreativität, Wissen und Berufserfahrung mit und stellten eine Bereicherung für den Bezirk dar. Das soll mit der Kunstaktion deutlich gemacht werden.
Und so soll es auch nicht bei den fünf zum Start angetretenen Künstlern bleiben, weitere internationale Kreative sind willkommen. Und da Kunst nur dann wirksam werden kann, wenn sie von möglichst vielen Betrachtern wahrgenommen wird, werden nun Hauseigentümer, öffentliche Einrichtungen, Vereine und Organisationen gesucht, die Ausstellungsflächen jeglicher Art für die Willkommenskunstwerke zur Verfügung stellen.
Kontakt: michael.jussen@ayekoo.de






Bianca Monroy
Feb. 14. 2015
Das Herz am Rennbahstr. sieht so aus: https://www.facebook.com/bianca.monroy.arte/photos/pcb.803477593080158/803477383080179/?type=1&theater