Na gut, manchem der rund 80 Teilnehmer (Väter, Mütter, Kinder) fehlte noch ein wenig Demo-Erfahrung, so dass nicht ganz klar wurde, wofür oder wogegen er auf die Straße ging – aber beim Blick über das Gesamtgeschehen wurde schnell klar: Die wollen nur spielen…
Anfang des Jahres von der Bezirksverordnetenversammlung beschlossen, fand im Mai auf dem an der Wilhelm-von Humboldt-Gemeinschaftsschule gelegenen Teilstück der Gudvanger Straße die erste Veranstaltung „Temporäre Spielstraße“ statt. Bis zum Herbst sollte jeweils dienstags das rund 40 Meter lange Straßenstück von 10 bis 18 Uhr für den Autoverkehr (auch für den ruhenden) gesperrt werden, auf dass kleine, große und ganz große Kinder dort beim Spielen ihren Spaß haben.
Gar nicht spaßig fand das eine Mieterin des einzigen an dem Straßenstück gelegenen Wohnhauses und zog dagegen vor Gericht. Im Juli erließ daraufhin das Verwaltungsgericht Berlin eine Einstweilige Abordnung, die das Abhalten der „Temporären Spielstraße zumindest in der bisherigen Form – Straße gesperrt, Kinder spielen – untersagte. Damit war erstmal Schluss mit lustig.
Doch sowohl die Spielstraßeninitiative, als auch das Bezirksamt wollen die Sache nicht auf sich beruhen lassen: Die „Temporäre Spielstraße“ soll wiederkommen.
Dafür wurde wurde gestern getrommelt, geredet und gespielt. Auch der zuständige Bezirksstadtrat Torsten Kühne war vor Ort, ebenso die Prenzlauer Berger Abgeordnete Clara West.
Dass Anwohner für die Umsetzung eines BVV-Beschlusses demonstrieren, kommt ja in Prenzlauer Berg ja auch nicht alle Tage vor, doch beim Demonstrieren soll es nicht bleiben.
„Das Gericht hat uns ja in seiner Entscheidungsbegründung Hinweise gegeben, wie das rechtskonform zu gestalten wäre“, erklärte Bezirksstadtrat Torsten Kühne gegenüber der Prenzlberger Stimme.
Um mögliche straßenverkehrsrchtliche Hürden bei der Straßensperrung zu umgehen, hatte man die wiederkehrenden
„Spieltage“ als Veranstaltung deklariert – als Veranstalter trat das Pankower Jugendamt auf.
Doch Spielen, so hatte der Richter daraufhin in seiner Beschlussbegründung befunden, sei keine Veranstaltung – eine Veranstaltung erfordere „ein gemeinsames Ziel der Teilnehmer“.
Nun, so Stadtrat Kühne, erarbeite man zusammen mit den Spielstraßenleuten ein Konzept, dass den richterlichen Anforderungen genüge.
Wie das aussehen könnte, erklärte André Schumacher von der Drachenreiter gGmbH, die in der Gudvanger Straße eine Kindertagesstätte betreibt: „Wir wollen die Spieltage künftig thematisch gestalten. Möglich ist auch, dass sich auf den Veranstaltungstagen verschiedene Initiativen vorstellen.“
Wenn man’s recht betrachtet, war ja die Demonstration gestern eigentlich ein ganz passabler Anfang für dieses Konzept. Thema: Wie mache öffentlich auf meine Interessen aufmerksam. Den Kindern hats offensichtlich gefallen.
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Sabine Mistbiene Kodrack via Facebook
Okt. 14. 2015
Es reicht, geht zum Spielplatz !!
Anwohner Stahlheimer Str.
Okt. 15. 2015
Affenzirkus! Der Platz ist ausreichend vorhanden! Warum verschönert Ihr nicht den Platz direkt an Erich-weinert-Str. / Gudvanger Str.? Soviel Freiraum zum Toben… Achso… der Humannplatz wäre auch noch verfügbar..
Achso… der Schulhof an der Carl-Humann-Grundschule ist auch noch frei…
Achso… der Hof an der Jugendeinrichtung Wichertstr. 24 bietet auch noch Platz…
Achso.. der Schulhof der Wilhelm-von-Humboldt-Schule ist auch frei.
Wo ist denn Euer Problem?
Leonie
Okt. 15. 2015
Besser als der Kiezneurotiker schreibt keiner über die Prenzlberger Spießbürger-Szene:
http://kiezneurotiker.blogspot.de/2015/10/spielplatzscheie.html
Gisela
Okt. 15. 2015
Der Humannplatz ist nebenan, warum muß man denn da auf der Straße spielen?
Ist der Humannplatz nicht mehr groß genug oder soll der asphaltiert werden, damit er sich wie eine Straße anfühlt? Was soll das?
In der Gegend gibt es so viele Autos und wenig Parkplätze, aber die Kinder müssen auf der Straße spielen?
Gehts noch