Bürgermeister Köhne und Stadträtin Zürn-Kasztantowicz treten nicht mehr an

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Hinter vorgehaltener Hand wurde darüber schon seit ein paar Wochen spekuliert – jetzt hat es Matthias Köhne öffentlich gemacht: Der Pankower Bürgermeister wird sich im kommenden Jahr nicht noch einmal zur Wahl stellen. Köhne, der seit 15 Jahren im Pankower Bezirksamt tätig ist – davon neun Jahre als Bezirksbürgermeister – erklärte der Boulevardzeitung BZ zu den Gründen seines Verzichts, die sechzehn Jahre, die er am Ende der Legislaturperiode im bezirksamt verbracht haben werde, seien genug. “Klar ist, das sich gewisse Dinge im Laufe des Jahres immer wiederholen. Möglicherweise stellt sich dann auch Routine ein und nicht mehr das große Engagement für alles. Dann ist es gut, wenn diese Zeit vorbei geht.”

Der Itzhoe geborene SPD-Politiker kam 1987 zu Studium (Politologie) nach (West)Berlin und legte nach dem Examen eine lupenreine Politikkarriere hin.
Von 1994 bis 1999 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter der SPD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus. Nach einem kurzen Interregnum als Bezirksstadtrat für Umwelt, Natur und Immobilien wurde er 2001 Leiter des Persönlichen Büros des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit. 2002 wählten ihn die Pankower Bezirksverordneten zum Stadtrat für Umwelt, Wohnen und Bürgerdienste, vier Jahre später wurde er zum Pankower Bezirksbürgermeister gekürt. Nach den Wahlen 2011 konnte er seine zweite Amtszeit antreten.
Über seine Pläne nach seinem Ausscheiden aus der Kommunalpolitik hat der 48jährige bisher noch nichts verlauten lassen.
 
Wenig überraschend ist der Verzicht von Schul- und Sozialstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz schon deshalb, weil sie in der kommenden Legislaturperiode das Pensionsalter erreichen wird. Nach den Bestimmungen des Berliner Bezirksamtsmitgliedergesetzes müsste sie dann ohnehin aus dem Amt scheiden – es denn, die Bezirksverordnetenversammlung die Bezirksverordnetenversammlung würde ihre Amtszeit per Beschluss bis zum Ende kommenden Legislaturperiode verlängern.

Als Lioba Zürn-Kasztantowicz im Jahr 2005 ihr Amt antrat, hatte sie ein schweres Erbe übernommen. Ihr Vorgänger Johannes Lehmann wurde von der Bezirksverordnetenversammlung wegen chaotischer Zustände im Sozialamt abgewählt. Er hatte jahrelange Fehlbuchungen von Computerdaten zu verantworten, durch die dem Bezirk ein Schaden von rund sechs Millionen Euro entstand. Zudem tauchten auch noch gut 30.000 unbearbeitete Akten von Sozialhilfeempfängern auf.
Die Aufarbeitung der Versäumnisse ihres Vorgängers bewältigte die neu ins Amt gekommene Stadträtin souverän. In jüngerer Vegangenheit waren jedoch Anzeichen einer gewissen Amtsmüdigkeit kaum noch zu übersehen, zuweilen wirkte sie – wohl auch dem chronischen Mangel an Personal geschuldet – leicht überfordert.

 

Mit dem Verzicht von Matthias Köhne tritt die Pankower SPD bei den Bezirkswahlen im kommenden Jahr nun ohne bezirksamtserfahrenes Personal an – was vor allem für die Aufstellung eines „Bürgermeisterkandidaten“ ein Handicap sein dürfte.

 

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