Ob das dem Alten gefallen hätte?
Jürgen-Kuczynski, Wirtschaftswissenschaftler, Kommunist, Colonel der US-Army, Geheimagent (er warb den „Atomspion“ Klaus Fuchs für den sowjetischen Geheimdienst an), Schriftsteller, Journalist und „linientreuer Dissident“ bekommt einen Park!
Konkreter: Die bisher unbenannte, an der Pistoriusstraße und Woelckpromenade gelegene Grünanlage am Kreuzpfuhl in Weißensee erhält den Namen „Jürgen-Kuczynski-Park“. Und das ihm, der einstmals unverblümt erklärt hatte, dass ihm die Natur am liebsten ist, wenn sich zwischen ihr und ihm ein geschlossenes Fenster befindet.
Andererseits: Der Mann sah sich ja auch als Dialektiker…
Die Diskussion darüber, ob, wie und wo Kuczynski mit einer Straße oder einen Platz geehrt werden soll, geht bis in das Jahr 2007, dem Jahr seines 10. Todestages zurück. Seitdem kam die Sache immer mal wieder aufs Tapet, unter anderem stand zur Debatte, einen Teil des Antonplatzes nach ihm zu benennen. Die nun ausgewählte Grünanlage befindet sich in unmittelbarer Nähe von Kuczynskis einstiger Wohnung in der Parkstraße.
Wie das Bezirksamt mitteilte, findet die offizielle Benennung am Mittwoch, dem 02.09.2015 um 17.00 Uhr am Paekeingang Pistoriusstraße/ Ecke Woelckpromenade statt. Vorgenommen wird sie vom Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Jens-Holger Kirchner.
Danach wird der Bezirksstadtrat für Verbraucherschutz, Kultur, Umwelt und Bürgerservice und Vorsitzenden der Gedenktafelkommission, Dr. Torsten Kühne, dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Pankow folgend, eine die unterschiedlichen Facetten der Biographie Kuczynskis berücksichtigende Informations- und Gedenktafel enthüllen.
Zudem hat der Künstler Harald Kretzschmar eine Bronzetafel in Erinnerung an Jürgen Kuczynski geschaffen, die ebenfalls eingeweiht wird. Danach lädt die „Initiativgruppe für eine öffentliche Ehrung von Jürgen Kuczynski“ zu einer Veranstaltung in das an den Park angrenzende Frei-Zeit-Haus ein.




