Nur fünf Prozent vom gewünschten Ergebnis – das unterbietet sogar alle DDR-Jahresplanuntererfüllungsquoten!
Pankow aber hats geschafft: Genau fünf von erhofften hundert Straßenbäumen sind das dürre Ergebnis der bezirklichen Straßenbaumkampagne „100 Bäume für Pankow“.
Die Aktion wurde ins leben gerufen, um das zunehmende Defizit an Straßenbäumen – Jahr für Jahr werden mehr Bäume gefällt, als neu gepflanzt – durch private Spenden etwas zu reduzieren. Denn mit den geringen Mitteln, die dem Bezirk zur Grünpflege zur Verfügung stehen – das meiste der 1,8 Millionen Euro ging 2014 für die Reinigung der Grünanlagen und Parks drauf – ist die Pflanzung von Jungbäumen, die inclusive Pflege zwischen 1.000 und 1.300 Euro kosten, vom Bezirks schlicht nicht zu leisten. Neuanpflanzungen sind meist nur dann möglich, wenn sie mit Fremdmitteln wie zum Beispiel Förderprogramme finanziert werden oder so, wie bei der Sanierung der Pappelallee, wo der gesamte Umbau einschließlich der Straßenbegrünung mit sogenannten Ausgleichbeträgen bezahlt wird.
Kaum Werbung für die Kampagne
Einen Grund für das überaus mickrige Ergebnis scheint der zuständige Bezirksstadtra für Stadtentwicklung Jens-Holger Kirchner zunindest zu erahnen, wenn er in der Beantwortung einer „Kleinen Anfrage“ der Bezirksverordneten Katrin Maillefert (Linksfraktion) über eine analoge Kampagne des Senats schreibt:
„Von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz wird für die Stadtbaumkampagne u.a. im Internet geworben, über die sich interessierte Bürger gut informieren können.“
Denn im Gegensatz zu den geradezu üppig zu nennden Kampagneseiten der Senatsverwaltung, ist der irgendwo in den Weiten der Pankower Bezirksseiten verlorene Aufruf für die 100 Bäume nicht anders als dröge zu nennen.
Zwar kommen die von der Senatsverewaltung eingeworbenen Bäume natürlich auch den Bezirken zugute – doch Pankow war 2012 dran und hat von dort nichts mehr zu erwarten.
Also will der Bezirk im kommenden Herbst erneut mit einer „100-Baume“-Aktion in die Spur gehen – dann aber hoffentlich zumindest so lautstark, dass es auch gehört wird.




