Die innere Zerstrittenheit war über Jahre eine Art Markenzeichen der Pankower SPD. Mit dem neuen Kreisvorsitzenden Knut Lambertin soll sich das nun ändern. Auf dem bei den Sozialdemokraten „Kreisdelegiertenversammlung“ genannten Kreisparteitag brachte der Vorstand unter Lambertins Vorsitz ein Papier durch, das die innerparteilichen Konflikte mittels basisdemokratischer Elemente befrieden soll. Die Prenzlberger Stimme sprach mit dem Pankower SPD-Chef.
Herr Lambertin, Sie sind nun seit zwei Monaten Kreisvorsitzender der Pankower SPD – sind Sie immer noch der Meinung, es wäre besser gewesen, ohne einen Vorsitzenden in das Wahlkampfjahr 2016 zu ziehen?
Nun haben Sie heute Ihre erste Kreisdelegiertenkonfernz als Pankower SPD-Vorsitzender absolviert. Es wurde zwar zum Teil kontrovers diskutiert, am Ende konnten Sie und der Kreísvorstand sich in der Hauptsache durchsetzen. Worum ging es dabei?
Offensichtlich trauen einige Abteilungen dem Frieden nicht so ganz, warum sonst wurde während der Diskussion immer wieder auf darauf bestanden, dass die Abteilungen über die Kandidaten entscheiden sollen?
Tatsächlich drängt sich der Eindruck auf, dass da zwischen den Parteigliederungen ein nicht zu übersehenes Misstrauen herrscht; eine Angst von anderen Abteilungen dominiert zu werden. Woher kommen diese Befürchtungen?
![]() | Wir hatten vor einigen Jahren bei der Kandidatenaufstellung einen Fehler gemacht... |
Als sich der damalige Vorsitzende gegen den Willen der betreffenden Abteilungen quasi selbst nominierte…
![]() | ...aber wir haben daraus gelernt. Das soll sich nicht wiederholen. Wir wollen das weitestgehend unmöglich machen. |
Allerdings gab es auch Widerstände gegen allzu viel Basisdemokratie. Sie selbst hatten gegen eine Briefwahl bei der Kandidatennominierung gestimmt und bei dem knappen Votum die entscheidende Gegenstimme dazu eingebracht. Was haben Sie gegen eine Briefwahl?
![]() | Ich gehe davon aus, dass eine Partei, die davon lebt, dass sich die Leute beteiligen, sich engagiert beteiligen, so etwas wie Konsum-Demokratie nicht mitmachen kann. |
Sie selbst hatte ja verbindlich erklärt, bei den nächsten Wahlen 2016 nicht als Kandidat zur Verfügung zu stehen. Wie sieht es denn mit den Wahlen im Jahr 2017 aus – jenen zum Deutschen Bundestag?
![]() | Ich gehe davon aus, dass sich diese Frage nicht stellt, weil wir einen Bundestagsabgeordneten haben, der auch seine Arbeit gut macht. |

Knut Lambertin ist seit dem 17. April Kreisvorsitzender der SPD Pankow. Der hauptberufliche Gewerkschaftsmitarbeiter setzte sich bei einer Mitgliederabstimmung gegen seine Konkurrentein Clara West durch und wurde so Nachfolger des aus beruflichen Gründen zurückgetretenen langjährigen SPD-Kreis-Chefs Alexander Götz.
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