Öfter mal was Neues. Heute: Neuschnee

Der Schnee vom vergangenen Wochenwechsel ist verschwunden! Allerdings wurde er in vielen Fällen nicht etwa von den sogenannten Räumpflichtigen – meist sind das die Grundstückseigentümer – beseitigt, sondern bloß von dem seit heute (Mittwoch) Morgen fallenden Neuschnee überdeckt. Ein Rundgang gegen 14 Uhr durch den Kiez scheint die Vermutung zu bestätigen, dass viele, die vom Gesetz her dazu verpflichtet sind, Schneeschieber und Besen zu bewegen, den ersten Schnee-Schock noch gar nicht überwunden hatten, als sie schon der nächste Schicksalsschlag traf: Was denn, es ist Dezember und es schneit schon wieder?
Da ein Schock bekanntermaßen oft eine Starre nach sich zieht, ist es für jedermann leicht einsehbar, dass die zum Kehraus berufenen noch gar nicht wieder in fähig sein konnten, die weiße Pracht an den Rinnstein zu befördern.
Und so haben viele Gehwege seit heute eine Eigenschaft, die man sonst vor allem vom Toilettenpapier her kennt: Sie sind mehrlagig. Doch während bei einer Klorolle die Vorteile einer solchen Beschaffenheit klar auf (bzw. in) der Hand liegen, scheinen bei Bürgersteigen eher die Nachteile zu überwiegen. Zumindest für diejenigen, die sich auf denselben bewegen – was vor allem mit der Beschaffenheit der einzelnen Lagen zu tun hat.
Denn während sich Lage Nummer zwei (der Neuschnee) unschuldig weiß, locker und griffig gibt, ist Lage Nummer eins von ganz anderer Konsistenz: Glatt und hart und abweisend. Denn es ist der zu Eis gewordene Schnee des vergangenen Wochenendes.
Daher konnte man bereits am frühen Nachmittag Menschen bei Bewegungen beobachten, die sie sonst wohl höchstens unter dem Einfluss von reichlich geistigem Getränk zur späten Nachstunde vollführen würden – wenn überhaupt. Und so mancher lebenslustige Senior wird sich gesagt haben: Keiner da, der mit mir redet; im Fernsehen ist auch nichts Vernünftiges – ehe ich mich zu Tode langweile, gehe ich mal eben raus und ziehe mir einen lustigen Oberschenkehalsbruch zu… . Ängstlichere Gemüter unter den Alten werden hingegen heute den Weg nach draußen wohl eher gescheut haben. Bemerkenswert erscheint, dass nicht nur private Grundstückseigner die Bürger auf den Steigen tanzen ließen, sondern auch vor öffentlichen Gebäuden der Schnee von gestern zum Eis von heute wurde. So zum Beispiel vor der Sporthalle des Schliemann-Gymna-
siums in der Wichertstraße oder vor dem Oberstufen-
zentrum in der Pappelallee. Würde da mal jemand von den Scheefahndern des Bezirkes vorbeischauen – sie müssten sich selbst ein Bußgeld auferlegen…

 

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