Säule befreit (Wir bauen auf und reißen nieder…)


 

Am Donnerstag früh rückten zwei Werktätige des Pankower Straßen- und Grünflächenamtes an, begutachteten ihr drei Wochen zuvor errichtetes Werk auf der Mittelpromenade des Wichertstraße und begannen mit der Korrektur ihres Arbeitsergebnisses. Freitag Mittag war es vollbracht: Der urplötzlich in einem Beet befindliche Parkscheinautomat war wieder erreichbar, ohne dass man durch frisch aufgeschüttete Muttererde stapfen musste.

Was war geschehen?
 
Das Grundstück Wichertstraße 48 in Prenzlauer Berg hatte nach einem Dreivierteljahrhundert wieder ein Vorderhaus bekommen. Das Haus – wie üblich in diesem Bezirk – mit Wohnungen der gehobenen Preisklasse, verfügt natürlich auch über eine Tiefgarage. Deren Ausfahrt mündete nun direkt auf eine Gehwegvorstreckung, die ihr Gegenstück in einer gepflastern Querung der Mittelpromenade hatte, an deren Rand sich ein Parkscheinautomat befand.

Wohl um einen verkehrlichen Konflikt zwischen straßenüberquerungswilligen Fußgängern und motorisierten Garagennutzern zu vermeiden, wurde die Gehwegvorstreckung um ein paar Meter nach Osten verlegt.
Anstatt nun den gepflasterten Übergang auf der Mittelpromenade einfach etwas zu verbreitern, wurde er ebenfalls verschoben und die Säule – festgemauert in der Erden – befand sich plötzlich mitten im Beet.
 

Vom Tiefbauamt so abgenommen

„Das Tiefbauamt,“ erzählte einer der beiden Straßen- und Grünflächenamtsarbeiter, der schon bei bei der Verschiebung des Übergangs zugange war, „hat das so abgenommen. Mit der Säule im Beet.“ Offenbar sei man davon ausgegangen, dass der Parkscheinautomat aus seinem Fundament gehoben, ein neues Fundament am neuen Übergangsrand gegossen und und die Gebührenstele dann versetzt würde.
Das Dumme an der Sache: Für den Wegebau ist die Abteilung Stadtentwicklung (Bezirksstadtrat: Vollrad Kuhn – Bü90/Grüne), für die Säule aber die Abteilung Umwelt und öffentliche Ordnung (Bezirksstadtrat Daniel Krüger – für AfD) verantwortlich.

Zwei verschiedene Abteilungen einer Verwaltung für eine Sache zuständig – das konnte nicht gutgehen.

Also mussten zwei Kräfte des Straßen- und Grünflächenamts zusätzliche eineinhalb Arbeitstage ans Bein binden, um das Ergebnis mangelnder Kommunikation zwischen den Ämtern zu korrigieren.

 

Das Straßen und Grünflächenamt ist übrigens auch für die Instandhaltung von Spielplätzen zuständig. Leider, so Stadtrat Kuhn auf der letzten Sitzung des BVV-Schulausschusses, käme man mit der Sanierung der wegen Mängel geschlossenen Spielplätze nur langsam voran. Einer der Hauptgründe: Zu wenige Mitarbeiter, die alle voll ausgelastet sind.

 


 

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